Mehr als 200 Corona-Tote in Deutschland, ganze Ortsteile in Quarantäne

Verena Elson Medizinredakteurin

Die Corona-Fallzahl in Deutschland steigt weiter an, inzwischen gibt es mehr als 200 Tote. In einer Stadt in Sachsen-Anhalt hat sich die Lage so zugespitzt, dass ganze Ortsteile unter Quarantäne gestellt wurden. Die Bundesregierung hat derweil ein milliardenschweres Hilfspaket für Unternehmen beschlossen, um die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise einzudämmen.

 

+++26.3.: Zwei Ortsteile in Sachsen-Anhalt unter Quarantäne+++

In der Stadt Jessen in Sachsen-Anhalt stehen ab Donnerstagmorgen um sieben Uhr die Ortsteile Jessen und Schweinitz unter Quarantäne, wie ein Sprecher des Landkreises Wittenberg mitteilte.

Der Grund für die Maßnahme ist die Situation in einem Pflegeheim, in dem seit Anfang der Woche bei fünf Mitarbeitern und elf Bewohnern Corona-Tests positiv ausgefallen sind.  

Die Bewohner dürfen das Haus nur noch verlassen „um sich auf kürzestem Wege etwas zu Essen zu holen oder in die Apotheke zu gehen“.

#GemeinsamZuhause-Newsletter

Auch wir und unsere Kolleg*innen von Bauer Media arbeiten im Homeoffice und stellen unseren Alltag entsprechend um. Deshalb haben wir uns zusammengeschlossen, um mit all unseren Infos, Tipps, Rezepten und Ideen Ihr Leben jetzt einfacher und angenehmer zu machen. Bei Interesse einfach hier für unseren #GemeinsamZuhause-Newsletter anmelden. Er wird jeden Montag und Donnerstag verschickt.

 

+++Mehr als 200 Todesopfer durch Corona in Deutschland+++

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore meldet für Deutschland inzwischen 37.323 Corona-Fälle und 206 Todesopfer. Dem Robert-Koch-Institut (RKI) liegen Meldungen über 31.554 bestätigte Krankheitsfälle und 149 Tote in der Bundesrepublik vor. Und auch immer mehr junge Menschen sind mit Corona infiziert. Aus Sicht von RKI-Chef Lothar Wieler ist es noch zu früh um einschätzen zu können, ob die derzeitigen Einschränkungen für die Bevölkerung die gewünschte Wirkung zeigen.

 

+++Milliardenschweres Hilfspaket für Unternehmen beschlossen+++

Die Bundesregierung hat am Mittwoch einen Rettungsfonds für große Unternehmen beschlossen, die unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise zu leiden haben – soll ein Volumen von 600 Milliarden Euro umfassen. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) sprach von einem „beispiellosen Hilfspaket“.

Der Anteil für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige aus dem Hilfspaket soll bis zu 50 Milliarden Euro betragen. Mittelständler sollen Kredite und Bürgschaften erhalten.

 

+++Hilfe für in finanzielle Not geratene Privatpersonen+++

Auch für Privatpersonen wurden Hilfen beschlossen: So dürfen Vermieter ihren Mietern laut den aktuellen Beschlüssen nicht mehr kündigen, wenn diese ihre Miete aufgrund der Corona-Krise nicht mehr zahlen können. Von der Corona-Krise finanziell betroffene Familien sollen leichter Kinderzuschlag bekommen. Auch der Zugang zu Hartz IV wird erleichtert: Für sechs Monate werden sowohl die Vermögensprüfung als auch die Prüfung der Höhe der Wohnungsmiete ausgesetzt.

Eine Frau mit besorgtem Blick geht spazieren.
Service Corona: Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr im Freien wirklich?

 

+++23.3.Bundeweites Kontaktverbot+++

Nach telefonischen Beratungen am Sonntagnachmittag entschieden sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder gegen eine bundesweite Ausgangssperre als Maßnahme zur Eindämmung des Coronavirus. Stattdessen gilt ein umfassendes Kontaktverbot für die Deutschen. Es beinhaltet folgende Punkte, die mindestens für zwei Wochen gelten sollen:

  • Treffen von mehr als zwei Personen in der Öffentlichkeit sind verboten
  • Bundesbürger sollen die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduzieren
  • Im öffentlichen Raum soll ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Personen eingehalten werden
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur allein, zu zweit oder mit Mitgliedern des eigenen Haushalts erlaubt
  • Feiern in Gruppen sind untersagt, auch im privaten Bereich
  • Gastronomiebetriebe müssen schließen
  • Betriebe, die Dienstleistungen im Bereich der Körperpflege anbieten (z.B. Friseur) müssen schließen; eine Ausnahme gilt für medizinisch notwendige Dienstleistungen

Weiterhin erlaubt bleibt Bewegung an der frischen Luft (unter den oben genannten Bedingungen), der Weg zur Arbeit und zur Kindernotbetreuung sowie die Teilnahme an erforderlichen Terminen.

Sportliche Frau hält sich das Knie
Fitness Fitness-Apps kostenlos: Diese Angebote sind jetzt gratis

Das droht bei Verstößen gegen das Kontaktverbot

Wer sich nicht an die neuen Regeln hält und von der Polizei oder dem Ordnungsamt erwischt wird, muss mit Geldstrafen von bis zu 25.000€ und sogar einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren rechnen. ARD-Rechtsexperte Frank Bräutigam wies in den "Tagesthemen" allerdings darauf hin, dass die Verstöße vermutlich von Fall zu Fall entschieden werden. So betonte er, dass jemand, der noch nichts von dem Kontaktverbot weiß, nicht vorbestraft ist und "Aus Versehen" mit mehr als einer Person in der Öffentlichkeit Kontakt hat, wohl geringer bestraft werde als Veranstalter sogenannter Corona-Partys. Wer vorsätzlich gegen das Kontaktverbot verstößt und Veranstaltungen mit vielen Menschen durchführt, wo es im schlimmsten Fall sogar zu einer Verbreitung des Virus kommt und dies nachgewiesen werden kann, könnte die ganze Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Es könne dann als abschreckendes Beispiel dienen.

