Masern: Berliner Babys sollten zu Hause bleiben

Ein Vater arbeitet zuhause und betreut sein Baby
Kinderärzte raten Berliner Eltern, ihre Babys bis zum Ende der Masernwelle zuhause zu betreuen © Fotolia

652 Masernfälle gab es seit Oktober in Berlin. Experten raten Berliner Eltern von Kindern unter einem Jahr nun, ihren Nachwuchs zuhause zu betreuen. Der Grund: Mögliche tödliche Spätfolgen der Masern.

Wenn Babys an Masern erkranken, kann das tödliche Folgen haben – und zwar häufig erst Jahre später. Die Ursache ist dann meist eine chronische Masern-Gehirnhautentzündung (SSPE). Sie ist zwar selten, endet aber immer tödlich. 54 Babys unter einem Jahr sind seit Oktober an den Masern erkrankt – auch für sie besteht das Risiko, eine SSPE zu entwickeln. Ein fünfjähriges Mädchen in Hessen leidet zurzeit an der tödlichen Krankheit, weil sie mit drei Monaten die Masern bekam.

Da die Masernimpfung in Deutschland erst für Kinder ab neun Monaten zugelassen ist, sprach der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte jetzt die Empfehlung an Berliner Eltern aus, ihre Babys bis zum Ende der derzeitigen Masernwelle zuhause zu betreuen.

Derweil äußerte sich Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sich zur aktuellen Impfpflicht-Debatte: Er sagte, die Einführung einer Impfpflicht sei denkbar, wenn es durch Aufklärung nicht möglich sei, die Impfquote zu erhöhen.

Hier lesen Sie den bewegenden Impfaufruf des berühmten Kinderbuchautors Roald Dahl, dessen Tochter den Masern erlag.

Hamburg, 2. März 2015

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