Malaria: Ein Mückenstich zerstörte ein Weltreich ...

Die Malaria machte die Pläne von Alexander dem Großen zunichte
Alexander der Große stirbt in Babylon. Eigentlich hatte er einen Feldzug nach Arabien geplant. Doch die Malaria machte all seine Pläne zunichte © shutterstock

Auf dem Höhepunkt seiner Macht befiel den Feldherrn Alexander der Große hohes Fieber, das mehrere Tage andauerte. Sein Zustand verschlimmerte sich und so fiel er 10 Tage später einer Krankheit zum Opfer, die auch heute noch grassiert.

Er war einer der größten Feldherren aller Zeiten, dehnte sein Reich von Griechenland bis nach Indien aus. Doch als Alexander der Große (356 – 323 v. Chr.) mit 33 Jahren auf dem Gipfel des Ruhms stand, machte in Babylon ein tödliches Fieber seinen Weltmachtsträumen ein Ende.

Es begann nach einem ausgedehnten Nachtmahl: Als der Feldherr in den Palast zurückkehrte, fühlte er sich plötzlich unwohl. In der Nacht fieberte er bereits. Das Fieber hielt mehrere Tage an, doch konnte Alexander zunächst noch seine Generäle empfangen. Nach ein paar Tagen verschlimmerte sich sein Zustand. Alexander erkannte nun niemanden mehr. Am zehnten Tag war er tot.

Schnell sprach man von Gift. Doch heute geht man davon aus, dass es Malaria war. "Mit Alexanders Tod hatte die Malaria entscheidend in den Lauf der Geschichte eingegriffen und zehn Jahre nach dem Sieg über die Perser bei Issus das Schicksal seines Weltreichs besiegelt", schreibt der Medizinhistoriker Stefan Winkle. Nach Alexanders Tod wurde sein riesiges Reich unter vier Feldherren aufgeteilt.

 

Gefährliche Sümpfe

An dem Wechselfieber, wie es auch genannt wurde, starben Kaiser, Päpste und Dichter. Den romantischen Poeten Lord Byron (1788 – 1824), Schwarm der Londoner Gesellschaft und Liebling der Frauen, erwischte es in Griechenland. Der schöne Lord wollte sich dort als Freiheitskämpfer gegen die Türken in Szene setzen. Doch zum Kämpfen kam er gar nicht mehr, zuvor raffte ihn die Malaria dahin. Er muss so etwas schon geahnt haben, denn er schrieb: "Wenn wir nicht von den Türken niedergemetzelt werden, so werden wir wahrscheinlich dem Fieber in diesen schmutzigen Löchern erliegen."

Der berüchtigte Renaissance-Papst Alexander Borgia (1431 – 1503), dem in der Legende oft ein Gifttod nachgesagt wird, erlag ebenfalls der Malaria. Er starb nach vier heftigen Fieberanfällen im Vatikan. Rom galt jahrhundertelang als schwer fieberverseucht. Ungesunde Sümpfe umgaben die Stadt, die ein Eldorado für die Stechmücke waren. Sie spielt bei der Übertragung der Krankheit eine herausragende Rolle. Aber das wusste man lange Zeit nicht. Bekannt war nur, dass Feuchtgebiete in der heißen Jahreszeit besonders gefährlich waren. Das galt früher auch für die Oberrheinebene. 1761 etwa wurde Mannheim von einer Malaria-Epidemie heimgesucht. Später infizierte sich auch Schiller hier mit dem tückischen Wechselfieber.

 

Charakteristische Fieberschübe

Malaria ist noch heute eine der gefährlichsten Infektionskrankheiten. Verursacht wird sie von eineiigen Blutparasiten, sogenannten Plasmodien. Die Erreger befallen die roten Blutkörperchen und vermehren sich dort. Sie bringen die Blutkörperchen zum Platzen und setzen neue Plasmodien frei. Die Zerstörung der roten Blutkörperchen löst einen Fieberschub aus, der sehr belastend sein kann. Diese Fieberschübe sind charakteristisch für die Malaria.

Überträger der Krankheit sind infizierte weibliche Anopheles-Mücken. Mit dem Stich der Mücken gelangen die Blutparasiten in den menschlichen Organismus. Je mehr Plasmodien die Mücken in sich tragen, umso gravierender ist es für den Menschen.

 

Es gibt drei unterschiedliche Malaria-Formen

Man unterscheidet drei verschiedene Malaria-Arten mit unterschiedlichem Krankheitsverlauf. Die leichteste Form ist die Malaria tertiana. Sie tritt in gemäßigten Zonen auf. Die Fieberschübe wiederholen sich alle 48 Stunden, nach zwölf Fieberschüben ist die Krankheit meist überwunden. Bei der Malaria quartana dauern die Schübe länger, wiederholen sich aber nur alle 72 Stunden. Nach 20 Fieberschüben ist die Krise überstanden. Die gefährlichste Form ist die Malaria tropica, die, wie der Name schon sagt, in den Tropen und Subtropen vorkommt. Die Fieberschübe treten hier unregelmäßig auf und enden ohne Behandlung meist tödlich durch Schock, Nierenversagen oder Lungenödem.

 

Nie wieder Mückenstiche

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