Masernwelle nimmt neue Ausmaße an

Ein Kind wird geimpft
Die Impfung ist der einzig wirksame Schutz vor einer Masernerkrankung – Mediziner rufen darum alle Eltern auf, ihre Kinder impfen zu lassen © Shutterstock

In Berlin gab es in diesem Jahr bereits mehr Masernfälle als 2014 in ganz Deutschland – inzwischen ist sogar ein Kind an seiner Masernerkrankung verstorben.

Seit Beginn der Masernwelle gab es allein in Berlin 574 Masernfälle. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2014 gab es in der Hauptstadt nur rund 130 Krankheitsfälle.

Dass es sich bei den Masern nicht um eine harmlose Kinderkrankheit handelt, zeigt ein tragischer Fall in Berlin: Ein anderthalbjähriges Kind ist am 18. Februar im Krankenhaus seiner Masernerkrankung erlegen, das bestätigte inzwischen auch die Obduktion des Jungen.

 

Gröhe kritisiert Impfgegner

Als Erklärung für die explodierenden Fallzahlen nennen Experten die Weigerung vieler Eltern, ihre Kinder impfen zu lassen. 95 Prozent der Erstklässler müssten laut Robert-Koch-Institut geimpft sein, um die Erkrankung auszurotten – 2012 erfüllten nur Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg diese Vorgabe.

Darum erwägt die Regierungskoalition jetzt, eine gesetzliche Impfpflicht für Masern einzuführen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) übte scharfe Kritik an Impfgegnern: In der „Welt am Sonntag“ bezeichnete er ihre Argumentation als verantwortungslose „irrationale Angstmacherei“. Jeder, der sein Kind nicht impfen lasse, gefährde damit auch andere Kinder.

 

Impfaufruf von Roald Dahl

Auch der weltberühmte Kinderbuchautor Roald Dahl verlor ein Kind an die Masern. Als seine kleine Tochter im Alter von sieben Jahren der Erkrankung erlag, gab es die Möglichkeit der Impfung noch nicht. Lesen Sie hier seinen bewegenden Aufruf, den er an alle Eltern kleiner Kinder richtete.

Alles über VorbeugungAnsteckung und Behandlung bei Masern finden Sie hier.

Hamburg, 23. Februar 2015

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