Meningitis: Wie gefährlich sind Hirnhaut-Entzündungen

Hohes Fieber Symptom bei Meningitis
Charakteristisch für eine Meningitis sind hohes Fieber und starke Krankheitsgefühle © imago

Eine Meningitis ist besonders gefährlich, weil sie oft nicht erkannt wird. Dabei ist diese Krankheit lebensgefährlich.

Sie kann jeden treffen, Erwachsene, vor allem jedoch Kinder: Für sie stellt die lebensgefährliche Hirnhaut-Entzündung (Meningitis) eine besondere Bedrohung dar. Gerade jetzt, im ersten Quartal des Jahres, tritt diese, zumeist bakterielle Infektion, vermehrt auf, häufig in Kindergärten oder Schulen. Sie ist so gefährlich, dass der Arzt sie bei der Gesundheitsbehörde melden muss. Denn in Deutschland verlaufen zehn Prozent der von Pneumokokken (Bakterienart) verursachten Hirnhaut-Entzündungen bei Kindern tödlich.

Die Krankheitserreger werden wie eine Erkältung durch Husten und Niesen (Tröpfcheninfektion) oder zum Beispiel durch Küssen übertragen. Das Tückische daran: Die Symptome der Meningitis kann man leicht mit einem fiebrigen grippalen Infekt verwechseln.

 

Wichtige Warnzeichen für Meningitis

Daher sollte man die folgenden Warnzeichen unbedingt ernst nehmen: Charakteristisch sind starke, im Nacken betonte Kopfschmerzen bis hin zur Genickstarre, hohes Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl, häufig auch Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Die Beschwerden verstärken sich oft erheblich innerhalb von Stunden. Im weiteren Verlauf kann es zu Benommenheit, Schläfrigkeit und schweren Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma kommen.

 

Medizinischer Notfall

Eine Hirnhaut-Entzündung ist immer ein medizinischer Notfall. Daher brauchen Patienten mit den genannten Symptomen schnelle ärztliche Hilfe. Am besten ist die Einweisung in ein Krankenhaus. Bei fehlender oder verspäteter Therapie sind ein tödlicher Verlauf bzw. schwere geistige oder körperliche Schäden (z.B. Taubheit, Erblindung, Bewegungsstörungen) und Epilepsie nicht auszuschließen. Eine Komplikation der Meningokokken-Erkrankung ist die Sepsis (Blutvergiftung durch die Bakterien) und dabei das "Waterhouse-Friderichsen-Syndrom”, das in wenigen Stunden zum Tod führen kann.

Die Diagnose wird durch den Erregernachweis (im Nervenwasser) und unter anderen mit einer Computertomografie erhärtet. Als Therapie werden sofort Antibiotika gegeben. Auch die direkten Kontaktpersonen, etwa die Familie, müssen antibiotisch behandelt werden.

 

Erreger der Meningitis

Meningitis wird von Bakterien, aber auch von Viren verursacht. Zu den bakteriellen Erregern gehören vor allem verschiedene Typen von Meningokokken und Pneumokokken (verursachen auch Lungenentzündung) sowie Haemophilus influenza Typ B (HiB), der aber durch die übliche Impfung für Kinder in Deutschland seinen Schrecken verloren hat.

 

Impfstoffe helfen

Inzwischen wurden weitere Impfstoffe (so genannte Konjugat-Impfstoffe) entwickelt, die schon Kleinkinder vor der Hirnhaut-Entzündung durch Pneumo- bzw. Meningokokken schützen können und die auch für Säuglinge geeignet sind.

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