Frau verwendet Desinfektionsmittel.
Service Statt Desinfektionsmittel: Diese 3 günstigen Alternativen gibt es

 

+++Bundeskanzlerin Merkel in Quarantäne+++

Nach ihrem Presseauftritt am Sonntagabend wurde Merkel Medienberichten zufolge informiert, dass ein Arzt, mit dem sie am Freitagnachmittag Kontakt hatte, inzwischen positiv auf das Coronavirus getestst wurde. Dieser hatte bei ihr eine Pneumokokken-Impfung vorgenommen. Daraufhin begab sich die Kanzlerin unverzüglich in häusliche Quarantäne und wird von nun an zunächst von zu Hause aus arbeiten. In den nächsten Tagen soll sie wiederholt auf das Coronavirus getestet werden.

Hände werden mit ausreichend Seife gewaschen.
Selbstbehandlung Hände waschen: Das sind die 5 häufigsten Fehler

 

+++Corona-Fallzahlen scheinen langsamer zu steigen+++

Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Sonntag 18.601 Corona-Infizierte in Deutschland, das sind 1948 mehr als am Vortag. Damit wäre die Zahl der Neuansteckungen bereits den vierten Tag rückläufig – am Vortag hatte es noch 2.705 Neuinfektionen gegeben. Doch das RKI warnt vor voreiligen Schlüssen: Nicht alle Gesundheitsämter hätten am Wochenende ihre Zahlen übermittelt. Es ist also damit zu rechnen, dass die Zahlen noch nach oben korrigiert werden. Laut RKI gibt es bisher 55 Corona-Tote in Deutschland.

Die Johns-Hopkins-Universität in Baltimore, die Daten aus verschiedenen Quellen direkt auswertet, verzeichnet inzwischen 24.873 Corona-Fälle und 94 Todesfälle in Deutschland.

 

+++20.3. Eingeschränkte Ausgangssperre in Freiburg+++

Mit Freiburg verhängt die erste deutsche Großstadt im Zuge der Corona-Krise eine Ausgangssperre, wenn auch eine eingeschränkte. Ab dem 21. März gilt für zwei Wochen ein Betretungsverbot für öffentliche Orte in Freiburg. Als Begründung wurde die dramatische Lage in der angrenzenden Region Grand-Est in Frankreich genannt.

Konkret bedeutet die Ausgangssperre für die Freiburger Bürger, dass sie ihre Wohnung ab Samstag nur noch zum Einkaufen, zum Arbeiten, für Arztbesuche sowie für Sport im Freien verlassen dürfen und das nur allein, zu zweit oder mit anderen in ihrem Haushalt lebenden Personen. Dabei muss ein Mindestabstand von 1,50 Metern zu allen anderen Menschen eingehalten werden.

Eine Frau sitzt zu Hause auf dem Boden und hört Musik mit ihrem Smartphone
Selbsttests Coronavirus-Selbsttest: Verhalte ich mich richtig?

 

+++Weitere Ausgangssperren in Bayern+++

Derweil wurden in zwei weiteren bayerischen Kommunen Augangssperren verhängt, beide im oberfränkischen Landkreis Wunsiedel, in dem auch Mitterteich liegt – in der Gemeinde wurde am Mittwoch die erste Ausgangssperre im Zuge der Corona-Krise in Deutschland verhängt. Seit gestern gilt die Ausgangssperre auch in den Ortsteilen Neuhaus und Fischern des Gemeindegebiets Schirnding.

 

+++In Leverkusen Verbot von Treffen im Freien+++

Leverkusen hat als erste Stadt in NRW ein Verbot ähnlich einer Ausgangssperre verhängt: „Zusammenkünfte von zwei oder mehr Personen unter freiem Himmel“ sind demnach ab sofort untersagt. Die Ausnahme sind Personen, die zusammen in einem Haushalt leben.

Eine Frau sitzt im Homeoffice.
Geist & Psyche Homeoffice wegen Corona: Die 5 besten Tipps für den neuen Alltag

 

+++Beratungen über bundesweite Ausgangssperre+++

Inzwischen gibt es auch Diskussionen über eine bundesweite Ausgangssperre. Der Hintergrund ist, dass sich viele Deutsche nicht an die seit Anfang der Woche geltenden Regeln halten und sich beispielsweise weiterhin in Gruppen an öffentlichen Plätzen aufhalten. Am Sonntag soll es eine Telefonkonferenz mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und den Ministerpräsidenten der Länder geben, in denen die Umsetzung strengerer Maßnahmen beraten wird.

 

+++Mehr als 15.000 Corona-Fälle in Deutschland+++

Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität gibt es inzwischen mehr als 15.300 Corona-Fälle in der Bundesrepublik. Medienberichten zufolge gibt es 47 Todesopfer in Deutschland. 113 Deutsche sind inzwischen wieder genesen.

Mann mit vollem Einkaufswagen im Supermarkt
Service Corona-Schutz im Supermarkt: 6 Tipps gegen Virenfallen

 

+++19.3. Erste Ausgangssperre innerhalb Deutschlands+++

Für Mitterteich im Landkreis Tirschenreuth in der Oberpfalz wurde eine Ausgangssperre verhängt. Die bayrische Stadt ist die erste in Deutschland, in der diese Maßnahme umgesetzt wurde. Damit reagierte das Landesratsamt Tirschenreuth auf den rasanten Anstieg der Infektionen in der Region. Bisher sind dort 40 COVID-19-Fälle bekannt. Bei sieben Personen ist der Verlauf so schwer, dass sie künstlich beatmet werden müssen.

Die Ausgangssperre soll zunächst bis zum 2. April gelten.

 

+++Der Norden grenzt sich ab+++

Die Landesregierung Schleswig-Holsteins schließt das Bundesland für Touristen. Das gilt auch für Hamburger Tagestouristen, die einen Tagesausflug an die Küste unternehmen wollen. „Reisen aus touristischem Anlass in das Gebiet des Landes Schleswig-Holstein werden ab morgen untersagt. Das kann kontrolliert und ordnungsrechtlich durchgesetzt werden", betonte Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) die strengen Maßnahmen.

