Markus Beyer an Nierenkrebs gestorben

Redaktion PraxisVITA

Ex-Box-Weltmeister Markus Beyer ist im Alter von 47 Jahren an Nierenkrebs gestorben. Warum diese Krankheit so tückisch ist.

Markus Beyer starb an einer aggressiven Form von Nierenkrebs
Markus Beyer starb an einer aggressiven Form von Nierenkrebs © Florian Ebener/gettyimages

Am 3. Dezember starb der Ex-Box-Weltmeister Markus Beyer in einem Berliner Krankenhaus. Laut einem Bericht von BILD erlag er einer aggressiven Form von Nierenkrebs. Dem Blatt zufolge hatten seine Beschwerden erst vor wenigen Wochen begonnen – zu diesem Zeitpunkt war der Krebs bereits so weit fortgeschritten, dass die Versuche der Berliner Ärzte, sein Leben zu retten, fehlschlugen. Markus Beyer wurde 1999 zum ersten Mal WBC-Weltmeister im Supermittelgewicht. Seit 2015 trat er in der MDR-Sendung „Sport im Osten“ als Experte auf.

 

Tückisch: Nierenkrebs verursacht erst spät Symptome

Krebserkrankungen der Niere sind in den meisten Fällen (96 Prozent) sogenannte Nierenzellkarzinome. Das Tückische an dieser Krebsart: Sie verursacht lange keine Beschwerden. Die Diagnose erfolgt meist per Zufall, etwa bei einer Ultraschalluntersuchung aufgrund anderer Beschwerden. Erst im fortgeschrittenen Stadium verursacht der Tumor typische Beschwerden wie Nierenschmerzen, die in den Rücken ausstrahlen können, oder Blut im Urin. In etwa 30 Prozent der Fälle hat der Tumor zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen gebildet – am häufigsten in der Lunge, am zweithäufigsten in Knochen, Lymphknoten oder Leber.

Hat der Tumor noch nicht gestreut, besteht die Behandlung von Nierenkrebs meist in einer Operation, bei der der Tumor entfernt wird – in vielen Fällen kann die Niere dabei erhalten werden. Je nach Größe des Tumors geschieht dies minimal-invasiv oder im Rahmen einer offenen Operation. In einigen Fällen wird eine Hitze- oder Kältequelle durch kleine Hautschnitte in den Tumor geführt – so wird der Tumor zerstört, ohne entfernt zu werden.

 

Medikamentöse Therapie bei Nierenkrebs

Hat der Tumor bereits Metastasen gebildet, kommt anstatt oder zusätzlich zur Operation eine medikamentöse Therapie zum Einsatz. Bei Nierenkrebs eignet sich keine Chemotherapie, wie sie bei den meisten anderen Krebsarten angewendet wird – beim Nierenzellkarzinom ist sie nicht wirksam. Stattdessen kommen zum einen „zielgerichtete“ Medikamente in Frage, die den Tumor ausbremsen, indem sie sogenannte Wachstumsfaktoren blockieren – diese sorgen dafür, dass der Tumor mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird. Zum anderen gibt es neuere Immuntherapien, die das Immunsystem bei der Bekämpfung des Tumors unterstützen. Sie tun dies, indem sie „Bremsen“ des Immunsystems lösen, die ihm durch den Tumor auferlegt wurden.

Die Risikofaktoren für Nierenkrebs sind bisher nicht ganz geklärt – Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck, chronische Nierenerkrankungen sowie seltene Erbkrankheiten und mangelnde körperliche Aktivität scheinen aber dazuzugehören.

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