Menstruationsbeschwerden: Was sind die Ursachen?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Menstruationsbeschwerden können verschiedene, teils psychische, teils körperliche Ursachen haben. Nicht in allen Fällen ist der Grund für die Symptome, die vor oder während der Periode auftreten, geklärt.

 

Der weibliche Monatszyklus

Um besser zu verstehen wodurch Menstruationsbeschwerden entstehen, ist es hilfreich die natürlichen Vorgänge des weiblichen Monatszyklus zu kennen. Der Zyklus beginnt am ersten Tag der Periode und endet vor dem Einsetzen der nachfolgenden Regelblutung. Er dauert im Schnitt etwa 28 Tage, kann individuell aber auch etwas kürzer oder länger sein. Der Monatszyklus lässt sich grundsätzlich in zwei Phasen unterteilen: Die erste Zyklushälfte bezeichnen Mediziner auch als Proliferationsphase. Während dieser Zeit reift unter dem Einfluss verschiedener Hormone (vor allem Follikelstimulierendes Hormon (FSH) und Östrogen) eine Eizelle heran. Etwa um den 14. Zyklustag kommt es zum Eisprung (Ovulation). Dabei entlässt einer der Eierstöcke eine Eizelle in den Eileiter. Nun beginnt die zweite Zyklusphase, in der nun Hormone wie Progesteron (Gelbkörperhormon) die Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auf eine eventuelle Einnistung einer befruchteten Eizelle vorbereiten. Das Endometrium ist zu diesem Zeitpunkt verdickt. Findet keine Befruchtung statt, wird die oberflächliche Gebärmutterschleimhaut abgestoßen und es kommt zur Regelblutung.

 

Krampfhaftes Zusammenziehen der Gebärmutter-Muskulatur kann Menstruationsbeschwerden verursachen

Während der Menstruation sorgen bestimmte Gewebehormone wie Prostaglandine dafür, dass sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammenzieht. Dies ist bei der primären Dysmenorrhö eine der Hauptursachen für krampfartige Regelschmerzen. In selteneren Fällen weicht die Gebärmutter in ihrer Lage oder Form vom natürlichen Aussehen ab und löst so Schmerzen bei der Periode aus. Die Ursachen der Menstruationsbeschwerden bei der sekundären Dysmenorrhö können dagegen vielfältiger sein.

 

Folgende Erkrankungen können ein Grund für verstärkte Regelschmerzen sein

  • Endometriose: Bei dieser gynäkologischen Erkrankung, befinden sich Herde von Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter, zum Beispiel auf den Eierstöcken oder auf der Außenseite von Blase oder Darm. Während der Periode können diese Bereiche – genau wie die Schleimhaut innerhalb der Gebärmutter – bluten und starke Regelschmerzen hervorrufen.
  • Gebärmuttermyome: Es handelt sich dabei um meist gutartige Tumore der Gebärmuttermuskulatur. Je nach Sitz und Größe können sie Menstruationsbeschwerden auslösen.
  • Gebärmutterpolypen: Dies sind Gewebewucherungen der Gebärmutterschleimhaut. Sie sind überwiegend gutartig, können jedoch Beschwerden, wie starke Regelschmerzen verursachen.
  • Zusätzlich zählen auch mechanische Verhütungsmittel, wie etwa die Spirale (Intrauterinpessar), zu den Ursachen der sekundären Dysmenorrhö. Bei einigen Frauen bewirkt der Fremdkörper in der Gebärmutter, dass sich Regelschmerzen und Periodenblutung verstärken.
Frau mit starken Regelschmerzen und Wärmflasche
Ein krampfhaftes Zusammenziehen der Gebärmuttermuskulatur kann die Ursache für Menstruationsbeschwerden sein© Fotolia
 

Mögliche Ursache für Menstruationsbeschwerden ist ein gestörtes Wechselspiel der Hormone während des Zyklus

Eine weitere häufige Form der Menstruationsbeschwerden ist das prämenstruelle Syndrom (PMS). Die genauen Ursachen für dieses relativ häufige Beschwerdebild sind nicht vollständig geklärt. Forscher vermuten, dass sowohl seelische als auch körperliche Vorgänge mit den Symptomen verknüpft sind. Ein mutmaßlicher Grund ist ein gestörtes Wechselspiel der Hormone während des Zyklus. Viele Frauen mit PMS empfinden auch ein seelisches Tief, daher sind manche Wissenschaftler der Meinung, es könne sich auch um eine Form der Depression handeln. Zusätzlich gibt es weitere Faktoren, die sich ursächlich am prämenstruellen Syndrom beteiligen, dazu zählen zum Beispiel Hormonstörungen wie die Hyperprolaktinämie (Überproduktion des milchbildenden Hormons Prolaktin) oder Schilddrüsenfunktionsstörungen. Möglicherweise hat auch der Lebenswandel einen Einfluss auf Menstruationsbeschwerden beim PMS. Rauchen, hoher Kaffeekonsum, Bewegungs- und Schlafmangel sowie Umweltgifte werden als Ursachen diskutiert.

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