Mann stirbt an Lakritz-Überdosis: Herzstillstand durch Glycyrrhizinsäure

Mona Eichler Health-Redakteurin

Nachdem er wochenlang große Mengen Lakritz genascht hatte, erlitt ein 54-jähriger Mann aus Amerika einen Herzstillstand und starb. Grund dafür war offenbar eine Überdosis Glycyrrhizinsäure.

Inhalt
  1. Todesursache: Lakritz-Überdosis
  2. Herzstillstand durch Glycyrrhizinsäure
  3. Lakritz & Co.: Mit Bedacht genießen

Ärzte im US-Bundesstaat Massachusetts konnten einen 54-jährigen Mann nicht mehr retten: Der Patient erlitt aufgrund einer Lakritz-Überdosis einen Herzstillstand und starb im Krankenhaus. 

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Todesursache: Lakritz-Überdosis

Über Wochen soll der Amerikaner täglich eineinhalb Packungen Lakritz genascht haben. Wie groß die jeweiligen Packungen waren, ist derzeit zwar nicht bekannt. Kein Geheimnis ist jedoch, dass man Lakritz nur in geringen Mengen essen sollte. "Selbst eine kleine Menge Lakritz kann den Blutdruck ein bisschen erhöhen", bestätigte aktuell auch Dr. Neel Butala, Kardiologe am Massachusetts General Hospital, der im "New England Journal of Medicine" über die tragische Lakritz-Überdosis berichtete. 

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Herzstillstand durch Glycyrrhizinsäure

Das Gefährliche an Lakritz ist die darin enthaltene Glycyrrhizinsäure. Dieser Stoff wird aus der Wurzel der Süßholzpflanze gewonnen und verleiht Lakritz ihren charakteristischen Geschmack. Isst man zu viel davon, werden drei bedrohliche Vorgänge im Körper ausgelöst: 

  • Der Kaliumspiegel fällt ab, woraufhin dem Körper nicht mehr genug von dem Mineralstoff zur Verfügung steht, um Muskel- und Nervenfunktion zu regulieren. In der Folge können Krampfanfälle auftreten. 
  • Die Erregbarkeit des Herzmuskels wird erhöht, wodurch es zu Herzrhythmusstörungen kommen kann. 
  • Glyzerrhinsäure regt die Produktion von Kortisol in der Nebenniere an. Als Folge steigt der Blutdruck, was zu Bluthochdruck und damit einem erhöhten Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt führt. 

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Lakritz & Co.: Mit Bedacht genießen

Nicht nur die klassische Lakritz enthält Glycyrrhizinsäure. Auch in Lakritzkonfekt, lakritzhaltiger Zuckerware, Bonbons oder in bestimmten Tees und Likören ist Süßholzwurzel enthalten. Vor einer Überdosis Glycyrrhizinsäure warnen Wissenschaftler schon seit Jahren. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sprach bereits 2004 eine deutliche Warnung aus: Verbraucher sollten auf Produkte, die mehr als 0,2 Prozent Glycyrrhizin enthalten, verzichten. Als Orientierung gilt außerdem: Nie mehr als 50 Gramm Lakritz pro Tag essen – also etwa ein Viertel einer handelsüblichen 200gr-Packung. 

Das Drama um den 54-jährigen Mann ist übrigens kein Einzelfall. Im Juli 2019 wurde ein zehnjähriger Junge in Italien mit starken Kopfschmerzen, Bluthochdruck und Krampfanfällen ins Krankenhaus eingeliefert. Erst bei einer Nachuntersuchung fanden die Ärzte die Ursache für den Notfall heraus: eine Lakritz-Überdosis. Die Zähne des Jungen hatten sich schwarz verfärbt und den Medizinern so einen Hinweis gegeben. 

Quellen:
Man dies from eating bags of black licorice, in: apnews.com
Lakritz: Mit Warnhinweis, in: test.de

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