Medizin-Wunder Joghurt

Joghurt gegen Diabetes
Joghurt unterscheidet sich von anderen Milchprodukten, denn er enthält fermentierte Laktose. Daraus entsteht Milchsäure, die positive Effekte für den Stoffwechsel haben kann © Fotolia

Für die meisten Menschen ist Joghurt vor allem ein Lebensmittel. Tatsächlich handelt es sich bei dem beliebten Milchprodukt aber auch um eine echte Allzweckwaffe gegen die unterschiedlichsten Erkrankungen. Praxisvita erklärt Ihnen, wie gesund Joghurt wirklich ist.

Forscher der Harvard School of Public Health in Boston haben in einer aktuellen Studie gezeigt, dass Joghurt das Risiko senkt, an Diabetes Typ 2 zu erkranken. Bereits ab einem täglichen Verzehr von zwei Esslöffeln Joghurt – etwa 28 Gramm – verringere sich die Wahrscheinlichkeit, zuckerkrank zu werden, durchschnittlich um 18 Prozent, erklärt Studienautor Professor Mu Chen.

 

Nicht die Milch macht's!

Für die Studie werteten die Forscher über mehrere Jahre die Daten von insgesamt 290.000 Probanden aus. Mehr als 15.000 erkrankten während des Untersuchungszeitraums an Diabetes Typ 2.

Dabei fanden die Forscher heraus, dass der Anti-Diabetes-Effekt direkt mit Joghurt verknüpft sein muss – und nicht wie bisher angenommen mit Inhaltsstoffen (z.B. Kalzium oder bestimmten Fettsäuren), die sich auch in Milch finden lassen. Joghurt unterscheidet sich von anderen Milchprodukten vor allem dadurch, dass in ihm die Laktose (Milchzucker) durch Bakterien zu Milchsäure fermentiert wurde. Diese Bakterien stehen im Verdacht – ebenso wie die Milchsäure – für den positiven Einfluss auf den Stoffwechsel verantwortlich zu sein. 

Doch Joghurt hat nicht nur eine vorbeugende Wirkung gegen Diabetes, sondern ist auch gegen viele weitere Erkrankungen erstaunlich wirksam. 

 

Joghurt zur Stärkung der Knochendichte

Eine neuseeländische Langzeitstudie zeigt, dass Joghurt die Knochendichte stärkt. Wer täglich zwei kleine Becher (jeweils rund 150 Gramm) des Milchprodukts verzehrt, hat die Dichte seiner Knochen nach einem Jahr um fünf Prozent erhöht.

 

Der Joghurt-Schutz gegen Vergiftungen

Probiotische Joghurts können vor Vergiftungen mit Schwermetallen – z.B. im Trinkwasser zu finden – schützen. Das zeigt eine Studie der Universität von Ontario (Kanada). Die im Joghurt enthaltenen Bakterien binden die toxischen Schwermetalle an sich und sorgen so dafür, dass sie über die Verdauung ausgeschieden werden.

 

Probiotischer Joghurt lindert Erkältungssymptome

Ein probiotischer Joghurt am Tag schützt vor Erkältungen – vor allem Kinder. US-amerikanische Forscher stellten fest: Kinder, die ihr Immunsystem mit Joghurt stärken, mussten während einer Erkältung durchschnittlich 76 Prozent weniger niesen, 50 Prozent weniger husten und insgesamt verringerten sich die Fälle, in denen ihnen Antibiotika verschrieben werden mussten, um rund 40 Prozent.

 

Heilmittel gegen Parkison?

Forscher des Max-Planck-Instituts für molekulare Zellbiologie entdeckten zufällig, dass Joghurt mit linksdrehender Milchsäure Parkinson-Symptome verringern kann. Im Versuch mit Würmern, die am gleichen Gen-Defekt litten wie Parkinsonpatienten, gelang es sogar, die Krankheit zu heilen.

 

Lebensmittelallergien besiegen mit Hilfe von Joghurt

Forscher der Universität von Chicago wollen bei Menschen mit Lebensmittelallergien die bakterielle Zusammensetzung der Darmflora so manipulieren, dass dadurch die Immunreaktionen gedrosselt werden. Allergische Reaktionen würden auf diese Weise ausbleiben. Um die mikrobielle Struktur der Darmflora zu beeinflussen, werden spezielle Bakterienkulturen gezüchtet, die mithilfe eines probiotischen Joghurts eingenommen werden sollen.

Hamburg, 26. November 2014

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.