Mausarm (RSI-Syndrom) – was hilft dagegen?

Verena Elson Medizinredakteurin

Hundertfaches Mausklicken gehört für die meisten von uns inzwischen zum Alltag. Die wiederholten Bewegungen können bei falscher Sitzhaltung, Stress und Anfälligkeit zu einer Überlastung von Muskeln, Sehnen und Nerven führen und das wiederum zu Schmerzen im Nacken-, Schulter-, Arm- und Handbereich. Fachleute sprechen vom RSI-Syndrom (Repetetive Strain Injury) – besser bekannt als Mausarm.

Die Hand einer Frau liegt auf einer Computermaus
Für einseitige und wiederholte Belastungen wie das Mausklicken bei der Computerarbeit ist der Körper nicht gebaut – die Folge dieser Über- und Fehlbelastung kann ein Mausarm sein Foto:  TommL/iStock
Inhalt
  1. Was ist ein Mausarm (RSI-Syndrom?)
  2. Wie äußert sich ein Mausarm?
  3. Ergonomische Maus beugt RSI-Syndrom vor
  4. Wie wird man einen Mausarm wieder los?
 

Was ist ein Mausarm (RSI-Syndrom?)

Bei einem Mausarm oder RSI-Syndrom handelt es sich um eine Vielzahl an Beschwerden, die durch falsche und zu starke Belastung von Händen, Armen, Schultern und Nacken ausgelöst werden. Typische Symptome sind Schmerzen, Kraftlosigkeit und Taubheitsgefühle.

 

Wie äußert sich ein Mausarm?

Die Anzeichen eines Mausarms können vielfältig sein:

  • Kribbeln und Taubheitsgefühle: Bereits bevor sich richtige Schmerzen einstellen, ist manchmal ein Kribbeln zu spüren – in Fingern, Händen oder Unterarmen. Daneben können auch Taubheitsgefühle ein Warnsignal für einen Mausarm sein. Meist verschwinden diese Symptome in der Anfangszeit schnell, wenn Betroffene sich schonen.
  • Kälteempfinden: Betroffene klagen häufig über kalte und schmerzende Hände – vor allem morgens.
  • Kraftlosigkeit: Eine auffällige Kraftlosigkeit ist oftmals eine der ersten Auffälligkeiten bei einem Mausarm: Lange bevor die Schmerzen beginnen, kommt es zu Kraftverlust in dem betroffenen Körperteil. Es fällt schwer, eine Faust zu machen oder Dinge wie eine Kaffeetasse oder eine Zahnbürste festzuhalten.
  • Koordinationsstörungen: Arme und Hände wollen plötzlich nicht mehr so wie Sie – oder sie fühlen sich an, als würden sie nicht recht zusammenpassen. Dieses Symptom tritt meist erst bei einem fortgeschrittenen RSI-Syndrom auf.
    Frau reibt sich am Schreibtisch die Schläfen
    Service Computer Vision Syndrom – So schadet PC-Arbeit unseren Augen
 

Ergonomische Maus beugt RSI-Syndrom vor

Da ein Mausarm schnell chronisch werden kann, ist es wichtig, ihm mit geeigneten Maßnahmen vorzubeugen. Dazu gehören beispielsweise eine ergonomische Maus und Tastatur aus dem Fachhandel. Diese verhindern, dass die Handgelenke beim Schreiben und Klicken abknicken. Auch das richtige Sitzen ist wichtig – dazu sollte der gesamte Arbeitsplatz ergonomisch eingerichtet werden. Diese Tipps helfen außerdem, dass RSI-Syndrom fernzuhalten:

  • Regelmäßige Pausen einlegen: Legen Sie vor- und nachmittags mehrere Pausen von jeweils einigen Minuten zur Entlastung ein.
  • Handgymnastik: Idealerweise füllen Sie die Pausen mit Dehnübungen: Arm vorstrecken, die Handfläche zeigt nach oben. Finger mit der anderen Hand nach unten drücken, bis es in Unterarm und Handfläche zieht. 15 Sekunden halten. Seite wechseln. Auch Entspannungsübungen fürs Büro können helfen, Verspannungen zu lösen und einem Mausarm vorbeugen.
  • Kälte am Schreibtisch vermeiden: Gelenke lieben Wärme. Vermeiden Sie Durchzug am Arbeitsplatz oder kalte Auflageflächen. Handballenauflagen in Form von Gelkissen sind empfehlenswert.
  • Dynamisch sitzen: Wer gekrümmt sitzt, beeinträchtigt die Blutzirkulation im ganzen Oberkörper. Ein Luftkissen fördert Ausgleichsbewegungen und hält so mobil und geschmeidig. Zudem sollten Sie zwischendurch hin und wieder ein paar Schritte gehen.
 

Wie wird man einen Mausarm wieder los?

Die wichtigste Maßnahme bei der Behandlung des Mausarms ist eine Verringerung der Belastung, die die Beschwerden ausgelöst hat. Dies geschieht ebenfalls durch ergonomische Arbeitsmittel wie Maus und Tastatur oder Gelkissen für den Unterarm oder die Hand. Entlastend kann es außerdem wirken, das Handgelenk zu tapen. Zusätzlich können Schmerzmittel eingesetzt werden, um die Beschwerden zu lindern. Um zu verhindern, dass das Leiden chronisch wird, sollten Betroffene bereits bei den ersten Anzeichen wie Kribbeln und leichten Missempfindungen gegensteuern und ihren Arbeitsplatz entsprechend umgestalten.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2019 praxisvita.de. All rights reserved.