Auch die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns sperrt das Bundesland für Touristen. Bis heute (19.3.) müssen alle Touristen Mecklenburg-Vorpommern verlassen.

 

+++Merkel appelliert in Fernsehansprache an die Bürger+++

Bundeskanzlerin Merkel (CDU) hat gestern (18.3.) eine Fernsehansprache an die Bürger gehalten – abgesehen von der traditionellen Neujahrsansprache die erste in ihrer 15-jährigen Amtszeit. Darin betonte sie, dass es sich bei der Corona-Krise um die größte Herausforderung für die deutsche Bevölkerung seit dem zweiten Weltkrieg handele.

Merkel hob vor allem die Wichtigkeit von Social Distancing hervor: „Wir müssen aus Rücksicht voneinander Abstand halten.“ Zudem betonte die Bundeskanzlerin, dass die Grundversorgung der deutschen Bevölkerung gesichert sei und appellierte an die Solidarität: „Vorratshaltung ist sinnvoll, war es im Übrigen immer schon. Aber mit Maß. Hamstern, als werde es nie wieder etwas geben, ist sinnlos und letztlich vollkommen unsolidarisch.“

Zudem versprach Merkel, die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft weitestgehend klein zu halten und Arbeitsplätze zu sichern: „Wir können und werden alles einsetzen, was es braucht, um unseren Unternehmern und Arbeitnehmern durch diese schwere Prüfung zu helfen.“

Ob es bald weitere Maßnahmen als Reaktion auf den rasanten Anstieg an Corona-Infektionen in Deutschland gibt, ließ die Bundeskanzlerin offen.

 

+++Mehr als 12.000 Infizierte in Deutschland+++

Mehr als 12.000 Menschen in Deutschland sind bisher mit dem Coronavirus infiziert. 31 Personen sind bisher daran gestorben. 105 Menschen sind inzwischen wieder gesund.

+++18.3. EU-weite Maßnahmen zur Einschränkung des Coronavirus+++

Auf einer Videokonferenz haben Staats- und Regierungschefs der EU beschlossen, keine Nicht-EU-Bürger mehr in die EU zu lassen. Für die Deutschen gilt außerdem eine weltweite Reisewarnung. Derweil kämpfen einige Regionen in Deutschland mit der rasanten Verbreitung des Coronavirus. Insgesamt wurden inzwischen 7.156 bestätigte Corona-Fälle in Deutschland gemeldet, es gibt zwölf Todesfälle.

Ein junger Mann skyped mit seinem Vater
Krankheiten & Behandlung Social Distancing in Corona-Zeiten: Was es wirklich bedeutet

 

+++Sofortiges Einreiseverbot für Nicht-EU-Bürger+++

Ab sofort dürfen Menschen aus Nicht-EU-Ländern nicht mehr nach Deutschland und in die meisten anderen EU-Staaten einreisen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag nach einem Videogipfel mit den Staats- und Regierungschefs der EU mitteilte. Die Einreisesperre werde sofort umgesetzt und gelte zunächst für 30 Tage.

EU-Bürger sowie Staatsangehörige der europäischen Staaten Großbritannien, Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz dürfen weiterhin durch Deutschland durchreisen.

Die Beschränkungen gelten für den Reiseverkehr von Schiffen und Flugzeugen – der Warenverkehr ist nicht betroffen, wie Merkel ausdrücklich betonte. Man rechne ohnehin mit „ernsten, sehr ernsten Folgen“ für die Wirtschaft. Die EU-Staatschefs sagten der europäischen Wirtschaft darum zu, zu tun, „was immer nötig ist“, um die Wirtschaft zu unterstützen.

 

+++Katastrophenfall in Halle ausgerufen+++

Wegen der Ausbreitung des Coronavirus hat die Stadt Halle den Katastrophenfall ausgerufen. Die Corona-Fälle in Halle haben sich deutlich erhöht, die Zahl der Infizierten liegt nun bei 27. Eine der Erkrankten ist Mitarbeiterin in einer Klinik, sodass eine gesamte Station des Krankenhauses unter Quarantäne gestellt werden musste.

 

+++Weltweite Reisewarnung für Deutsche+++

Derweil hat die Bundesregierung wegen der Corona-Pandemie eine weltweite Reisewarnung für nicht notwendige, touristische Reisen ausgesprochen. Das Auswärtige Amt hat außerdem eine Rückholaktion für deutsche Urlauber aus dem Ausland gestartet. Das betrifft beispielsweise Urlauber in der Dominikanischen Republik, Marokko, Ägypten, den Malediven und den Philippinen.

Eine Frau puutzt sich die Nase
NEWS Corona oder Allergie: So unterscheiden sich die Symptome
 

+++17.3. Neue Corona-Maßnahmen der Bundesregierung+++

Mit neuen Regeln will die Bundesregierung die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen. Die Verbote schränken den Alltag der Bürger immer mehr ein.

Welche neuen Verbote gibt es?

Die Bundesregierung hat im Zuge der Coronakrise neue Verbote verhängt. So sollen keine Reisen mehr unternommen werden – das gilt nicht nur für Auslandsreisen, sondern auch für Reisen innerhalb Deutschlands. Zudem soll nach und nach ein Großteil der Geschäfte geschlossen werden und es dürfen keine Gottesdienste mehr stattfinden. Restaurants und Cafés dürfen nur noch von sechs bis 18 Uhr geöffnet werden. Auch Spielplätze sind ab sofort tabu.

Hotels und Pensionen ist es nicht mehr erlaubt, Zimmer zwecks touristischer Übernachtung zu vermieten. Nur noch im Notfall dürfen sie Gäste empfangen.

Kranke Frau liegt erschöpft auf dem Sofa
Krankheiten & Behandlung Coronavirus: Dieses Hausmittel hilft bei leichten Symptomen

Was ist noch erlaubt?

