Mastitis (Brustentzündung) – wenn Mütter nicht weiter stillen können

Redaktion PraxisVITA
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei der Brustentzündung spürt die betroffene Frau starke Schmerzen in der Brust, sie leidet unter Fieber, Schüttelfrost und Abgeschlagenheit. Wenn Mütter ihre Kinder nicht weiter stillen wollen, weil die Schmerzen stark sind, steckt vielfach eine Mastitis dahinter. Welche Maßnahmen bei der Brustentzündung helfen, erklärt PraxisVita.

Eine Mutter kann ihr Kind nicht stillen, weil sie an einer Mastitis leidet
Bei einer Mastitis ist die Brust entzündet. Die Frau leidet unter Fieber und Abgeschlagenheit. Oftmals kann sie ihr Kind nicht stillen © iStock

Eine Mastitis kommt in zwei Formen vor: nach der Geburt eines Kindes (mastitis puerperalis) oder außerhalb der Stillzeit (mastitis nonpuerperalis).

Zu welchem Zeitpunkt die Brustentzündung auch in Erscheinung tritt – eine Mastitis kann äußerst schmerzhaft sein. Von anderen Brustproblemen, wie etwa dem Milchstau, unterscheidet sie sich darin, dass der gesamte Körper betroffen ist. Denn eine Mastitis wird für gewöhnlich von Fieber, Gliederschmerzen und Schüttelfrost begleitet.

 

Ein Arzt kann eine Mastitis rasch erkennen

Ein Gynäkologe stellt die Diagnose für eine Mastitis auf Basis einer Anamnese. Dafür stellt er eine Reihe an Fragen:

- Hat sich die Brust der Patientin verändert und schmerzt diese?

- Wie ist das allgemeine Gesundheitsbefinden?

- Leiden Sie unter Fieber oder Schüttelfrost?

- Haben Sie vor kurzem entbunden?

- Stillen Sie zurzeit ein Kind?

- Hatten Sie bereits eine Brustentzündung?

Darüber hinaus wird der Gynäkologe die Brust nach Knoten abtasten und unter Umständen eine Ultraschall-Untersuchung vornehmen.

 

Bei der Behandlung der Mastitis unterscheiden Ärzte zwei Formen

Die Behandlung einer Mastitis richtet sich danach, ob sie kurz nach der Geburt eines Kindes auftritt oder unabhängig hiervon.  Handelt es sich um eine mastitis nonpuerperalis, die unabhängig von der Geburt eines Kindes auftritt, wird der Mediziner prüfen, ob Grunderkrankungen vorliegen, beispielsweise Tuberkulose, Pilzinfektionen, Syphilis oder Parasiten. Je nach Art der Erkrankung wird der Arzt entsprechende Behandlungsschritte einleiten.

Bei der mastitis puerperalis müssen gleich zwei Ursachen bekämpft werden, die die Schmerzen in der Brust hervorrufen: Zum einen der Milchstau, der in der Brust entsteht, und darüber hinaus Bakterien, die über kleine Wunden in die Haut eingedrungen sind. Für beide Ursachen gilt, dass die Brust entleert werden muss. Hierfür gibt es mehrere Möglichkeiten: stillen, Ausstreichung der Brust oder das Abpumpen der Muttermilch. Gegen die Entzündungen wird vielfach ein Antibiotikum eingesetzt. Mütter sollten sich beim behandelnden Arzt danach erkundigen, ob das Antibiotikum stillverträglich ist bzw. auf die Angaben in der Packungsbeilage achten. Dem Baby schadet es im Übrigen nicht, wenn es die Milch seiner Mutter trinkt, selbst wenn diese unter einer entzündeten Brust leidet und Fieber hat. Unter Umständen wird das Baby nicht trinken wollen, da sich der Geschmack durch die Entzündung ändern kann.

 

Einer Mastitis mit der richtigen Stilltechnik vorbeugen

Etwa ein bis neun Prozent aller Mütter bekommen eine Mastitis. Vorbeugen lässt sie sich u.a. durch die richtige Stilltechnik. Die Brustwarze und deren direkte Umgebung sollten vor jedem Anlegen gründlich mit Wasser gereinigt werden. Es hilft, wenn das Baby den gesamten Warzenhof mit dem Mund erfasst und kräftig daran saugt. Zuletzt sollten Mütter darauf achten, dass das Kind beim Stillen nicht einschläft, da sonst leichter kleine Verletzungen entstehen, über die Erreger in die Brust eindringen.

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