Meditieren gegen Migräne

Eine Frau meditiert
Migräne einfach wegmeditieren. Laut einer neuen Studie ist das möglich © Fotolia

Eine Studie gibt Hinweise darauf, dass eine einfache Meditationsmethode Migräne und Gedächtnisstörungen lindert. Sie könnte Betroffenen noch in hohem Alter Hilfe bieten – ganz ohne Nebenwirkungen.

Wir wissen bereits, dass Mediation Ängste lindern und Depressionen bekämpfen kann. Aber jetzt gibt es noch weitere Hinweise, wie sie unsere Gesundheit unterstützt: In einer neuen Studie berichten Wissenschaftler des Wake Forest Baptist Medical Center in North Carolina von den positiven Ergebnissen eines Meditationsprogramms. Die sogenannte achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (ASR) lindert demnach Gedächtnisstörungen und Migräne. Dazu hilft sie Betroffenen, besser mit ihren Einschränkungen zu leben.

Der amerikanische Molekularbiologe Jon Kabat-Zinn entwickelte ASR in den späten 1970er Jahren. Indem Achtsamkeit entwickelt, eingeübt und stabilisiert wird, soll – das war der Ursprungsgedanke – Stress besser bewältigt werden. Während des Programms üben die Teilnehmer ihren Körper intensiv wahrzunehmen, sie praktizieren leichte Yogaübungen, meditieren im Sitzen oder lernen, auch bei alltäglichen Verrichtungen achtsam zu bleiben.

In einer ersten Studie untersuchten die Forscher 14 Teilnehmer zwischen 55 und 90 Jahren, die leichte Gedächtnisstörungen zeigten. Zu Beginn der Studie testeten sie deren geistige Leistungsfähigkeit und unterteilten die Probanden in zwei Gruppen. Die einen wurden acht Wochen in ASR geschult – die anderen erhielten keine Behandlung. Die Schulung bestand aus zweistündigen Sitzungen in der Gruppe, die wöchentlich stattfanden, und der Aufforderung, täglich 30 Minuten ASR zu üben.

 

Verbesserte Hirnleistung durch Meditation

Nach den acht Wochen zeigte diese Gruppe deutlich verbesserte Hirnleistungen in Arealen, die für das Gedächtnis zuständig sind. In einer zweiten Untersuchung konnten die Forscher zeigen, dass das Programm die Häufigkeit, Dauer und Stärke von Migräne-Attacken stark verringert. Die Wissenschaftler weisen jedoch selbst darauf hin, dass die Studie aufgrund der geringen Größe, lediglich erste Hinweise auf eine Wirksamkeit des Programms liefern kann. Hinzu kommt noch: Da die Vergleichsgruppe keine andere Form der Behandlung bekam, kann es sein, dass ein sogenannter Intervention Bias das Ergebnis verzerrt. Das bedeutet, die ASR-Geschulten fühlen sich besser, weil sich etwas in ihrem Alltag geändert hat und sie aktiv an einer Studie teilnehmen. Es sind also noch weitere Studien notwendig, um die Wirksamkeit des Programms endgültig zu bestätigen.

Sollten das allerdings der Fall sein, böte sich die Meditation als wichtige Behandlung für zwei Krankheiten an, die sehr vielen Menschen das Leben erschweren. „Diese Art der Meditation ist ein sicheres und einfaches Heilmittel für Gedächtnisstörungen und Migräne. Es könnte in Zukunft die Lebensqualität vieler Betroffener verbessern“, so die Studienleiterin Dr. Rebecca Erwin Wells. Der Vorteil: Komplett ohne Nebenwirkungen.

Hamburg, 09. April 2015

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