Malaria hat nichts an Gefährlichkeit eingebüßt

Der beste Schutz vor Stichen der Anopheles-Mücke ist das Schlafen unter einem Moskitonetz
Der beste Schutz vor Stichen der Anopheles-Mücke ist, neben Insektenschutzmitteln und dem Tragen von langer Kleidung, das Schlafen unter einem Moskitonetz © iStock

Mitte der 50er Jahre startete die Weltgesundheitsorganisation ein groß angelegtes Anti-Malaria-Programm. Zehn Jahre später glaubte sie, die "Geißel der Tropen” im Griff zu haben. Ein Irrtum.

Das Wechselfieber, wie Malaria auch genannt wird, ist mit weltweit 200 bis 300 Millionen jährlichen Neuerkrankungen nach wie vor die Tropenkrankheit Nummer eins und hat nichts an Gefährlichkeit eingebüßt: Für 800.000 bis ca. 1,2 Millionen Menschen auf der Welt, etwa die Hälfte davon sind Kinder, bedeutet sie Jahr für Jahr den sicheren Tod.

Die Erreger sind Parasiten der Gattung Plasmodium, die Überträger die fünf bis acht Millimeter großen Weibchen der Fiebermücke Anopheles. Nach ihrem Stich vermehren sich die Plasmodien in Blut und Leber des Menschen und rufen zehn bis 40 Tage später die ersten Symptome hervor: Schüttelfrost, unregelmäßiges Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Erst im weiteren Verlauf kommt es bei den vier Malariaformen zu den jeweils typischen Fieberschüben: bei den zwei Arten der Malaria tertiana am ersten und dritten Tag, der zweite ist fieberfrei. Die Malaria quartana geht am ersten und vierten Tag mit Fieber einher, zwei Tage sind fieberfrei. Malaria tropica, die gefährlichste Form, kann ein Dauerfieber oder schnellen körperlichen Verfall ohne Fieber auslösen. Unbehandelt, endet sie bei jedem Fünften tödlich.

 

Das Malaria-Risiko innerhalb eines Landes ist abhängig von der Jahreszeit

Wer nach Afrika oder Asien reist, sollte sich intensiv mit der Krankheit befassen. Denn die Anopheles-Mücke lauert geradezu auf leichtsinnige Touristen, das heißt auf Reisende, die Schutzmaßnahmen versäumen beziehungsweise zu lässig handhaben und sich nicht vom Reisemediziner beraten lassen. Vor allem bei einer Einstellung wie dieser tut Aufklärung not: Vorbeugende Medikamente seien sinnlos, da die Erreger resistent gegen die Wirkstoffe wären. Richtig: Die sogenannte Chemoprophylaxe schützt zwar generell nicht vor einer Infektion, aber davor, dass die Krankheit ausbricht. Die Substanzen halten die Erreger in Schach.

Hinzu kommt: Da das Malaria-Risiko innerhalb eines Landes und abhängig von der Jahreszeit unterschiedlich hoch ist, muss die Prophylaxe individuell nach Reiseziel, -zeit, -dauer und -stil erfolgen.

Außerdem hilft die Prophylaxe nur, wenn man sie regelmäßig und bis vier Wochen nach Reiseende einnimmt. Malaria tropica ist dann nicht mehr zu erwarten. Die anderen, weniger bedrohlichen Erreger können allerdings in der Leber "überwintern" und noch nach Jahren eine Malaria verursachen.

 

Der beste Schutz, damit die Anopheles gar nicht erst sticht

  • Helle, langärmelige Kleidung und lange Hosen
  • Insektenschutzmittel (Repellentien) für die Haut
  • und das Schlafen unterm Moskitonetz

Dies kann die Gefahr ganz erheblich reduzieren. Noch geringer wird sie, wenn man beachtet, dass Mücken zwischen Abend- und Morgendämmerung aktiv sind und Brutplätze am Wasser lieben, zum Beispiel Seen, Sümpfe, Pfützen und Regentonnen.

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