Bisher gibt es noch keine bundesweite Ausgangssperre. Das bedeutet, die Bürger dürfen sich nach wie vor frei auf der Straße bewegen. Allerdings appelliert die Bundesregierung an die Bürger, direkte soziale Kontakte weitestgehend einzustellen. Geschäfte des täglichen Bedarfs sind weiterhin geöffnet.

Geöffnet bleiben dürfen:

  • Supermärkte
  • Getränkemärkte
  • Wochenmärkte
  • Liefer- und Abholdienste
  • Apotheken
  • Drogerien
  • Sanitätshäuser
  • Baumärkte
  • Tierbedarfsmärkte
  • Tankstellen
  • Poststellen
  • Banken und Sparkassen
  • Friseure
  • Reinigungen
  • Waschsalons
  • Zeitungsverkauf
  • Großhandel

Ob die Lage sich noch weiter zuspitzen wird, ist noch unklar: Es ist durchaus möglich, dass die Bundesregierung in den nächsten Tagen weitere Verbote erlassen wird, um die Ausbreitung des Coronavirus weiter einzudämmen.

Ein positiver Test auf das Coronavirus.
Krankheiten & Behandlung Coronavirus-Symptome: Der Unterschied zu Grippe und Erkältung

+++ 16.3. Diese Regeln gelten in Deutschland+++

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, wurden mehrere Maßnahmen unternommen. Das Wichtigste über die neuen Regeln in Deutschland.

Grenzschließungen als Maßnahme zur Einschränkung der Corona-Pandemie

Seit heute Morgen (16.3.) sind die Grenzen zwischen Deutschland und mehreren Nachbarländern geschlossen.

Grenzkontrollen werden an den Übergängen zu Österreich, der Schweiz, Frankreich, Luxemburg und Dänemark durchgeführt. Damit will die Bundesregierung die Ausbreitung des Virus eindämmen. „Dazu müssen nicht nur Veranstaltungen und soziale Kontakte, sondern auch Reisebewegungen eingeschränkt werden“, kommentierte Innenminister Seehofer (CSU) die Maßnahme.

Bayern will Katastrophenfall ausrufen

Als erstes Bundesland will Bayern den Katastrophenfall ausrufen, wie Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ankündigte.

Ab dem 18.3. dürfen in dem Bundesland nur noch Apotheken, Lebensmittelgeschäfte, Drogerien und Tankstellen geöffnet bleiben. In Altenheimen und Krankenhäusern gilt ein beschränktes Besuchsrecht. Nur noch ein Besucher pro Patient ist pro Tag erlaubt. Eine Ausgangssperre soll vorerst nicht verhängt werden.

Frau auf der Couch in häuslicher Quarantäne.
Service Häusliche Quarantäne: Darauf muss jeder achten

Einschränkung des öffentlichen Lebens in Großstädten

Nach Berlin hat jetzt auch Hamburg reagiert und massive Einschränkungen des öffentlichen Lebens unternommen. Alle Einrichtungen, an denen viele Menschen zusammenkommen, dürfen nicht mehr öffnen. Das gilt beispielsweise für Clubs, Bars, Schwimmbäder und Fitnessstudios. Auch Museen und Theater bleiben geschlossen. Private Veranstaltungen dürfen noch bis zu einer Anzahl von 100 Personen stattfinden. Allerdings empfiehlt die Gesundheitsbehörde, auch private Veranstaltungen zu verschieben. Lediglich Restaurants, die einen Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen haben, dürfen geöffnet bleiben.

Inseln in Schleswig-Holstein werden abgeriegelt

Die Inseln in Schleswig-Holstein haben ein Einreiseverbot für Touristen verhängt. Die Landesregierung reagiert mit dem Verbot auf die eingeschränkte gesundheitliche Versorgung auf den Inseln. Dort könne nicht gewährleistet werden, dass es genügend Krankenhausbetten gäbe, falls es zu einer hohen Anzahl an Infizierten komme.

Schulen und Kitas in allen Bundesländern geschlossen

In allen Bundesländern bleiben die Schulen und Kitas ab heute geschlossen. Für Kinder von Eltern mit systemrkitischen Berufen wie medizinischem Personal, Polizei, Feuerwehr und Fahrern von Verkehrsmitteln des öffentlichen Nahverkehrs, wird eine Notbetreuung eingerichtet.

 

+++13.03. Schulschließungen wegen Coronavirus+++

Das Saarland hat in der Nacht als erstes die Schließungen aller Kitas und Schulen ab Montag aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus bekanntgegeben – Bayern folgte kurz darauf. In beiden Bundesländern sollen die Schulen und Kitas zunächst bis Ende der Osterferien geschlossen bleiben. Berlin hat angekündigt, den Schul- und Kitabetrieb schrittweise einzustellen. Niedersachsen zieht jetzt auch nach – ab Montag bleiben Schulen und Kitas dort zunächst für zwei Wochen geschlossen. Auch in Rheinland-Pfalz soll dem SWR zufolge am Nachmittag die Schließung der Schulen und Kitas ab Montag beschlossen werden.

In Schleswig-Holstein kommt die Landesregierung am späten Nachmittag zu einer Sondersitzung zusammen, auf der für oder gegen Schulschließungen entschieden werden soll. In Hamburg forderten Eltern die Schließung der Schulen nach den Hamburger Frühjahrsferien; als Begründung nannten sie unzureichende Hygienestandards in den Schulen.

Wie Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher auf einer Pressekonferenz um 14:30 Uhr verlauten ließ, bleiben Hochschulen, Schulen und Kitas ab Montag auch in der Hansestadt bis auf Weiteres geschlossen. Diese Maßnahme wurde zuvor in einer Sondersitzung des Hamburger Senats beschlossen. Laut Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks soll die Schließung der Schulen bis zum 29.03. dauern.

In Mecklenburg-Vorpommern werden ab Montag die Schulen und Kindergärten in Rostock und im Landkreis Ludwigslust-Parchim geschlossen. Baden-Württemberg schließt ab Dienstag alle Schulen und Kitas bis zum Ende der Osterferien. In Hessen ist bislang nur die Schließung von Kitas im Rheingau-Taunus-Kreis geplan, jedoch berät die Landesregierung heute in einer Sondersitzung über weitere Maßnahmen. Auch in Nordrhein-Westfalen bleiben die Schulen und Kitas ab Montag vorerst geschlossen.

