Mama hat Masern: Wenn Kinderkrankheiten zur Gefahr werden

Frau mit Lungenentzündung nach Masern
Masern können bei Erwachsenen schwere Folgeerkrankungen wie Lungenentzündungen verursachen © Fotolia

Kinderkrankheiten wie Masern sind auf dem Vormarsch – bei Erwachsenen. Mit riskanten Folgen! Wir verraten, wie Sie sich davor schützen können.

Es begann bei Caren Peters mit hohem Fieber und extremer Lichtempfindlichkeit. Einen Tag später bekam die 49-jährige Mutter von zwei Kindern rote Hautflecken, die sich rasch über den ganzen Körper ausbreiteten. Als am dritten Tag ihre Lymphknoten stark anschwollen, wies ihr Hausarzt die Bremerin mit Verdacht auf Masern in eine Klinik ein. Doch es blieb nicht bei der Masernattacke, Caren Peters bekam zusätzlich noch eine Lungenentzündungeine typische Begleiterscheinung bei Erwachsenen, die an Masern leiden. Ganze vier Wochen dauerte es, bis Caren Peters wieder gesund war.

 

Weniger Impfungen gegen Masern

Von allen Deutschen, die in den vergangenen drei Jahren an Masern erkrankten, war etwa jeder Dritte älter als 20 Jahre. Und die Krankenkasse DAK gibt bekannt, dass 75 Prozent ihrer Versicherten, die sich wegen Keuchhusten behandeln lassen, Erwachsene sind. Die Zahlen belegen einen Trend, vor dem Mediziner warnen: Immer häufiger treffen vermeintliche Kinderkrankheiten auch Ältere. Die Gründe sind frühere Impfmüdigkeit und der Trend zum Einzelkind, der in den 1980 Jahren begann. Denn: Wer ungeimpft ist und keine Möglichkeit hatte, sich bei einem Geschwisterkind anzustecken, infiziert sich häufig im Erwachsenenalter. Die Gefahr dabei: Während die kleinen Patienten meist mit einem eher harmlosen Verlauf rechnen können, leiden Erwachsene viel stärker unter Begleiterscheinungen – so wie Caren Peters.

 

Masern schwächen das Immunsystem

Denn Masern schwächen das Immunsystem, Bakterien haben ein leichtes Spiel. Das Risiko, zusätzlich an einer Mittelohr- oder Lungenentzündung zu erkranken, liegt bei 30 Prozent. Der einzige Schutz ist eine Impfung. Sonst können diese vermeintlichen Kinderkrankheiten auch Sie erwischen.

 

Keuchhusten

Betroffene deuten die Symptome meist als schwere Bronchitis. Allerdings lassen die Hustenattacken erst nach vier Wochen nach. Als Komplikation tritt auch hier manchmal eine Lungenentzündung auf. Für Neugeborene kann eine Ansteckung tödliche Folgen haben.

 

Windpocken

Erwachsene liegen mit dem Virus mehrere Wochen mit hohem Fieber, Mattigkeit, Kopfschmerzen und massivem Ausschlag im Bett. Erkrankt man in der Schwangerschaft, kann das Baby Missbildungen davontragen.

 

Mumps

Hals-, Kopf-, Nackenschmerzen, Fieber. Es kann zu einseitigen, mitunter auch beidseitigen Hörstörungen kommen. Für Schwangere, die sich mit Mumps infizieren, steigt das Risiko einer Fehlgeburt. Bei Männern kann die Krankheit zu Hodenentzündungen und Unfruchtbarkeit führen.

 

Röteln

Wer sich den Erreger einfängt, muss mit leichtem Fieber, einem hellroten und fleckigen Hautausschlag und manchmal auch Gelenkschmerzen rechnen. Jeder zweite Infizierte zeigt gar keine Symptome. Die Krankheit dauert etwa eine Woche. Gefährlich werden Röteln nur in der Schwangerschaft, es besteht das Risiko von schlimmen Missbildungen für das Kind.

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