"Mein Mann leidet an Potenzstörungen. Wie soll ich mich verhalten?"

Mit der Partnerin über Erektionsprobleme reden
Männer über fünfzig sollten sich nicht sorgen, wenn es im Bett nicht so gut funktioniert. Vielen anderen geht es ähnlich. Besser ist es, offen mit der Partnerin darüber zu reden und nach Gründen zu suchen © iStock

Was hilft, wenn der eigene Mann plötzliche keine Lust mehr auf Sex verspürt? Die Expertin Dr. Maria Friedrichs erklärt das Problem und zeigt mögliche Lösungswege.

 

Das Problem

Mein Mann, 61, und ich sind seit 32 Jahren verheiratet. Wir hatten ein Liebesleben mit allen Höhen und Tiefen. Seit unsere Kinder aus dem Haus sind, hatte sich unsere intime Beziehung wieder intensiviert. Wir fanden neue Freude an Sexualität, waren experimentierfreudig. Vor ein paar Monaten hat sich das geändert. Mein Mann hat Potenzstörungen. Anfangs dachte ich, dass es sich um eine stressbedingte Phase handelt. Leider ist seine Lust am Sex seither immer mehr geschwunden. Zuerst habe ich versucht, das Problem spielerisch zu lösen. Mit schöner Wäsche oder spontanen "Überfällen" - leider erfolglos. Wenn ich mit ihm über seine Impotenz sprechen möchte, macht er dicht. Was kann ich tun, damit wir wieder zu einem erfüllten Liebesleben finden? Vor allem: Wie finde ich heraus, ob sein Problem körperlicher oder psychischer Natur ist? Zwischenzeitlich dachte ich auch, dass er mich nicht mehr attraktiv findet.

Roswitha, 58

 

Die Antwort von Dr. Maria Friedrichs

Liebe Roswitha, vielen Dank für Ihre Frage. Toll, wie Sie sich einbringen und versuchen, auf Ihren Mann und dieses sensible Thema einzugehen. Für Sie als seine Partnerin ist die Situation sicherlich ähnlich schwierig wie für ihn. Falls es Sie ein wenig tröstet: Sie und Ihr Mann sind kein Einzelfall - viele Männer in seinem Alter leiden unter Erektionsstörungen. Zum Glück gibt es Ansätze, um die Krankheit zu therapieren. Zuerst muss allerdings die Ursache gefunden werden: Psychische Faktoren wie zum Beispiel Stress im Job oder Ärger in der Beziehung können für die Potenzstörung Ihres Mannes verantwortlich sein. Manchmal ist aber auch eine Krankheit der Grund, und die Erektionsstörung ist nur eine Begleiterscheinung. Sie beide werden ohne ärztliche Hilfe nicht herausfinden können, was die Ursache ist. Am besten suchen Sie einen Arzt Ihres Vertrauens auf. Der Gang zum Hausarzt wäre ein guter Anfang - oder Ihr Mann geht direkt zu einem Urologen. Sollten keine körperlichen Ursachen für die Potenzstörung verantwortlich sein, könnten Sie über eine gemeinsame Sexualtherapie nachdenken.

Wie bei vielen anderen Krankheiten kann bei einer Potenzstörung der Lebensstil eine Rolle spielen. Ihr Mann sollte sich daher ausgewogen ernähren, möglichst wenig Alkohol und Nikotin zu sich nehmen und ausreichend Sport treiben. Ihnen rate ich: Wenn Ihr Mann mit Ihnen vorerst nicht darüber reden möchte, akzeptieren Sie das, und setzen Sie ihn nicht unter Druck. Seien Sie weiterhin geduldig und verständnisvoll.

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