Marburg-Fieber ausgebrochen! WHO warnt vor tödlichem Virus

Westafrika meldet den Ausbruch des lebensgefährlichen Marburg-Fiebers, die WHO warnt jetzt vor dem tödlichen Virus. Warum es so gefährlich ist und was nun geschieht.

Warnzeichen vor biologischen Gefahren mit Schriftzug „Marburg Virus
Ein Fall von Marburg-Fieber sorgt für Alarmbereitschaft – die Krankheit ist hochansteckend und kann tödlich verlaufen Foto: istock/Naeblys

Im westafrikanischen Guinea ist jetzt zum ersten Mal das hochinfektiöse Marburg-Fieber nachgewiesen worden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt: Das Virus habe das Potenzial, sich „weit zu verbreiten“, so der Regionaldirektor für Afrika, Matshidiso Moeti.

Marburg-Fieber ausgebrochen: Mann verstorben

Der Patient lebte in einem Dorf an der Grenze zu Sierra Leone und Liberia, im Süden Guineas in der Präfektur Guéckédou gelegen. Ende Juli entwickelte er verschiedene Symptome, darunter:

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Magenschmerzen 
  • Zahnfleischbluten

Die Behandlung im örtlichen Krankenhaus war nicht erfolgreich: Am 2. August ist der Mann an der Erkrankung gestorben. In Blutproben fand man dann das Marburg-Virus. Am 6. August wurde der Fall an die WHO gemeldet. Unklar ist, wo sich der Verstorbene mit dem Virus infiziert hat.

Was ist das Marburg-Fieber?

Dabei handelt es sich um eine lebensgefährliche Erkrankung, die vom Marburg-Virus ausgelöst wird. Seinen Namen erhielt es, weil das Virus erstmals 1967 in Marburg nachgewiesen wurde. 

Wie das Coronavirus wird es durch Fledermäuse übertragen und führt – einer Ansteckung mit Ebola vergleichbar – häufig zu hohem Fieber und inneren Blutungen. Das Marburg-Fieber ist hochinfektiös, die Übertragung erfolgt hauptsächlich, indem man direkt mit Körperflüssigkeiten eines Infizierten in Kontakt kommt.

WHO warnt vor tödlichem Marburg-Fieber

Die Bekanntgabe des einen Falles von Marburg-Fieber durch die WHO zeigt, dass es Grund zur Besorgnis gibt: Die Sterblichkeitsrate bei einer Infektion beträgt bis zu 90 Prozent. Da es bisher noch keine zugelassenen Impfstoffe oder antiviralen Medikamente gibt, stehen die Behandlungschancen schlecht.

Guinea hatte bis vor kurzem noch mit einem Ebola-Ausbruch zu kämpfen – erst vor zwei Monaten hatte das Land diesen für beendet erklärt. Außerdem leidet das Land unter der Corona-Pandemie. Deswegen warnt die WHO vor einer Marburg-Virus-Epidemie in dem Land und der Region – die Gefahr sei „groß“. Eine weltweite Ausbreitung hält die Organisation zum jetzigen Zeitpunkt allerdings für gering.

Marburg-Fieber in Guinea: Kontaktpersonen gesucht

Nach Angaben von WHO-Regionaldirektor Moeti arbeiten zehn WHO-Experten eng mit den nationalen Behörden zusammen. Die Organisation baut auf „Guineas Erfahrung und Expertise im Umgang mit Ebola, das auf ähnliche Weise übertragen wird.“

Wichtig ist nun vor allem die Identifizierung von Kontaktpersonen, um eine Ausbreitung des Virus verhindern. Insgesamt 155 Menschen werden überwacht, darunter vier Personen, die direkten Kontakt zu dem Toten hatten. Auch die angrenzenden Länder zu Guinea wurden alarmiert. Derzeit gebe es jedoch keine Verdachtsfälle mehr. Nun wird weiter untersucht, warum das Marburg-Fieber ausgebrochen ist, vor dessen Ausbreitung die WHO eindringlich warnt.