Malaria, Hepatitis, Borreliose: Vorsicht, gefährliche Souvenirs!

Informieren Sie sich rechtzeitig beim Arzt über eventuelle Schutzmaßnahmen und -impfungen
Endlich Urlaub –informieren Sie sich rechtzeitig beim Arzt über eventuelle Schutzmaßnahmen und -impfungen, damit Sie Malaria, Hepatitis und Co. erfolgreich aus dem Weg gehen können © shutterstock

Auf manche Reisemitbringsel kann jeder gut verzichten. Vor allem, wenn sie auch nach dem Urlaub noch zu schaffen machen. Hier die häufigsten "Souvenirs" – und wie Sie sich schützen können.

Malaria, Hepatitis, Borreliose – auf Reisen drohen viele gesundheitliche Risiken. Dabei machen sich einige "Souvenirs" oft erst nach der Reise bemerkbar. Das Robert-Koch-Institut in Berlin listet auf seiner Website mehrere Dutzend Infektionskrankheiten auf und informiert unter anderem über Symptome und Vorkommensgebiete der einzelnen Krankheiten.

 

Wissen schützt vor Krankheiten

Zum Glück treffen diese Erkrankungen nicht jeden, dennoch sollte man sich über eventuellen Risiken bewusst sein, um im Ernstfall richtig reagieren zu können. Wir zeigen Ihnen die fünf häufigsten Reisekrankheiten, wie man richtig vorbeugt, und was zu tun ist, wenn es einen doch erwischt hat. Ganz wichtig: sich beim Arzt rechtzeitig über eventuelle Schutzimpfungen informieren. Dann wird der wohlverdiente Urlaub auch zum Traumurlaub...

 

Malaria wird durch Mücken übertragen

Auslöser – Die Krankheitserreger werden durch den Stich der Anopheles-Mücke übertragen. Erste Symptome sind schlagartig einsetzende Kopf- und Gliederschmerzen, Frösteln, Hitzegefühl, hohes Fieber.

Vorbeugen – Die Malaria-Mücke schlägt von der Abenddämmerung bis zum Morgengrauen zu: In dieser Zeit weite, helle Kleidung tragen – dunkle Farben locken sie an! Freie Hautstellen mit Schutzmitteln einsprühen. Die WHO empfiehlt den Wirkstoff Bayrepel. Nachts schützen Moskitonetze. Neu sind imprägnierte sogenannte Interceptor-Netze. Sie sind mit einem Insektizid behandelt – die Mücke stirbt beim Kontakt.

Schnelle Hilfe – Gegen Malaria gibt es keine Impfung. Daher sollte man sich grundsätzlich vor jeder Tropenreise beim Arzt erkundigen, ob man ein Mittel zur Vorbeugung einnehmen sollte. Für viele Reiseziele reicht es aus, ein Medikament zur notfallmäßigen Selbstbehandlung (Stand-by-Therapie) dabei zu haben. Grundsätzlich sollte man nach erfolgter Selbstbehandlung nach der Rückkehr den Arzt aufsuchen. Denn auch im Nachhinein können Komplikationen auftreten.

Wo das Risiko lauert – Malaria tritt vor allem im tropischen Afrika auf, aber auch in Mittel- und Südamerika und Asien.

 

Reise-Diarrhoe durch verunreinigte Getränke

Auslöser – Meist sind bakteriell verunreinigte Getränke oder Lebensmittel für Durchfallattacken und Erbrechen verantwortlich.

Vorbeugen – In Ländern mit niedrigem Hygiene-Standard nur gekochte oder geschälte Lebensmittel essen, nur Mineralwasser trinken. Möglichst auch auf Eiswürfel verzichten – sie werden meist aus Leitungswassser hergestellt. In der Mittagshitze nie zu kalt trinken, das reizt den Magen.

Schnelle Hilfe – Medizinische Kohletabletten saugen Giftstoffe auf und transportieren sie aus dem Körper. Für den Notfall, zum Beispiel um einen Flug zu überstehen, stoppen loperamidhaltige Medikamente den Durchfall. Auch Hausmittel helfen: So bindet ein mit der Schale geriebener Apfel Giftstoffe, Zimt desinfiziert den Magen, und Papaya wirkt bei Durchfall und Verstopfung ausgleichend auf die Verdauung. Ansonsten sollte man bei Reisedurchfall ruhig mal einen Tag auf Nahrung verzichten und viel trinken. Elektrolytlösungen sorgen dafür, dass der Wasserhaushalt wieder ins Gleichgewicht kommt.

Wo das Risiko lauert – Es kann einen grundsätzlich überall in warmen Urlaubsländern erwischen. Hohes Risiko herrscht allerdings in Ägypten, Mexiko und Indien.

