Masern breiten sich in den USA rasant aus

Der sicherste Schutz vor Masern ist die Impfung. In Deutschland ist sie Teil der U-Untersuchungen
Der sicherste Schutz vor Masern ist die Impfung. In Deutschland ist sie Teil der U-Untersuchungen © Fotolia

Masern galten in den USA als komplett ausgerottet – denn eine Impfung schützt fast zu 100 Prozent vor der Krankheit. Doch jetzt sind sie mit einem großen Ausbruch zurück. Ihren Ursprung hat sie ausgerechnet in einem Vergnügungspark.

102 Masernfälle in 14 Bundesstaaten sind zurzeit bekannt, berichtet die US-Seuchenschutzbehörde CDC (Centers for Disease Control and Prevention) am Montag. Weit mehr werden auf eine mögliche Ansteckung untersucht. Allein im Januar 2015 gibt es damit mehr an Masern erkrankte, als es sonst in einem ganzen Jahr üblich ist.

Mindestens 42 der bekannten Fälle sind direkt auf einen Ursprung zurückzuführen: Disneyland, Kalifornien. Dort erkrankten im Dezember fünf Mitarbeiter des Freizeitparks und steckten vermutlich so viele Kinder und Jugendliche mit Masern an. Von dort breitete sie sich weiter aus.

Masern sind eine hochansteckende Krankheit, die sich über die Luft ausbreitet. Typische erste Symptome sind Fieber, Husten, Schnupfen und rote Augen. Nach ein paar Tagen entsteht ein roter Ausschlag, der üblicherweise am Gesicht beginnt und sich über den ganzen Körper ausbreitet. Dieser Ausschlag verschwindet nach 3-4 Tagen meist wieder von alleine. Masern an sich sind nicht tödlich, die Spätfolgen, wie beispielsweise Lungen- oder Gehirnentzündungen, können jedoch zum Tode führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt werden. In Deutschland stirbt etwa einer von 1000 Infizierten - weit mehr leiden unter permanenten Nervenschäden.

Der sicherste Schutz vor Masern ist die Impfung. Eine zweimalige Immunisierung mit dem MMR-Impfstoff schützt zu mehr als 99 Prozent. Durch große Impfkampagnen galten die USA im Jahr 2000 als masernfrei. Doch der Erfolg hielt nur kurz an: Schon 2014 gab es in einigen Bundesstaaten größere Masernausbrüche mit insgesamt 644 Erkrankten. Experten des CDC sehen Impfmüdigkeit als eine wichtige Ursache für den Ausbruch.

Die Masern-Impfung ist in Deutschland Teil der sogenannten U-Untersuchungen, welche zur Vorsorge bis zum 6. Lebensjahr bei Kindern durchgeführt werden.

Dennoch: Das Robert-Koch-Institut berichtet auch von einem deutlichen Anstieg der Masernfälle in Deutschland. Laut Angaben des Instituts wurden in Berlin 2015 mit 236 Fällen bereits mehr Ansteckungen verzeichnet als im gesamten Vorjahr – da gab es rund 130 Fälle.

Hamburg, 3. Februar 2015

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.