Magnesiummangel behandeln – so geht’s

Mona Trautmann
Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Da ein Magnesiummangel schwere gesundheitlichen Folgen haben kann, sollten Sie ihn schnellstmöglich behandeln.

Bei einem leichten Mangel reicht es aus, vermehrt Nahrungsmittel zu essen, die reich an Magnesium sind. Je nach Ausprägung des Mangels empfiehlt der Arzt aber auch Nahrungsergänzungsmittel, die die Magnesiumspeicher wieder auffüllen.

Frau hält Glas mit Brausetablette in der Hand
Präparate können eingenommen werden, um die empfohlene Tagesdosis an Magnesium zu erreichen oder einen Mangel auszugleichen © iStock/Sam Edwards
 

Magnesiummangel mit Präparaten behandeln

Gerade Sportler, Schwangere und Menschen mit Diabetes haben oft Probleme, den Tagesbedarf an Magnesium über die Ernährung zu decken. Um die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung empfohlene Tagesdosis von 300 bis 400 Milligramm Magnesium zu erreichen, müsste ein gesunder Erwachsener zum Beispiel sechs bis sieben Bananen essen.

Je nach Lebensweise oder Gesundheitszustand ist es nur schwer möglich, den Bedarf allein über die Nahrung zu decken. Besonders wenn bereits ein Magnesiummangel besteht, ist es daher sinnvoll, zusätzlich zu einer magnesiumreichen Ernährung Präparate einzunehmen. Magnesium gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen:

  • Brausetabletten: Werden in Wasser aufgelöst und getrunken
  • Granulat: Kann ohne Flüssigkeit aufgenommen werden und löst sich im Mund auf
  • Injektionen: Das Magnesium wird mittels einer Ampulle in den Körper gespritzt
  • Kapseln/Tabletten: Werden unzerkaut mit Wasser eingenommen
  • Lutschtabletten: werden gelutscht

Magnesiumpräparate erhalten Sie in der Apotheke. Fragen Sie Ihren Hausarzt, welche Dosierung für Sie geeignet ist. Wenn Sie an einer Nierenerkrankung leiden, sollten Sie Ihren Arzt darüber informieren, bevor Sie Magnesium einnehmen. Hier besteht die Gefahr einer Überdosierung, da die Nieren den Mineralstoff nicht ausreichend ausscheiden können.

Wichtig ist es vor allem, die Ursache für Magnesiummangel festzustellen und nicht nur die Symptome zu behandeln.

Frau macht Liegestütze und schwitzt
Bei der Behandlung von Magnesiummangel ist es wichtig, die Ursache zu kennen. So verlieren beispielsweise Sportler viel Magnesium durch den Flüssigkeitsverlust beim Schwitzen© iStock/gorodenkoff
 

Wie hoch ist der Magnesiumbedarf?

Um einem Magnesiummangel vorzubeugen, ist eine ausreichende Versorgung über die Ernährung oder Präparate wichtig. Der tägliche Bedarf ist abhängig von Alter und Gesundheitszustand eines Menschen. Sie sollten sich an folgenden Richtwerten orientieren:

Kinder bis 4 Jahre: 24 bis 80 Milligramm

Kinder und Jugendliche bis 15 Jahre: 120 bis 300 Milligramm

Ab dem 15. Lebensjahr: 300 bis 400 Milligramm

 

Magnesium richtig einnehmen ­– Mangel behandeln

  • Magnesiumpräparate können Sie unabhängig von den Mahlzeiten einnehmen.
  • Je nach Präparat erfolgt die Einnahme einmal oder mehrmals täglich.
  • Wenn Sie unter nächtlichen Wadenkrämpfen leiden, empfehlen manche Ärzte die Einnahme direkt vor dem Schlafengehen.
  • Nehmen Sie Schilddrüsenmedikamente (am Morgen) ein, empfiehlt sich eine Magnesium-Einnahme am Abend, um Wechselwirkungen auszuschließen.
  • Nehmen Sie zusätzlich zu Magnesium auch Kalzium ein, halten Sie zwei bis drei Stunden Abstand zwischen den Einnahmen – beide Präparate könnten sonst gegenseitig ihre Wirkung beeinträchtigen.
  • Um den Magnesiummangel zu behandeln, sollten Sie das Präparat über einen Zeitraum von vier bis sechs Wochen einnehmen.
Frau liegt mit Wärmflasche auf dem Bauch im Bett
Leiden Sie nach der Einnahme von Magnesium an Bauchschmerzen, sollten Sie das Präparat anfangs geringer dosieren© iStock/Carlo107
 

Mögliche Nebenwirkungen von Magnesium

In manchen Fällen kommt es bei der Einnahme von Magnesium zu weichem Stuhlgang oder Durchfall. Das muss nicht heißen, dass Sie das Präparat nicht vertragen – wahrscheinlich haben Sie die Einnahme mit einer zu hohen Dosis begonnen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt ab, wie viel Magnesium Sie nehmen sollten und steigern Sie die empfohlene Menge langsam, um zu testen, wie viel ihr Körper aufnehmen kann.

Da der Körper überschüssiges Magnesium ausscheidet, kommt eine Überdosierung sehr selten vor. In diesen Fällen liegt meist eine Nierenerkrankung (Nierenversagen) vor.

 

Welche Arten von Magnesiumpräparaten gibt es?

Bei der Wahl des Magnesiums sollten Sie auf die Bioverfügbarkeit achten: Das Präparat sollte vom Körper verwertbar sein. Ist das nicht der Fall, scheidet er das aufgenommene Mineral über den Urin wieder aus und verhindert so die Wirkung. In Studien wurde festgestellt, dass Produkte mit organischen Magnesiumverbindungen effektiv verwertet werden. Dazu gehören Magnesiumcitrat, Magnesium-aspartat und Magnesium-aspartat-hydrochlorid.

Vorbeugung
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