Mediterrane Ernährung fördert die Hirngesundheit

Carolin Banser
Salat mit Olivenöl
Eine mediterrane Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Olivenöl erhält laut einer Studie das Hirnvolumen © iStock

Wer als älterer Mensch Obst, Gemüse, Nüsse und Öl bevorzugt, kann seine Gehirngesundheit stärken und die kognitiven Fähigkeiten verbessern – das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der Universität Edinburgh.

Forscher in Schottland untersuchten das Hirnvolumen von Senioren über drei Jahre hinweg. Dabei fanden sie heraus, dass Menschen, die sich an den Ernährungsgewohnheiten der Mittelmeerländer orientieren, ein größeres Hirnvolumen aufweisen, als diejenigen, die es nicht tun.

 

Lebensmittel der mediterranen Ernährung

Hauptbestandteil der mediterranen Ernährung sind Früchte, Gemüse und Olivenöl. Auch Bohnen und Getreidekörner, wie z.B. Reis und Weizen, gehören zu dieser Ernährungsform. Ebenso sind mäßige Mengen an Fisch, Milch und Wein bei diesem Essstil erlaubt, während rotes Fleisch und Geflügel nur selten auf dem Speiseplan stehen.

 

Mit dem Alter schrumpft das Gehirn

Experten wissen, dass mit dem Alter das Gehirn schrumpft und Gehirnzellen verloren gehen. Dies kann das Lernen und Gedächtnis beeinflussen, erklärte Studienautorin Dr. Michelle Luciano im Fachblatt Neurology. "In unserer Studie hatte das Alter die größte Wirkung auf den Verlust des Gehirnvolumens", sagte Luciano.

Die Kombination der Nahrungsmittel, die Teil der mediterranen Ernährung sind, kann gegen Faktoren wie Entzündungen und Gefäßkrankheiten schützen, die eine Gehirnschrumpfung verursachen können, fügte die Autorin an. Heather Snyder, Direktor der medizinischen und wissenschaftlichen Operationen für die Alzheimer-Vereinigung, sagte, die neue Studie "bestätigt, was wir zuvor gesehen haben."

 

Ältere Menschen können mehr Gehirnvolumen über drei Jahre erhalten

Für die Studie sammelte das Team um Luciano Informationen von fast 1000 Schotten im Alter von etwa 70 Jahren, die frei von Demenz waren. Bei mehr als der Hälfte der Probanden wurde im Alter von 73 Jahren mithilfe eines MRT ein Gehirn-Scan durchgeführt. Die Scans zeichneten das Gesamt-Hirnvolumen, die graue Substanz und die Dicke des Cortex – der äußeren Schicht des Gehirns – auf. Drei Jahre später kehrten 401 Studienteilnehmer für eine weitere Messung zurück. Die Werte wurden damit verglichen, wie streng sich die Kandidaten an die mediterrane Ernährung hielten.

Personen, die der mediterranen Ernährung nicht so eng folgten, zeigten nach drei Jahren einen größeren Verlust an Gesamt-Gehirnvolumen als diejenigen, die sich strikt an der Ernährungsform orientierten.

Auch nach Berücksichtigung anderer Faktoren, die das Gehirnvolumen beeinflussen könnten – wie Bildungsniveau, Diabetes, hoher Blutdruck oder Alter – wurden bessere Messergebnisse mit mediterranem Stil assoziiert, so die Autoren der Studie. Hinsichtlich des Volumens der grauen Substanz oder der kortikalen Dicke konnte dagegen kein Unterschied ausgemacht werden.

 

Fisch hat keinen Einfluss auf das Gehirnvolumen

Die Forscher fanden außerdem heraus, dass Fisch oder Fleisch – wie bislang in früheren Studien angenommen – keinen besonderen Einfluss auf den Erhalt des Gehirnvolumens hatten. Das verdeutlicht, dass andere Bestandteile der mediterranen Ernährung oder die Kombination aller Bestandteile dieser Ernährungsform den Nutzen bringen.

 

Die Ernährung beeinflusst die Gehirngesundheit

Snyder fügt hinzu, dass das Ergebnis der Studie darauf hindeutet, dass die Ernährung insgesamt das Denken und die Gesundheit des Gehirns beeinflusst.

Die Alzheimer-Vereinigung empfiehlt neben der mediterranen Ernährung auch die DASH-Diät (Diät-Ansätze, um Bluthochdruck zu stoppen), die von den US-National Institutes of Health entwickelt wurde. Der Verein vertritt die Annahme, dass das, was gut für das Herz ist, auch dem Gehirn gut tut.

Älterer Mann beim Sport
Auch körperliche Aktivität mehrmals in der Woche kann den Rückgang geistiger Fähigkeiten senken© iStock

Abgesehen von einer gesunden Ernährung, können auch regelmäßige körperliche Aktivität, lebenslanges Lernen und die Vermeidung bestimmter Risikofaktoren für Herzerkrankungen – wie Rauchen, erhöhte Blutfette, Bluthochdruck und Diabetes – den Rückgang geistiger Fähigkeiten senken, betont Snyder.

 

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