Meditieren verbessert den Tastsinn

Meditieren verbessert die Gesundheit
Meditieren verbessert den Tastsinn, wie Studien herausgefunden haben © Fotolia

Eine spezielle Art der Zen-Meditation verbessert den Tastsinn – das hat eine aktuelle deutsche Studie ergeben. Doch Meditation kann noch viel mehr– Praxisvita stellt 5 Gesundvorteile des Meditierens vor.

Es war womöglich das ruhigste Experiment, das je durchgeführt wurde: 20 Zen-Schüler versammelten sich, um gemeinsam zu meditieren – und zwar acht Stunden täglich. Während eine Hälfte der Gruppe ihre übliche Meditationstechnik anwandte, verwendete die andere Hälfte an drei aufeinanderfolgenden Tagen für je zwei Stunden eine spezielle Technik, bei der die Aufmerksamkeit gezielt auf ein Körperteil (den rechten Zeigefinger) gelenkt wird.

Vor dem Start des Experiments und am dritten und vierten Tag führten die Wissenschaftler Tests durch, um den Tastsinn der Probanden zu überprüfen. Das Ergebnis: Wer sich bei der Meditation phasenweise auf ein Körperteil  konzentriert hatte, schnitt bei den Tests deutlich besser ab – auch als alle Schüler wieder auf die herkömmliche Weise meditierten.

Doch Meditation bringt weitere faszinierende Vorteile für den Körper – wir haben die wichtigsten Für Sie zusammengestellt.

 

Yoga verlängert das Leben

Eine bestimmte Meditationstechnik kann nachweislich das Leben verlängern: Eine Studie von Forschern der University of Calgary in Kanada ergab, dass Menschen, die regelmäßig Yoga praktizieren, längere Telomere besitzen. Bei den Telomeren handelt es sich um die Endstücke der Chromosomen. Sie werden bei jeder Zellteilung kürzer und geben so Hinweise auf das Alter des Körpers.

 

Meditation kann Entzündungen reduzieren

Bei einer Studie der Temple University in Philadelphia absolvierten die Teilnehmer die sogenannte Mindfulness-Based Stress Reduction (BSR), eine sehr populäre Form der Meditation. Wie die Forscher erwarteten, führte das Programm bei den Probanden zu einer deutlichen Verbesserung bei Stress und Angst. Aber anhand von Blutuntersuchungen fanden die Wissenschaftler auch heraus, dass die Aktivität der sogenannten Killerzellen nach dem Ende der Studie ebenfalls erhöht war. Gleichzeitig hatte sich die Anzahl des C-reaktiven Proteins (CRP), eines Entzündungsmarkers, verringert. Dadurch konnte bewiesen werden, dass Meditation positive Auswirkungen auf das Immunsystem hat und Entzündungen reduzieren kann.

 

Meditation stärkt die Konzentrationsfähigkeit

Wer regelmäßig meditiert, kann sich im Alltagsleben besser auf eine Situation oder Aufgabe konzentrieren als jemand, der nicht meditiert. Das ist das Ergebnis einer Studie, die im Fachmagazin „Proceedings of the National Academy of Sciences“ erschienen ist. Die Forscher stellten dabei fest, dass die Meditation vor allem das sogenannte Default Mode Netzwerk im Gehirn beeinflusst. Dabei handelt es sich um eine Gruppe von Gehirnregionen, die beim Nichtstun aktiviert und beim Lösen von Aufgaben deaktiviert werden. Laut der Studie ist das Default Mode Netzwerk bei Meditierenden stärker mit anderen Hirnarealen wie dem Arbeitsgedächtnis und dem Konfliktmanagement verknüpft ist als bei anderen Menschen. Dadurch können sich die Meditierenden besser bei Aufgaben konzentrieren, da sie ihre Gedanken weniger abschweifen lassen.

 

Schmerzempfinden wird durch Meditation geschwächt

Forscher aus North Carolina haben herausgefunden, dass regelmäßige Meditationsübungen das Schmerzempfinden senken können. Grund: Während der Entspannung wird ein Teil unseres Gehirns positiv beeinflusst, der für die Schmerzwahrnehmung verantwortlich ist. Die Studienteilnehmer waren schon mithilfe von 20-minütigen Meditationsübungen an vier aufeinanderfolgenden Tagen in der Lage, ihren Schmerz um bis zu 40 Prozent zu dämpfen.

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