 

Nähe zu Risikogebieten

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) begründete die Entscheidung mit der unmittelbaren Nähe des Saarlands zu Luxemburg und Frankreich mit dem an Deutschland grenzenden Risikogebiet Grand Est. Er versicherte, es werde eine Notbetreuung für Familien eingerichtet.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) forderte zudem, Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern abzusagen und kündigte eine „massive“ Einschränkung des Besuchsrechts in Krankenhäusern und Pflegeheimen an, mit dem Ziel, besonders gefährdete Menschen zu schützen.

In Bayern gibt es inzwischen 500 bestätigte Corona-Fälle, im Saarland 14. In ganz Deutschland hat sich die Zahl auf 2.369 erhöht, bisher gab es fünf Todesfälle in der Bundesrepublik.

 

+++RKI-Vizechef Lars Schaade fordert Solidarität mit Älteren+++

In einer Pressekonferenz zum Coronavirus rief RKI-Vizepräsident Lars Schaade die Bevölkerung zu mehr Solidarität mit Älteren und anderen Menschen in Corona-Risikogruppen auf. Er höre zurzeit immer wieder von jungen Menschen, dass das Virus sie nichts angehe und für sie harmlos sei. Doch es gebe auch schwere Verläufe bei jungen und gesunden Menschen, darunter auch Todesfälle, das zeigten Erfahrungen aus anderen Ländern. Zudem sollten sich Jüngere solidarisch gegenüber Älteren zeigen. Das heißt: Mitwirken an dem gemeinsamen Ziel, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, indem man Hygieneregeln einhält und Zusammenkünfte vieler Menschen meidet.

 

WHO erklärt Coronavirus-Ausbruch zur Pandemie: Was bedeutet das?

Am Mittwoch hatte die WHO den Coronavirus-Ausbruch als Pandemie eingestuft. Schaade ordnete diese Einstufung auf der Pressekonferenz ein: Sie sei kein Grund, jetzt mehr Ängste oder Sorgen zu haben, aber ein weiterer Anlass, sich an die Empfehlungen der WHO und des RKI zu halten. An dem grundsätzlichen Vorgehen ändere diese Einschätzung nichts, die WHO bemühe sich weiterhin um die Eindämmung des Virus.

Aktuell gibt es in Deutschland 1.567 bestätigte Corona-Fälle – drei Menschen sind in der Bundesrepublik an dem Virus gestorben.

 

+++Coronavirus-Pressekonferenz: Angela Merkel tritt erstmals vor die Presse+++

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, äußerten sich am Mittwochvormittag in einer live übertragenen Pressekonferenz zur Corona-Krise in Deutschland.

„Das Virus ist in Europa angelangt, es ist da. Das müssen wir alle verstehen“, sagte Merkel in der Bundespressekonferenz. Zunächst berichtete sie über die Ergebnisse der Videokonferenz des Europäischen Rats am Dienstagabend. Alle europäischen Länder seien inzwischen von dem Coronavirus betroffen. In gemeinsam abgestimmten Maßnahmen ginge es nun vor allem darum, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen und sicherzustellen, dass kein Gesundheitssystem in Europa überfordert werde. Dafür werde die Europäische Kommission unter anderem einen Expertenkreis aus Virologen zusammenstellen.

RKI-Chef Lothar Wieler gab eine Einschätzung der Lage ab: „Wir sind am Anfang einer Epidemie. Wir wissen, dass es sich um ein pandemisches Virus handelt, also um ein Virus, das 60 bis 70 Prozent Bevölkerung infizieren wird. Je länger das dauert, desto besser.“ Denn: Je mehr Menschen gleichzeitig infiziert sind und behandelt werden müssen, desto schneller wird das Gesundheitssystem überfordert. Verteilt sich die Anzahl der Erkrankten über mehrere Monate oder Jahre, ist die Versorgung der einzelnen Kranken und Schwerkranken besser gesichert.

So legten alle drei Sprecher den Fokus auf die Wichtigkeit, alles zu tun, um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. „Es geht um das Gewinnen von Zeit“, so Merkel. Auch Gesundheitminister Jens Spahn betonte diesen Punkt: „Je langsamer sich das Virus in Deutschland ausbreitet, desto besser kann das Gesundheitssystem damit umgehen.“ In diesem Zug verteidigte er auch die Empfehlung, Großveranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmern abzusagen.

Eine Spritze wird mit einem Impfstoff gefüllt
Information Coronavirus: Schützt eine Pneumokokken-Impfung wirklich?

 

Aufruf zu Rücksicht und Solidarität

Wieler rief zudem zu Rücksicht und Solidarität in der Gesellschaft mit jenen Mitbürgern auf, die durch das Virus besonders gefähdet sind, also ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen: „Es muss unser Ziel sein, diese Gruppen besonders zu schützen.“ Auch Spahn betonte diesen Aspekt: In 80 Prozent der Fälle verlaufe das Virus mit milden oder gar keinen Symptomen. Dennoch können diese Infizierten das Virus weitertragen – eben auch an alte und kranke Menschen, bei denen ein schwerer Krankheitsverlauf deutlich wahrscheinlicher ist.

Der Gesundheitsminister appellierte in diesem Zusammenhang an das Verantwortungsbewusstsein der Bürger; alle sollten bereit sein, „auf ein Stück Alltag zu verzichten“, um diese Personen zu schützen. Das beinhalte, sich besonnen zu verhalten und sich zu fragen, ob der Besuch von Zusammenkünften größerer Gruppen wie beispielsweise Club-, Konzert- oder Kinobesuche in den nächsten Monaten wirklich notwendig seien.

Menschenmenge
Information Coronavirus: In diesen Bundesländern gilt ein Veranstaltungsverbot

 

Was verbirgt sich hinter dem neuen Coronavirus?

