Malaria: Ronald Ross entlarvte eine kleine Stechmücke als tödliche Gefahr

Der britische Militärarzt Ronald Ross fand 1897 den Malaria-Erreger
Der britische Militärarzt Ronald Ross fand 1897 den Malaria-Erreger © Corbis

Jahrelang erforschte der britische Militärarzt Ronald Ross die summenden Plagegeister. Für seine bahnbrechenden Leistungen erhielt er den Nobelpreis.

Es war der 20. August 1897. Der britische Militärarzt Ronald Ross saß im indischen Secunderabad vor seinem Mikroskop und war wie elektrisiert. Im Magen einer Anopheles-Mücke hat er kugelförmige Zellen gefunden, die er eindeutig als den Malaria-Erreger identifizierte! Der 40-jährige Brite hatte einige Tage zuvor beobachtet, wie der "braune Moskito" einen malariakranken Patienten gestochen hatte. Dass sich die Erreger jetzt unter seinem Mikroskop bewegen, bestätigte seine langjährige Vermutung: Die weibliche Anopheles-Mücke ist Überträger der Malaria. Die Mücke nimmt ihn vom malariakranken Menschen auf, der Erreger vermehrt sich dann im Magen des Insekts und wird zu den Speicheldrüsen transportiert, um beim nächsten Stich einen weiteren Patienten anzustecken. Damit hat Ross einen Durchbruch in der Malaria-Forschung erzielt und den Grundstein für die erfolgreiche Bekämpfung der Krankheit gelegt.

 

Verseuchte Sumpfgebiete

Dass Malaria vor allem in feuchtwarmen Sumpfgebieten vorkommt, war seit langem bekannt. Man vermutete, dass die Krankheit durch "schlechte Luft" (italienisch: mala aria) übertragen wird – südlich von Rom waren im 18. Jahrhundert ganze Sumpfgebiete mit Malaria verseucht. In Deutschland galt besonders die Umgebung von Mannheim als gefährdet, da sie häufig von Überschwemmungen heimgesucht wurde. Friedrich Schiller holte sich hier das "Wechselfieber", wie die Malaria auch genannt wurde.

Schutz vor Reisen in Malaria-Gebiete

Die gefährliche Malaria ist vor allem in Afrika und Asien weit verbreitet, einen Impfstoff gibt es nicht. Reisenden in Malaria-Gebiete wird dringend eine vorbeugende Behandlung mit Tabletten empfohlen. Da viele Mückenarten gegen den traditionellen Wirkstoff (Chloroquin) resistent sind, sollte sich jeder Urlauber genau beraten lassen, welches Mittel infrage kommt. Moderne Medikamente sind gut verträglich.
 

Der falschen Mücke auf der Spur

Ronald Ross wurde am 13. Mai 1857 als Sohne eines englischen Generals im indischen Almora geboren; im Alter von acht Jahren schickten ihn seine Eltern zur Ausbildung nach England. Er entwickelte ein reges Interesse für Poesie, Literatur, Musik und Mathematik, die Medizin interessierte ihn zu dieser Zeit nur am Rande. Aber um dem Wunsch seines Vaters zu entsprechen, begann Ross 1875 mit dem Medizinstudium. Vier Jahre später bestand er das Examen. Er wurde Schiffsarzt auf einem Atlantikdampfer, dann Militärarzt in Indien. Bei einem Aufenthalt in London 1889 lernte er Rosa Bessie Bloxam kennen, die er im selben Jahr heiratete. Das Paar bekam zwei Söhne und zwei Töchter. Als Tropenarzt arbeitete Ross wie ein Besessener. Immer wieder setzte er seine Malariapatienten den Stechmücken aus, fing die Plagegeister in Flaschen, sezierte sie unter dem Mikroskop. Doch lange war er einer falschen Mückenart auf der Spur: der landläufigen Stechmücke. Schließlich fand er die Anopheles-Mücke als Überträger der Malaria. Für diese Entdeckung wurde er 1902 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Nach langer Krankheit starb Ronald Ross 1932 im Alter von 75 Jahren.

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