"Mein Wunschkind ist wie ein kleines Wunder für mich"

Das Kind ist der ganze Stolz der an Endometriose erkrankten Mutter
Das Kind ist der ganze Stolz der an Endometriose erkrankten Mutter © Fotolia

Durch die Krankheit von Uta Winterfeld war eine Schwangerschaft ausgeschlossen. Doch als der Kinderwunsch stärker wurde, verhalf ihr eine Operation zum ersehnten Nachwuchs.

 

Der Kinderwunsch rückte aufgrund der beruflichen Karriere in den Hintergrund

Mein Hausarzt tippte auf Blinddarm-Entzündung. Doch sicherheitshalber ließ er eine Bauchspiegelung machen, bei der die wahre Ursache meiner starken Unterleibsschmerzen festgestellt wurde. ,,Es war Endometriose", erinnert sich Uta Winterfeld* aus Köln.

Die im gesamten Bauchraum wild versprengte Gebärmutter-Schleimhaut wurde bei der damals 20-Jährigen gleich bei der Untersuchung entfernt. Um ein Wiederaufflammen der Krankheit zu verhindern, musste sie seitdem ständig Hormone schlucken, die den Monatszyklus unterdrücken.

,,Dass ich dadurch keine Kinder bekommen konnte, störte mich damals nicht. Denn für mich stand die berufliche Karriere im Vordergrund", erklärt die heute 39-jährige Bundesbeamtin.

Dann lernte sie ihren Mann kennen und heiratete. Natürlich kannte er ihre Situation. Anfangs traute sich auch keiner der beiden, über Nachwuchs zu sprechen. Doch nach drei Jahren gestanden sich die Eheleute, dass sie liebend gerne Familienzuwachs hätten.

 

,,Mit Kind wäre unser Glück vollkommen"

,,Man kann ja mal einen Arzt fragen", dachte sich Uta Winterfeld und ging zu Professor Thomas Römer. Er ist Gynäkologe und Leiter des Endometriose-Zentrums im Evangelischen Krankenhaus Weyertal in Köln.

Er untersuchte sie und machte ihr Hoffnung, dass sich ihr sehnlichster Wunsch erfüllen könnte. Er erklärte ihr: ,,Zuerst müssen Sie die Hormone absetzen. Dadurch wird die Endometriose wahrscheinlich verstärkt wieder aufbrechen. Dann kann ich durch eine laparoskopische Operation, also ohne großen Bauchschnitt, die im Bauchraum versprengte Schleimhaut entfernen."

Genau wie vorhergesagt, geschah es. Die Operation dauerte nur eine Stunde. Dabei führte er durch die natürliche Öffnung des Bauchnabels das Laparoskop ein. Das ist ein dünnes Rohr mit einer Lichtquelle und einer Kamera an der Spitze. Damit sah er das Innere des Bauches in 15-facher Vergrößerung auf einem Monitor.

Professor Römer: ,,Durch zwei weitere Einstiche habe ich die OP-Instrumente geführt, mit denen ich die Schleimhautteile abtrennte und herauszog."

Drei Tage später konnte Uta Winterfeld die Klinik verlassen. Durch diese Therapie wurde ihr Organismus wieder in die Lage versetzt, schwanger zu werden. ,,Aber es hat noch fast ein Jahr gedauert, bis ich merkte, dass ich Mutter wurde. Als Professor Römer mir das bestätigte, habe ich vor Freude fast geweint. Heute ist unsere Tochter ein Jahr alt und immer noch wie ein kleines Wunder für mich."

*Name von der Redaktion geändert

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