Das neuartige Coronavirus trägt den Namen 2019-nCoV und gehört zur Gruppe der Coronaviren. Diese verdanken ihren Namen der sie umgebenden Struktur, die an die Zacken einer Krone erinnert. Das Virus kann Symptome wie Husten, Fieber und Atembeschwerden bis zu schweren Lungenentzündungen auslösen. Experten vergleichen das Virus häufig mit dem SARS-Erreger, an dem in den Jahren 2002 und 2003 weltweit 8.096 Menschen erkrankten und 774 starben.

2019-nCoV sprang Ende Dezember 2019 vermutlich auf einem Tiermarkt in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan von Tieren auf Menschen über. Das Virus kann durch Tröpfcheninfektionen übertragen werden. Am wahrscheinlichsten wird die Infektion bei einem längeren persönlichen Kontakt, etwa einem 15-minütigen Gespräch. Die Inkubationszeit beträgt ein bis 14 Tage. Der beste Schutz vor einer Ansteckung ist regelmäßiges Händewaschen – ein Mundschutz ist aus Expertensicht weder notwendig noch sinnvoll.

 

+++ Erste zwei Todesfälle innerhalb Deutschlands+++

In Deutschland sind die ersten zwei Personen durch das Coronavirus gestorben. Es handelt sich um eine 89-jährige Frau und einen 78-jährigen Mann aus Nordrhein-Westfalen, das von allen Bundesländern am stärksten vom Coronavirus betroffen ist.

Die 89-jährige Frau stammt aus Essen und starb an einer Lungenentzündung, die als Folge der Coronavirus-Infektion aufgetreten war.

Der 78-jährige Mann stammt aus Gangelt, welches sich im Kreis Heinsberg befindet. In dieser Region gibt es besonders viele Coronavirus-Infektionen. Der Mann soll an Diabetes und Herzproblemen gelitten haben und nach der Infektion mit dem Virus an Herzversagen gestorben sein.

Am Sonntag (8.3.) starb bereits ein Feuerwehrmann aus Norddeutschland während einer Ägyptenreise an der Virus-Infektion. Insgesamt sind somit drei Deutsche an den Folgen des Coronavirus gestorben.

Die Anzahl an infizierten Personen in Deutschland ist inzwischen auf 1.139 bestätigte Fälle gestiegen. Etwa die Hälfte der Fälle stammt aus Nordrhein-Westfalen.

Ein Arzt hält ein Wattestäbchen mit einer Speichelprobe in der Hand
NEWS Coronavirus-Test: Wie funktioniert er und wer übernimmt die Kosten?

 

+++Erster Deutscher in Ägypten am Coronavirus gestorben+++

Bei dem ersten Deutschen, der am Coronavirus gestorben ist, handelt es sich um einen 59 Jahre alten Mann aus Schleswig-Holstein. Der Mann ist vor einer Woche nach Ägypten gereist und verstarb in Hurghada am Roten Meer. Er soll am Freitag (6.3.) mit Fieber in ein Krankenhaus eingeliefert und positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden sein. Der Mann soll sich geweigert haben, in ein anderes Krankenhaus verlegt zu werden. Am Sonntag (9.3.) verstarb er auf der Intensivstation.

Bisher ist unklar, wie sich der Mann mit dem Virus infiziert hat. Es handelt sich nicht nur um den ersten Deutschen, der am Coronavirus gestorben ist, sondern zugleich den ersten bekannten Todesfall im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 auf dem afrikanischen Kontinent.

In Deutschland sind mittlerweile mehr als 900 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Gesundheitsminister Spahn rät dazu, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern abzusagen.

Helfen Mundschutz und Desinfektionsmittel wirklich gegen Viren?
Selbstbehandlung Desinfektionsmittel oder Mundschutz? Was hilft wirklich gegen Viren?

 

+++Erste bestätigte Fälle in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland+++

Auch Mecklenburg-Vorpommern und das Saarland haben inzwischen Coronavirus-Fälle gemeldet: Damit ist Sachsen-Anhalt das letzte Bundesland ohne Infizierte. Insgesamt gibt es inzwischen knapp 200 gemeldete Infektionen in Deutschland – viele der Patienten sind schon wieder gesund.

Die tatsächliche Zahl der Infektionen dürfte etwas höher liegen, weil einige Nachweise noch ausstehen. NRW ist mit mindestens 103 Fällen weiterhin das Bundesland mit den meisten Infizierten.

Das ist der Unterschied zwischen einer Pandemie und einer Epidemie.
Krankheiten & Behandlung Pandemie und Epidemie: Das ist der Unterschied

 

+++Noch drei Bundesländer ohne Coronavirus-Fall+++

Das Coronavirus breitet sich weiter in der Bundesrepublik aus. In Sachsen gibt es jetzt auch einen ersten Fall: Der 59 Jahre alte Mann war mit einer Reisegruppe in Italien gewesen. Auch in Brandenburg und Thüringen gibt es inzwischen bestätigte Coronavirus-Fälle. Damit sind das Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt die einzigen Bundesländer, in denen es bisher keine Infizierten gibt.

Aus Berlin wurde derweil ein weiterer Coronavirus-Fall bekannt: Ein Lehrer, der mit zwei Gruppen von 74 Schülern und sechs Lehrern auf einer Ski-Reise in Italien war, entwickelte nach seiner Rückkehr Symptome. Die Emanuel-Lasker-Oberschule in Friedrichshain, an der er unterrichtet, bleibt darum bis auf weiteres geschlossen.

Insgesamt gibt es etwa 170 bestätigte Coronavirus-Infektionen in Deutschland, die meisten (ca. 90) in NRW. Die allermeisten deutschen Patienten haben leichte oder gar keine Symptome. Bei rund 15 Prozent der Patienten zeigt die Erkrankung einen schweren Verlauf mit Lungenentzündung oder Atemproblemen.

