Mamakind oder Papakind? Das sollten Eltern wissen

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Ein Papakind oder Mamakind ist stark an das jeweilige Elternteil gebunden. Das kann sich während der Entwicklung ändern. Eltern sollten gelassen reagieren.

Eine Mutter umarmt ein kleines Kind und lacht
Mamakind oder Papakind? Das kann sich im Laufe der Entwicklung noch ändern Foto:  istock_skynesher
Inhalt
  1. Mamakind oder Papakind? Das sollten Eltern wissen
  2. Wie entwickelt sich ein Mamakind oder Papakind während der ersten Lebensmonate?
  3. Wie ändert sich ein Mamakind oder Papakind im Kleinkindalter?
  4. Wie reagiert ein Mamakind oder Papakind auf ein Baby?
  5. Wie verhält sich ein Mamakind oder Papakind während der Pubertät?
  6. Wie sollten Eltern mit einem Mamakind oder Papakind umgehen?

Genießt ein Kind ganz besonders die Nähe der Mutter oder des Vaters, wird es Mamakind oder Papakind genannt. Das jeweils andere Elternteil ist deshalb noch lange nicht abgeschrieben. Und während der Entwicklung kann sich auch die bevorzugte Bezugsperson ändern.

 

Mamakind oder Papakind? Das sollten Eltern wissen

Viele Eltern kennen das Phänomen: Ein Kind will vielleicht nur von der Mutter getröstet werden oder nur mit dem Vater spielen und toben. Solche Phasen durchleben viele Kinder während ihrer Entwicklung. Das ist normal und kein Grund zur Sorge. Nur sollten Eltern gelassen auf die zeitweilige Bevorzugung reagieren. Aus so manchem Mamakind wird ein Papakind – und umgekehrt.  

 

Wie entwickelt sich ein Mamakind oder Papakind während der ersten Lebensmonate?

Der Grundstein für Mama-Kinder oder Papa-Kinder wird früh gelegt. Babys binden sich stark an die Mutter als wichtigste Bezugsperson. Sie stillt, wickelt oder badet das Kind. Sollte es weinen, gelingt es der Mutter oft eher, es wieder zu beruhigen. Und bringt der Vater seine Tochter oder seinen Sohn ins Bett, kann das schnell zu Tränen führen. Diese Lebensphase dauert circa zwölf Monate.

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Wie ändert sich ein Mamakind oder Papakind im Kleinkindalter?

Im Kleinkindalter können sich Mama- oder Papa-Kinder bereits dem anderen Elternteil zuwenden. Woran es liegt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Vielleicht bleibt die feste Bindung zur Mutter aus frühen Zeiten bestehen. Vielleicht wird der Vater aber auch zur Bezugsperson. Männer bringen sich in dieser Phase stärker ein. Ihr Kind lernt, zu robben und später auch zu laufen. Es entdeckt erstmals seine nähere Umwelt. Das schafft neue Möglichkeiten, um gemeinsam miteinander zu spielen oder später Sport zu machen. So kann aus einem Mama-Kind ein Papa-Kind werden.

 

Wie reagiert ein Mamakind oder Papakind auf ein Baby?

Vielleicht beschließen die Eltern, noch ein Kind zu bekommen. Wie ihre Tochter oder ihr Sohn darauf reagieren wird, lässt sich nicht voraussagen. Es kommt aber vor, dass ein Mamakind zum Papakind wird, weil die Mutter sich ja um das Baby intensiv kümmert.

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Wie verhält sich ein Mamakind oder Papakind während der Pubertät?

Während der Pubertät kommen andere Aspekte zum Tragen. Kinder identifizieren sich mit dem gleichgeschlechtlichen Elternteil. Sie suchen aber auch Bestätigung des jeweils anderen Geschlechts: ein Thema, das der österreichische Psychiater Sigmund Freud (1856 bis 1939) erstmals untersucht hat. Auch während dieser Phase kann aus einem Papakind ein Mamakind werden – oder umgekehrt.

 

Wie sollten Eltern mit einem Mamakind oder Papakind umgehen?

Für Eltern ist wichtig, dass Mama- oder Papa-Kinder eine ganz normale Entwicklung durchlaufen. Man hat bei der Erziehung keine Fehler gemacht. Auch wenn ihr Kind die Mutter oder den Vater phasenweise bevorzugt, sollten sich beide Elternteile einbringen. Das geht in jeder Entwicklungsphase. Wichtig ist: Ein Mamakind lehnt den Vater nicht ab – und ein Papakind mag auch die Mutter.

Beide Elternteile sollten darauf achten, dass es zwischen ihnen nicht zum Konkurrenzkampf um die Gunst des Kindes kommt. Das schadet nicht nur der Entwicklung, sondern gefährdet auch die Paarbeziehung. Besser ist, mit dem Mamakind oder Papakind souverän umzugehen.

 

Quellen:

Berg, Laura (2011): Entwicklungspsychologie, München: Pearson.

Förg, Theresa (2019): BASICS Pädiatrie, München: Elsevier/Urban&Fischer.

Speer, Christian P.; Gahr, Manfred; Dötsch, Jörg (2018): Pädiatrie, Berlin: Springer-Verlag.

Trautner, Hans (1997): Lehrbuch der Entwicklungspsychologie in 2 Bänden, Göttingen: Hogrefe Verlag.

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