Mehr als 2G: Merkel will weitreichende Einschränkungen für Ungeimpfte

Mona Eichler Health-Redakteurin

Kommt der bundesweite Quasi-Lockdown für Ungeimpfte? Bundeskanzlerin Angela Merkel soll Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte gefordert haben, die über die 2G-Regel hinausgehen. Die Hintergründe.

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Inhalt
  1. Merkel: Verschärfungen bei 2G?
  2. Bundesländer setzen strengere Maßnahmen um 
  3. Umfrage: Strengere Maßnahmen für Ungeimpfte gerechtfertigt? 

Um das zunehmende Infektionsgeschehen unter Kontrolle zu bringen, könnten bald strengere Corona-Maßnahmen gelten. Bundeskanzlerin Angela Merkel soll sich dafür ausgesprochen haben, dass neue Einschränkungen vor allem für Ungeimpfte gelten sollen.

Patient:innen sitzen im Wartezimmer
Service 2G in Praxis: Arzt behandelt nur noch Geimpfte und Genesene

 

Merkel: Verschärfungen bei 2G?

Aktuell gilt vielerorts die 2G-Regel, die festlegt, dass lediglich geimpfte oder von Corona genesene Personen Zugang zu den Innenbereichen von Restaurants, Bars, Clubs sowie anderen Kultur- und Freizeiteinrichtungen haben. 

Wie "t-online" nun aus CDU-Parteikreisen erfahren haben will, hat sich Angela Merkel für eine Verschärfung von 2G ausgesprochen. Die scheidende Bundeskanzlerin soll gefordert haben, Einschränkungen, die über das 2G-Modell hinausgehen, ins Auge zu fassen. 

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Welche Einschränkungen dies im Einzelnen sein könnten, ist bisher nicht bekannt. Auch die Pflicht zu täglichen Corona-Tests am Arbeitsplatz für Ungeimpfte soll angedacht werden. Gesundheitsminister Jens Spahn habe sich dafür ausgesprochen, heißt es in dem Bericht. 

 

Bundesländer setzen strengere Maßnahmen um 

Zeitgleich mit Merkels Forderung nach weitreichenden Einschränkungen für Ungeimpfte gelten inzwischen in immer mehr Bundesländern strengere Corona-Maßnahmen. Sachsen hat eine flächendeckende 2G-Regelung ausgerufen, in Bayern müssen enge Kontaktpersonen von Corona-Positiven ab sofort sieben statt fünf Tage in Quarantäne – auch, wenn sie geimpft oder genesen sind. 

Illustration steigender Corona-Zahlen
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In Baden-Württemberg müssen Umgeimpfte ab heute (3. November) einen PCR-Test vorweisen, wenn sie bestimmte Freizeitaktivitäten in geschlossenen Räumen besuchen wollen. Pflicht ist das etwa in Restaurants, Kinos, Hallenbädern und Museen. Zusätzlich gelten für nicht geimpfte Personen wieder Kontaktbeschränkungen: Treffen sind ab sofort nur noch zwischen einem Haushalt und fünf weiteren Personen erlaubt.

 

Umfrage: Strengere Maßnahmen für Ungeimpfte gerechtfertigt? 

Angesichts steigender Corona-Zahlen ist die Mehrheit der Deutschen dafür, Einschränkungen für Ungeimpfte auszusprechen. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für die "Augsburger Allgemeine" stimmten 68 Prozent der Befragten dafür, dass die Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte aufgrund der steigenden Infektionszahlen verschärft werden sollen.

3G-Regel Schild
Service 3G-Regel in der Arztpraxis: Ist das erlaubt?

Diese 68% lassen sich noch einmal in zwei Gruppen teilen. 56% sind der Meinung, dass die geltenden Maßnahmen für Ungeimpfte "auf jeden Fall" verschärft werden sollten. 12% setzten ihr Kreuz bei "Eher ja". 24% der Befragten sind der Meinung, dass Ungeimpfte "auf keinen Fall" unter strengeren Maßnahmen leiden sollten. 4% kreuzten "Eher nein" an. Für die Umfrage wurden vom 28.10.2021 bis 02.11.2021 die Antworten von 5.042 Teilnehmenden aus Deutschland berücksichtigt. Ob der Quasi-Lockdown für Ungeimpfte wirklich kommt, wird sich bald zeigen.

Quellen:

Merkel will starke Einschränkungen für Ungeimpfte, in: t-online.de

Zwei Drittel der Deutschen fordern strengere Corona-Regeln für Ungeimpfte, in: augsburger-allgemeine.de

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