 

Hepatitis A breitet sich durch schlechte Hygienezustände aus

Auslöser – Die Viren, die zu einer Hepatitis-A-Infektion (Symptome: Fieber, extreme Müdigkeit, gelbe Haut) führen können, finden sich bevorzugt in Muscheln, Meeresfrüchten und im Trinkwasser. Zudem können sie sich durch schlechte Hygienezustände beziehungsweise Schmierinfektion ausbreiten.

Vorbeugen – Durch entsprechende Hygiene-Maßnahmen lässt sich die Leberentzündung meist vermeiden. Wichtig aber: Nur Gekochtes oder Geschältes essen, nur Mineralwasser trinken. Wer vor Ort Meeresfrüchte genießen will, sollte vorsichtig sein: Rund 40 % aller Muscheln aus dem Mittelmeer sind mit Viren verunreinigt, die Hepatitis A auslösen können. Eine Impfung ist daher unbedingt anzuraten. Positiv: Da sich der Impfschutz innerhalb von 10 Tagen aufbaut, kann das Serum noch bis kurz vor Reisebeginn gespritzt werden.

Schnelle Hilfe – Gegen Hepatitis A gibt es derzeit keine wirksamen Medikamente. Die Therapie konzentriert sich daher auf die Behandlung der Symptome. Empfohlen werden Bettruhe, Alkoholverzicht und eine fettarme, kohlenhydratreiche Kost.

Wo das Risiko lauert – In Mittelmeerländern (besonders in der Türkei) besteht erhöhtes Risiko. Große Gefahr in Ägypten, Marokko, Tunesien und in den Tropen.

 

Borreliose/FSME wird durch Zecken verursacht

Auslöser – Durch den Stich der Zecke können Krankheitserreger übertragen werden: 1. die virusbedingte FSME (Hirnhaut-Entzündung), die sich mit grippeähnlichen Symptomen und Fieber bemerkbar macht. 2. Die bakteriell bedingte Borreliose, die sich unter anderem durch Hautrötungen an der Einstichstelle (Wanderröte) zeigt. Hinzu kommen hier unspezifische Symptome wie Kopf- und Muskelschmerzen und Gelenkentzündung.

Vorbeugen – Die Blutsauger lauern im Gras oder Gebüsch und warten darauf, dass man sie "mitnimmt". Daher sollte man lange, geschlossene Kleidung tragen und nach Wanderungen die Haut (auch beim Partner, den Kindern) inspizieren: Je schneller eine Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, zu erkranken. Dazu eignen sich spezielle Zeckenzangen aus der Apotheke.

Schnelle Hilfe – Den Stich mit Spray aus der Apotheke desinfizieren und die Einstichstelle einige Tage beobachten – bei einer Rötung zum Arzt gehen. Er kann die Zecke im Labor auf Erreger untersuchen lassen. Bei Borreliose kann die Krankheit bis zu 10 Tage nach dem Stich mit Antibiotika im Keim erstickt werden. Eine FSME-Impfung empfiehlt sich in Risikogebieten.

Wo das Risiko lauert – Besonders in Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und Thüringen.

 

Quallenbrand mit Essig oder Meerwasser abwaschen

Auslöser – Das Nesselgift der roten Feuerquallen kann schmerzhafte, allergische Hautausschläge verursachen, wenn man damit in Berührung kommt. Seeigelverletzungen in den Tropen ärztlich behandeln lassen, da sie giftig sein können.

Vorbeugen – Vor der Abreise Tetanus-Impfschutz überprüfen und eventuell auffrischen lassen. Vor Ort erkundigen, wo Quallenalarm ist! Badeschuhe schützen vor Seeigeln oder messerscharfen Korallen.

Schnelle Hilfe – Quallen-Reste nie mit den Fingern berühren oder mit Süßwasser abspülen. Sonst platzen sie auf und verätzen die Haut. Besser: Mit Essig oder Meerwasser abwaschen. Stelle mit Sand bedecken, Tentakel mit Messerrücken oder Kreditkarte abschaben. Danach kühlen. Bei großen Wunden oder Kreislaufstress zum Arzt! Seeigelstachel mit einer sterilen Pinzette herauszupfen. Hausmittel in südlichen Gefilden ist ein 2-stündiges Olivenöl-Bad. Hartnäckige Überreste sollen dadurch abgestoßen werden. Danach die Wunde mit Desinfektionsmittel behandeln.

Wo das Risiko lauert – Quallen leben meist im offenen Meer, können aber an den Strand gespült werden. Seeigel fühlen sich an felsigen Küsten wohl. Grundsätzlich vor Ort nach gefährlichen Arten fragen und Einheimische beobachten, wo sie baden gehen.

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