McDonalds lässt wieder genmanipulierte Pflanzen verfüttern

McDonalds
Nach 14 Jahren freiwilligen Verzichts erlaubt McDonalds nun wieder die Verfütterung von genmanipulierten Pflanzen in den eigenen Produkten. Verbraucher- und Umweltverbände kritisieren den Fast-Food-Hersteller scharf © Fotolia

Wie nun bekannt wurde, erlaubt McDonalds seit diesem April bei der Fleischproduktion wieder genetisch verändertes Futter. Verbraucher- und Umweltverbände kritisieren die Entscheidung massiv und werfen dem Fast-Food-Hersteller vor, sich dabei lediglich am eigenen Profit zu orientieren. In Deutschland und anderen EU-Ländern dürfen gentechnisch veränderte Pflanzen nicht angebaut werden. Dennoch befinden sich über Umwege zunehmend Genpflanzen in unseren Lebensmitteln.

Im Jahr 2001 verpflichtete sich McDonalds dazu, keine Lebensmittel anzubieten, die genetisch veränderte Pflanzenbestandteile enthalten. Die Selbstverpflichtung wurde nun beendet. Der Fast-Food-Hersteller bestätigte, dass seit April 2014 seinen Hähnchenfleisch-Lieferanten wieder der Einsatz von genveränderten Futtermitteln erlaubt ist.

Als Grund für die Zulassung von Genpflanzen in Tierfutter nannten Mastbetriebe und McDonalds den Mangel an Futtermitteln ohne Genveränderung. Dieser Darstellung widersprechen vor allem Umweltverbände wie Greenpeace energisch. Nach Angaben führender Sojaproduzenten wurden im Jahr 2014 zehn Prozent mehr gentechnikfreies Soja angebaut als noch 2013. Greenpeace kritisierte zudem, dass es den Geflügelbetrieben und McDonalds bei ihrer Entscheidung nur um die Steigerung des Profits ginge.

 

Auch andere Produkte sind betroffen

Die Mehrheit der Verbraucher in Deutschland lehnen Gentechnik im Essen ab. Doch neben den Burgern bei McDonalds sind auch andere Produkte von der Wiedereinführung des Genfutters in Mastbetrieben betroffen. Gemäß einer Umfrage von Umwelt- und Verbraucherverbänden wollen in Zukunft nur die Discounter Rewe und tegut gentechnikfreies Hühnchen garantieren.

Verbraucher können sich derweil nicht auf die Inhaltsangaben ihrer Lebensmittel verlassen. Erst ab einem Anteil von 0,9 Prozent müssen in Deutschland Nahrungmittel mit genmanipulierten Inhaltsstoffen gekennzeichnet werden. Bei Fleisch gibt es dagegen überhaupt keine Kennzeichnung. Wurden Tiere mit genveränderten Pflanzen gefüttert, ist das in Europa nicht kennzeichnungspflichtig.

Hamburg, 28. April 2014

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