Mami-Makeover – Wie hat eine Mutter auszusehen?

Verena Elson Medizinredakteurin
Mutter hält Neugeborenes
Viele junge Mütter verspüren den Druck, nach der Entbindung schnell wieder so auszusehen wie vor der Schwangerschaft © Fotolia

Nach einer Entbindung schnellstmöglich genauso aussehen wie vor der Schwangerschaft – um diesem Ideal nahezukommen, begeben sich viele junge Mütter unters Messer. Eine Bloggerin aus Neuseeland zeigt, dass Schönsein auch anders geht.

Herzogin Kate, Heidi Klum, Michelle Hunziker: Direkt nach der Geburt ihrer Kinder sahen diese Frauen schlank und schön aus wie eh und je. Die Medien sind voll solcher Beispiele, in denen Mütter scheinbar ohne Mühe und in kürzester Zeit zu ihrer Traumfigur vor der Schwangerschaft zurückkehrten.

Eher selten zu sehen: Bilder ganz normaler Frauen, die in den Tagen, Wochen und Monaten nach der Entbindung immer noch einen großen Bauch vor sich hertragen und mit überflüssiger Haut und schwachem Gewebe zu kämpfen haben.

Schnell kann der Eindruck entstehen, Mutter werden sei ein Klacks – und wer es danach nicht schafft, innerhalb weniger Wochen wieder zu seiner vorherigen Figur zurückzufinden, muss irgendwie selbst daran schuld sein. Tatsache ist jedoch: Gymnastik, Joggen, gesunde Ernährung – nichts von alldem lässt einen Körper, der neun Monate lang schwanger war, in kurzer Zeit in seinen Ursprungszustand zurückschnellen. Diese Prozesse dauern Monate und einige Zeichen des Mutterwerdens bleiben für immer.

 

Neuer Trend Mami-Makeover

Immer mehr junge Mütter verzweifeln an der Unmöglichkeit, das Ideal der schlanken und straffen Mutter zu erfüllen. Sie sind die Zielgruppe eines Trends aus den USA, des sogenannten „Mommy Makeover“. Dabei handelt es sich um eine Art chirurgischer Generalüberholung frisch gebackener Mütter – Bauch, Brüste und Geschlechtsteile werden gestrafft, um die Spuren von Schwangerschaft und Entbindung zu verwischen. Auch in Deutschland werden solche Operationen angeboten – und viele Frauen bezahlen tausende von Euro dafür, möglichst schnell wieder dem Schönheitsideal zu entsprechen. Das bleibt nicht ohne Risiko: Wenn eine Operation schiefgeht, können weitere, teure Eingriffe notwendig werden – eine Erfolgsgarantie gibt es nie.

 

Bloggerin aus Neuseeland zeigt die Wahrheit

Julie Bhosale
Julie Bhosales Nachricht an andere Mütter lautet: „Du bist schön, du bist wundervoll, du bist eine Mutter.“© Julie Bhosale/ juliebhosale.co.nz

Doch wer sagt eigentlich, dass ein straff operierter Körper schöner ist als einer, dem man seine Mutterschaft ansieht? Julie Bhosale, eine Bloggerin aus Neuseeland, versteckte ihren Körper nach der Geburt ihres zweiten Sohnes nicht, sondern ging das Thema offensiv an: Auf ihrem Blog dokumentierte sie die Entwicklung ihres „After-Baby-Bodys“ und erzählte von ihren Erfahrungen nach der Geburt. 24 Stunden, zwei Tage, eine Woche, zwei, zehn und 14 Wochen nach der Entbindung postete sie Fotos von sich und ihrem kleinen Sohn – und von ihrem Bauch, der sich langsam zurückbildete.

Die Blogeinträge sollen andere Frauen ermutigen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen. „Bei den meisten von uns verändert sich der Körper, und er verändert sich stark. Es ist unheimlich, es ist hart, es kann richtiggehend ekelhaft und beunruhigend sein, aber es ist echt und es ist normal“, schreibt die Ernährungsexpertin.

Und ihre Nachricht kam an. Wie ein Lauffeuer verbreiteten sich die Bilder in den sozialen Medien. Die Bloggerin ist überwältigt von dem positiven Feedback, das sie erreichte. Häufig sei sie bis spät in die Nacht damit beschäftigt, Nachrichten und Kommentare zu beantworten, erzählte sie in einem Interview mit der Huffington Post. Sie fügte hinzu: „Ich hoffe, Mütter dazu zu ermutigen, sich Zeit zu nehmen, um sich zu erholen und sich von innen und außen zu pflegen – mit gutem Essen und Liebe.

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