 

+++Erster bestätigter Coronavirus-Fall in Berlin+++

Das Coronavirus hat auch Berlin erreicht. Bei dem ersten bestätigten Fall in der Hauptstadt handelt es sich um einen jungen Mann aus Berlin-Mitte. Laut Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci ist es möglich, dass sich der Patient bei seinen Eltern angesteckt hat, die aus Nordrhein-Westfalen stammen und ihren Sohn besucht haben. Die Eltern sind bereits wieder zu Hause und befinden sich in häuslicher Isolation. Sie weisen derzeit jedoch keine Symptome auf. Der Patient ist auf einer Station in der Charité isoliert, sein Zustand soll stabil sein

Insgesamt wurden bisher mehr als 130 Coronavirus-Fälle in Deutschland bestätigt. Derzeit wird über das mögliche Absagen von Großveranstaltungen diskutiert, was jedoch Ländersache ist.

 

+++Erster Coronavirus-Fall in Hamburg+++

Am Donnnerstagabend (27.2.) wurde der erste Coronavirus-Fall in Hamburg bestätigt. Es handelt sich um einen Arzt der Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Eppendorf. Der Mann war im italienischen Trentino im Urlaub war, das bisher nicht als Corona-Risikogebiet gilt. Am Sonntag kehrte der Mann zurück und ging am Montag wieder zur Arbeit. Als er am darauffolgenden Tag, Symptome des Virus feststellte, stellte er seine Arbeit ein. Am Donnerstag wurde er positiv auf den Erreger getestet. Der Mann soll im stabilen Zustand sein und sich derzeit in häuslicher Quarantäne befinden. Der Patient lebt nicht in Hamburg, sondern in Henstedt-Ulzburg, in Schleswig-Holstein.

Alle Personen, die mit dem Mitarbeiter des Universitätsklinikums in Kontakt geraten sind, dazu zählen Kollegen, aber auch Kinder und Eltern, die mit dem Mann in Kontakt waren, werden nun ebenfalls isoliert. Die Quarantäne der 50 Personen, mit denen der Mann Kontakt hatte, findet entweder im UKE oder bei einem stabilen Gesundheitszustand Zuhause statt und soll 14 Tage dauern.

 

+++Pressekonferenz von Spahn und Seehofer zum Coronavirus+++

Gesundheitsminister Spahn und Innenminister Seehofer haben bei der Bundespressekonferenz zum Coronavirus betont, dass es bisher nicht grundsätzlich eine Abriegelung ganzer Städte geben soll. Dadurch könne es schließlich auch Probleme bei der gesundheitlichen Versorgung geben und die Menschen werden zudem in ihrer Freiheit beschnitten. Die Gefahr von Großveranstaltungen müsse laut der Minister je nach Fall entschieden werden. So seien Großveranstaltungen in Bundesländern, in denen bereits Fälle bekannt sind, bisher gefährlicher als größere Menschenansammlungen in Bundesländern, in denen bisher keine Infektionen bekannt sind. Grundsätzlich seien alle einzelnen Bundesländer mit einem Pandemieplan ausgestattet und auch selbst für Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zuständig.

Spahn mahnte, dass Patienten, die mögliche Symptome des Corona-Virus' bei sich feststellen und ein akuter Verdacht besteht, keinesfalls zum Arzt gehen sollen, sondern den Hausarzt oder die Gesundheitsbehörde telefonisch kontaktieren sollen. Zudem beraten auch die Terminservicestellen unter 116117.

 

+++Coronavirus tödlicher als Grippe+++

Das neue Coronavirus ist laut Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI) tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterblichkeit bei dem Virus sei, ließe sich aber erst nach Ende der Epidemie abschätzen, so Dr. Lothar Wieler, Präsident des RKI. Während in Italien die Bevölkerung bereits vermehrt Hamstereinkäufe tätigt, gehen auch die Deutschen der Empfehlung nach, einen Notvorrat einzurichten.

 

+++Bundesregierung bildet Krisenstab+++

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht inzwischen von einer „neuen Qualität“ der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland. „Wir befinden uns am Beginn einer Corona-Epidemie“, sagte er in Berlin. Ein Grund für diese neue Situation ist, dass sich die Infektionskette der Erkrankten in NRW nicht mehr im Einzelnen nachvollziehen lässt – eine Isolierung aller Kontaktpersonen, wie sie bisher geschehen ist, ist also nicht mehr möglich. Angesichts der sich verschärfenden Lage hat die Bundesregierung einen Krisenstab aus Innenministerium und Gesundheitsministerium gebildet.

 

+++Neue Fälle in NRW und Baden-Württemberg+++

In NRW ist die Zahl der Infizierten auf sechs gestiegen: Bei dem Soldat der Flugbereitschaft in Köln-Wahn hat sich der Verdacht auf das Coronavirus bestätigt. Zudem sind eine Mitarbeiterin des schwerkranken 47-jährigen Patienten und deren Lebensgefährtin infiziert. Bei dem sechsten Patient handelt es sich um einen Arzt der Kliniken Maria Hilf in Mönchengladbach. Er hat sich wohl auf einer Karnevalsveranstaltung in Heinsberg angesteckt.

In Baden-Württemberg gibt es inzwischen vier Coronavirus-Fälle. Neben zwei Personen, die mit dem 25-jährigen Patienten aus dem Landkreis Göppingen Kontakt hatten, handelt es sich dabei um einen Mann aus Rottweil, der mit seiner Familie Urlaub in Italien gemacht hatte.

 

+++26.02.: Frau des schwerkranken NRW-Patienten ebenfalls infiziert+++

Inzwischen wurden drei weitere Fälle des Coronavirus in Deutschland bestätigt. Bei einer Patientin handelt es sich um die Ehefrau des schwerkranken Patienten aus NRW. Die Frau ist Erzieherin, die beiden haben zwei Kinder, die bisher keine Symptome zeigen. In der Kita, in der die Frau arbeitet, werden nun alle Kinder auf das Coronavirus getestet, die Tageseinrichtung bleibt vorerst geschlossen. Bisher ist unklar, wo sich das Ehepaar angesteckt hat. Der Kontakt mit dem Bekannten, der sich zuvor in China aufgehalten hatte, konnte als Ursache ausgeschlossen werden.

