Masern-Therapie: Wie eine kleine Tablette das Virus ausrotten könnte

Tablette bei Maser infizierte Menschen
Forscher haben eine Tablette entwickelt, mit der möglich ist, bereits mit Masern infizierte Menschen zu heilen. Auch wenn mit dieser Tablette die Ausbreitung des gefährlichen Virus in Zukunft verhindert werden könnte, raten Wissenschaftler dennoch weiterh © Fotolia

Ein neues Medikament verspricht große Fortschritte bei der Bekämpfung von Masern. Die Tablette könnte Menschen, die bereits mit Masern infiziert sind, heilen und so auch eine Verbreitung der nach wie vor gefährlichen Krankheit verhindern. Praxisvita.de hat für Sie alles Wissenswerte über die neue Masern-Therapie zusammengefasst.

Wissenschaftler des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) in Langen und der Georgia State University in Atlanta haben für die Masern-Therapie eine Tablette entwickelt, die mit Masern infizierte Menschen heilen kann. In Tierversuchen wurde bewiesen, dass die in der Tablette enthaltenen Wirkstoffe sowohl einen tödlichen Krankheitsverlauf, als auch die Ausbreitung der Masern-Viren im Körper effektiv verhindern können.

 

Neue Masern-Therapie verhindert Ausbreitung von Masern

Mit dem in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Science Translational Medicine vorgestellten Medikament soll es darüber hinaus – nach Aussagen der Forscher – möglich sein, die Weiterverbreitung des Virus bei Menschen, die noch keine Masern-Symptome zeigen, zu unterbinden. Eine Ausrottung der Krankheit wäre durch die neue Masern-Therapie damit in absehbarer Zeit denkbar.

Ein weiterer Vorteil der Tablette, die noch nicht an Menschen getestet wurde, ist laut Studie eine kostengünstige Herstellung sowie die orale Verabreichung des Medikaments während der Masern-Therapie. Bei aller Euphorie über den neuen Wirkstoff betonten die Forscher aber, dass die neue Tablette keinesfalls die herkömmliche Masern-Impfung ersetzen soll. Eine Impfung sei nach wie vor der sicherste Weg, sich vor dem gefährlichen Virus zu schützen.

 

Die Masern sind nicht ausgerottet

In Deutschland bricht die Krankheit nur noch verhältnismäßig selten aus. Im Jahr 2013 wurden dem Robert-Koch-Institut 1.175 Fälle der Maserninfektion gemeldet. Weltweit sterben dagegen jährlich immer noch geschätzte 150.000 Menschen an den Folgen von Masern, da eine ursächliche Masern-Therapie bisher fehlte.

Masern-Erkrankungen werden wieder häufiger – diese erschreckenden Meldungen kamen in den letzten Monaten und Jahren immer öfter. Aber wie gefährlich sind Masern eigentlich? Kann die Kinderkrankheit auch Erwachsene treffen? Und warum sollte unbedingt geimpft werden?

Weitere Informationen zum Thema Masern finden Sie hier.

Hamburg, 17. April 2014

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.