Marburg-Virus-Krankheitsverlauf: Genauso tödlich wie Ebola?

Marburg-Virus Krankheitsverlauf abhängig vom körperlichen Zustand
Ob ein Patient, der sich mit dem Marburg-Virus angesteckt hat, überlebt oder nicht, hängt in großem Maße vom körperlichen Zustand des Infizierten ab © Fotolia

Das über Schmier- und Tröpfcheninfektion übertragbare Marburg-Virus gehört zur selben Erreger-Familie wie Ebola (Filoviridae) und gilt als eine der tödlichsten Infektionskrankheiten überhaupt. Doch wie ist der Krankheitsverlauf des auch als Marburgfieber bekannten Virus und wie können betroffene Patienten behandelt werden. Praxisvita hat für Sie alle Fakten zum Thema.

Hat sich ein Mensch mit dem Erreger des Marburg-Virus infiziert, vergehen in der Regel zwischen drei bis neun Tage, bis die Krankheit ausbricht und erste Symptome auftreten. In diesem Zeitraum (Inkubationszeit) verbreiten sich die Viren im Körper ihres Wirts.

Die Inkubationszeit ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich, da die Zeitspanne, die bis zum Ausbruch des Marburg-Virus vergeht, abhängig ist von Alter und Gesundheitszustand des Wirtes sowie von der Beschaffenheit des genauen Virusstammes. Tatsächlich sind auch Stämme des Marburg-Virus bekannt, bei denen erst nach mehr als 20 Tagen Krankheitssymptome auftraten.

 

Marburg-Virus: Erste Anzeichen

Ähnlich wie bei Ebola sind Infizierte erst nach der Inkubationszeit, also mit dem Auftreten der ersten Krankheitssymptome, für andere Menschen ansteckend.

Die zuerst auftretenden Symptome des Marburg-Virus gelten als unspezifisch, da es zu verschiedenen Krankheitsbildern kommen kann. Besonders in den ersten Tagen sind aber Symptome bekannt, die an Erkrankungen wie Malaria, Typus oder Gelbfieber erinnern. Allerdings treten die entsprechenden Krankheitsbilder– wie wässriger Durchfall, schweres Erbrechen, starke Schmerzen in Brust, Lunge und Bauch, Halsschmerzen sowie Husten – beim Marburg-Virus sehr viel intensiver auf.

 

Die zweite Phase des Marburg-Virus

Nach etwa fünf bis sieben Tagen klingen bei einigen wenigen Patienten die Symptome wieder ab. Bei der großen Mehrheit führt der Marburg-Virus aber in dieser zweiten Phase des Krankheitsverlaufs zu einem hohen Fieber (hämorrhagisches Fieber). Zudem sind die Funktionen des Magen-Darm-Trakts, der Nieren und der Leber erheblich gestört, wodurch es häufig zu einem Vitamin-D-Mangel sowie sogenannten Harnvergiftungen kommen kann. 

Während dieser zweiten Phase des Marburg-Virus kommt es auch zu sogenannten Hämorrhagien (Blutungen) aus den meisten Körperöffnungen der Patienten. Zuletzt steigt das Fieber auf weit über 40 Grad – innere Blutungen treten auf.

 

Sterblichkeits-Rate des Marburg-Virus

Die meisten Menschen, die sich mit dem Marburg-Virus angesteckt haben, sterben rund sieben bis zehn Tage nach Ausbruch der ersten Symptome. Der Blutverlust ist beim Marburgfieber in der Regel nicht tödlich. Infizierte sterben in der Regel an mehrfachem Organversagen und einem Kreislaufkollaps.

Die Sterblichkeitsrate ist bei den einzelnen Stämmen des Marburg-Virus sehr unterschiedlich und hängt stark von der medizinischen Versorgung des Patienten ab. Der erste Ausbruch des gefährlichen Fiebers in Marburg im Jahre 1967 von rund 23 Prozent, während ein Ausbruch in Angola im Jahre 2004 über 88 Prozent der Infizierten das Leben kostete.

 

Behandlung von Infizierten

Die Überlebenschancen hängen beim Marburg-Virus – ähnlich wie bei Ebola – auch vom körperlichen Zustand des Patienten ab. Unter Kindern sowie alten oder vorerkrankten Menschen ist die Sterblichkeitsrate am höchsten.

Da es zur Behandlung des Marburgfiebers weder einen zugelassenen Impfstoff noch ein zugelassenes Medikament gibt, stellt das Immunsystem eines Infizierten die einzige Möglichkeit dar, das Virus zu bekämpfen. Tatsächlich bilden Menschen – wie bei einer Grippe – nach rund sieben bis zehn Tagen Antikörper gegen das Virus. Schafft es allerdings das Immunsystem nicht rechtzeitig, genügend Antikörper gegen den Erreger des Marburg-Virus herzustellen, stirbt der Infizierte.

Therapie-Maßnahmen gegen den Marburg-Virus erstrecken sich lediglich auf die Eindämmung der Symptome. So werden Infizierte mit Antipyretika (fiebersenkende Mittel), Antibiotika zur Vermeidung weiterer (bakterieller) Infektionen, Elektrolyten, Infusionen oder bei Bedarf Dialysen körperlich stabilisiert.

Hamburg, 7. Oktober 2014

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