 

+++Zwei weitere Fälle in Baden-Württemberg+++

Bei den zwei anderen Patienten handelt es sich um Personen aus Baden-Württemberg, wie das Universitätsklinikum Tübingen mitteilte.

 

+++Bundeswehr riegelt Flugbereitschaft in Köln-Wahn ab+++

Ein Soldat der Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums hatte offenbar Kontakt zu dem Coronavirus-Patienten in NRW. Als Reaktion auf diese Nachricht wurde ein Bereich der Flugbereitschaftskaserne in Köln-Wahn vorsorglich geschlossen. Der Soldat wird nun auf das Virus getestet – das Ergebnis wird am Abend erwartet.

 

+++Zwei neue Coronavirus-Fälle in Deutschland+++

In Deutschland gibt es zwei neue bestätigte Fälle des Coronavirus. Ein Patient aus dem Kreis Heinsberg in NRW befindet sich Medienberichten zufolge in einem kritischen Zustand und wird isoliert auf der Intensivstation behandelt. Er ist Mitte 40 und leidet an einer Vorerkrankung. Der Mann war selbst nicht im Ausland, hatte aber Kontakt zu einem Bekannten, der sich zuvor aus geschäftlichen Gründen in China aufgehalten hatte.

Als Vorsichtsmaßnahme bleiben heute alle Schulen und Kindergärten in dem Kreisgebiet geschlossen. Die Ehefrau des Patienten wurde ebenfalls stationär aufgenommen und zeigt Anzeichen einer Viruserkrankung – ob es sich dabei um das Coronavirus handelt, steht noch nicht fest. Derweil versucht das Gesundheitsamt, alle potenziellen Kontaktpersonen des Patienten ausfindig zu machen.

Bei dem zweiten Patienten handelt es sich um einen 25-jährigen Mann aus dem Landkreis Göppingen in Baden-Württemberg, der nach seiner Rückkehr von einer Mailand-Reise grippeähnliche Symptome entwickelte und sich daraufhin beim Gesundheitsamt meldete. Auch er wird nun stationär und isoliert behandelt.

Mit den beiden Patienten gibt es nun 18 bestätigte Fälle des Coronavirus in der Bundesrepublik. Weltweit wurden inzwischen rund 81.000 Infektionen mit dem Virus gemeldet, gut 2.700 Menschen sind an der Erkrankung gestorben.

 

 +++29.1.: Drei weitere Deutsche erkrankt+++

Drei weitere Deutsche haben sich mit dem neuen Coronavirus infiziert – das bestätigte am Dienstagabend das bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Demnach handelt es sich bei den drei Patienten ebenfalls um Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto im Landkreis Starnberg. Die drei Kollegen des ersten deutschen Patienten werden nun ebenfalls in der Klinik Schwabing behandelt. Bei allen vier soll der Krankheitsverlauf sehr milde sein. 40 weitere Mitarbeiter der Firma, die als enge Kontaktpersonen der vier Erkrankten in Frage kommen, sollen nun auf das Virus getestet werden.

 

+++28.1.: Pressekonferenz zur Lage in Bayern+++

„Wir nehmen die Lage sehr ernst, aber wir sind sehr gut vorbereitet. Die entsprechende Taskforce arbeitet unter Hochdruck“, erklärte Melanie Huml, die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, auf der Pressekonferenz am Dienstagvormittag. Der 33-jährige Mann aus dem Landkreis Landsberg am Lech wird in der München Klinik Schwabing  im Münchner Stadtteil Schwabing-West behandelt, wird dort isoliert und medizinisch überwacht.

„Dem Patienten geht es sehr gut. Er ist fieberfrei und hat auch derzeit keine Atemwegssymptomatik mehr“, versichert sein behandelnder Chefarzt Prof. Dr. Clemens Wendtner. Die engen Kontaktpersonen des Patienten werden derweil auf Symptome des Coronavirus untersucht. Bis eine Ansteckung ausgeschlossen ist, bleiben sie zu Hause und stehen unter Beobachtung. Auch der Kindergarten der Kinder des Patienten werde überprüft, so der Präsident des Bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Andreas Zapf.

 

Bei chinesischer Kollegin angesteckt

Der Patient hat sich bei einer Frau aus China angesteckt, die in seiner Firma (der Autozulieferer Webasto im Landkreis Starnberg in Oberbayern) zu Gast war und dort am 21. Januar eine Fortbildung leitete. Die Chinesin lebt in Shanghai, ihre Eltern sollen aber aus der betroffenen Provinz Hubei stammen. Das Neue an diesem Fall: Offensichtlich war die Patientin bereits ansteckend, bevor sie die ersten Symptome entwickelte. Diese traten erst auf dem Heimflug nach China am 23. Januar auf. Dort angekommen, begab die Chinesin sich sofort in ärztliche Behandlung – Mediziner stellten dann das neue Coronavirus bei ihr fest. Die Firma Webasto informierte daraufhin das Gesundheitsamt.

Schließlich klagte auch der Webasto-Mitarbeiter in Bayern über Grippesymptome – am Montagabend fiel ein Test auf das neue Coronavirus auch bei ihm positiv aus.

 

Coronavirus: Breitet sich das Virus in Deutschland aus?

Die Gefahr für die Gesund der Menschen in Deutschland stufen Experten insgesamt als „moderat“ ein. An den deutschen Flughäfen sind entsprechende Alarmpläne in Kraft getreten, berichtete Dr. Martin Hoch, Leiter der „Taskforce Infektiologie“. Verdachtsfälle werden demnach sofort überprüft, etwa durch Fiebermessen bei den betroffenen Personen. Bisher habe sich aber kein Verdachtsfall bestätigt. Das Auswärtige Amt rät aktuell von Reisen in die Region Wuhan ab.

 

Coronavirus breitet sich weiter in China aus

In China sind bereits mehr als 100 Menschen an dem neuartigen Coronavirus gestorben – in den meisten Fällen handelte es sich dabei um ältere Patienten mit schweren Vorerkrankungen. Insgesamt zählen die Behörden bisher 4.515 bestätigte Fälle der Lungenerkrankung in China.

 

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.