Menorrhagie – die Periode dauert zu lange

Redaktion PraxisVITA

Bis zu 14 Tage dauert die Monatsblutung, wenn Frauen an einer Menorrhagie leiden. Für gewöhnlich sind es maximal sieben Tage. Die langanhaltende Blutung kann sämtliche Lebensbereiche beeinträchtigen: Beruf, Freizeit und das Liebesleben.

Bei einer Menorrhagie dauert die Monatsblutung bis zu 14 Tage - dementsprechend hoch ist der Verbrauch an Tampons und Binden
Bei einer Menorrhagie dauert die Periode bis zu 14 Tage und damit etwa eine Woche länger als bei einer „gewöhnlichen“ Monatsblutung© iStock
 

Ursachen einer Menorrhagie

Es gibt sowohl eher harmlose und gut behandelbare, wie auch schwere Erkrankungen, die eine Menorrhagie verursachen können. Mediziner führen vor allem folgende Punkte an:

  • eine verdickte Gebärmutterschleimhaut
  • Entzündung der Eileiter sowie der Eierstöcke
  • Myome (gutartige Tumoren in der Muskelschicht der Gebärmutter)
  • Polypen (Gewebeablagerungen in der Gebärmutter)
  • Karzinom (Krebserkrankung)
  • Endometriose (gutartige Wucherungen)
  • Innere Erkrankungen wie Gerinnungsstörungen, Nieren- oder Leberinsuffizienz sowie Bluthochdruck
 

Diagnose der Menorrhagie

Der Frauenarzt wird mittels einer Ultraschalluntersuchung prüfen, ob organische Funktionsstörungen vorliegen, beispielsweise eine verdickte Gebärmutterschleimhaut. Darüber hinaus soll anhand einer Blutuntersuchung festgestellt werden, ob Entzündungswerte im Blut vorliegen, die auf eine Krebserkrankung hindeuten. Hinzu kommt, dass mit einer Blutuntersuchung der Hormonhaushalt der Frau beurteilt werden kann und ob sie einen Eisenmangel hat. Aufgrund der langanhaltenden Blutung kann es zu einem Verlust des lebenswichtigen Mineralstoffs kommen, der für die Blutbildung unerlässlich ist. Als weiteres Diagnose-Verfahren kommt ein Abstrich infrage. Damit kann der Gynäkologe veränderte Zellen und Krankheitserreger erkennen sowie Krebsvorstufen und Krebserkrankungen am Gebärmutterhals. 

 

Behandlung der Menorrhagie

Der Gynäkologe macht die Behandlung von den individuellen Ursachen der Erkrankung abhängig. Darüber hinaus richtet sich die Art der Behandlung auch danach, wie ausgeprägt die organische Ursache für das Leiden ausgeprägt ist. Polypen werden in der Regel operativ entfernt. Hormonstörungen werden vielfach mit der „Anti-Baby-Pille“ behandelt. Die Gebärmutter kann ausgeschabt oder in schweren Fällen vollkommen entfernt werden.

 

Vorbeugung der Menorrhagie

Da einer Menorrhagie vielfach organische Ursachen zugrunde liegen, ist eine Vorbeugung kaum möglich. Einzig der Bluthochdruck, der u.a. als Ursache für eine Menorrhagie infrage kommen kann, lässt sich mittels einer Ernährungsumstellung oder Medikamenten in den Griff bekommen.

Betroffene Frauen können versuchen, ihre Lebensqualität während ihrer langanhaltenden Perioden zu verbessern, beispielsweise durch folgende Maßnahmen:

  • Ruhe und Entspannung
  • Sport und Yoga
  • Gesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse
  • Ablenkung, beispielsweise mit einem guten Buch oder einem Treffen mit Freunden
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