Manchmal sind Pilze im Darm schuld

Mit Gemüse Pilzerkankungen bekämpfen
Salat, Gemüse und Vollkorn können dabei helfen, die Pilzinfektion einzudämmen © Fotolia

Es grummelt und rumort im Bauch, man hat das Gefühl, einen Stein im Magen sitzen zu haben - auf Dauer kann das für Betroffene sehr belastend sein. Oft sind Pilzerkrankungen daran schuld.

Am häufigsten werden die Beschwerden durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Dieser Pilz kommt in jeder gesunden Darmflora vor und wird von den "guten" Bakterien in Schach gehalten. Ist die Abwehr jedoch geschwächt, kann er sich vermehren und im ganzen Körper ausbreiten.

Candida-Pilze bauen Kohlenhydrate aus der Nahrung ab, dabei entsteht ein Gasgemisch. Dadurch kommt es zu Blähbauch, Durchfall, Völlegefühl und Schmerzen. Dauert die Belastung an, kann die Leber geschädigt werden. Erst vor Kurzem entdeckten Forscher, dass die Pilze zudem einen Giftstoff produzieren, der Migräne, Herz- und Gelenkbeschwerden verursachen kann. Viele Betroffene klagen auch über Depressionen. Nun sollen Studien abklären, ob auch Allergien durch Pilze ausgelöst werden können.

 

Kranke Menschen sind stärker gefährdet, an Pilzinfektionen zu erkranken

Für die Zunahme der Pilzerkrankungen machen Ärzte unter anderem Ernährungsfehler wie zu viel Zucker und Weißmehlprodukte verantwortlich. Auch Umweltschadstoffe, Kortison und Antibiotika tragen dazu bei. Sie schädigen die nützlichen Darmbakterien und fördern so das Wachstum der Pilze.

Ernsthaft gefährdet sind aber nur Menschen mit einem geschwächten Immunsystem. Dazu zählen z.B. Patienten, die über längere Zeit Antibiotika bekommen, Diabetiker und Senioren. Frauen, die die Pille nehmen, zählen ebenfalls zur Risikogruppe. Durch die Hormone werden ihre Schleimhäute zuckerhaltiger.

 

Sechs Wochen auf Zucker verzichten, um eine Pilzerkrankung erfolgreich zu behandeln

Der Nachweis einer Pilzinfektion ist schwierig. Selbst eine Stuhlprobe gibt nicht immer Klarheit, da sich die Pilze oft in Nestern in den Darmfalten verstecken. Behandelt wird ganzheitlich. Zunächst verschreibt der Arzt oft ein Anti-Pilzmittel. Dann muss die Darmflora mit spezifischen Darmkeimen und einem körpereigenen Impfstoff (Autovakzine) aufgebaut werden. Wichtig ist eine Diät von etwa sechs Wochen, die den Pilzen die Nahrung entzieht. Zucker, Süßigkeiten, Weißmehlprodukte, Alkohol und süßes Obst sind tabu. Dafür ist eine Ernährung mit Salat, Gemüse und Vollkornprodukten empfehlenswert. Die ballaststoffreiche Kost stärkt die Abwehr und hat im Darm einen Putzeffekt.

Quelle: Mach mal Pause, 14/2013

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