Magenspiegelung: Wie ist der Ablauf und gibt es Risiken?

Anne Körbel

Eine Magenspiegelung (Gastroskopie) wird zur Diagnostik und Therapie im Magen-Darm-Bereich eingesetzt. Sie kann helfen, die Ursachen für Beschwerden im oberen Verdauungstrakt zu finden, wie beispielsweise Entzündungen, Geschwüre oder Polypen, die entarten und sich zu Magenkrebs entwickeln können. In der Regel verursacht eine Magenspiegelung keine Schmerzen – doch wie läuft sie eigentlich ab?

Inhalt
  1. Was ist eine Magenspiegelung?
  2. Wann sollte ich eine Gastroskopie machen lassen?
  3. Wie kann ich mich vorbereiten?
  4. Wie läuft eine Magenspiegelung ab?
  5. Wie lange dauert eine Magenspiegelung – und welche Risiken gibt es?
 

Was ist eine Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung erfolgt meistens durch einen Gastroenterologen. Sie kann ambulant in einer Praxis oder im Krankenhaus durchgeführt werden. Die Gastroskopie (Spiegelung des Magens) setzt sich aus den griechischen Wörtern „gaster“ (für Magen) und „skopein“ (für schauen) zusammen. Dabei werden die Speiseröhre (Ösophagus), der Magen (Gaster) und der obere Teil des Zwölffingerdarms (Duodenum) untersucht. Deswegen spricht man auch in der Medizin von einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie. Während der Untersuchung sind auch Entnahmen von Gewebe und Sekret sowie kleine operative Eingriffe möglich.

Bei unklaren Beschwerden ist eine Gastroskopie anderen Diagnoseverfahren wie Röntgenuntersuchungen, dem CT (Computertomografien) oder MRT (Kernspintomografien) überlegen, da ein Blick auf die Schleimhaut meistens eine bessere Diagnosestellung ermöglicht.

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Wann sollte ich eine Gastroskopie machen lassen?

Eine Magenspiegelung sollte durchgeführt werden, wenn folgende Symptome auftreten:

• Schmerzen und Störungen beim Schlucken
• Entzündungen und Krampfadern der Speiseröhre
• Chronischer Husten mit Verdacht auf Fisteln, Ausstülpungen oder Säurerückfluss aus der Speiseröhre
• Andauernde Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit
• Unklarer Gewichtsverlust
• Blut im Stuhl
• Andauerndes Sodbrennen
• Schmerzen im Oberbauch oder vermehrte Blähungen
• Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis)
• Erbrechen von Blut
• Magentumoren
• Geschwüre im Verdauungstrakt

Eine Untersuchung kann aber auch therapeutische Gründe haben:

• Abtragung kleiner Geschwülste (Polypen)
• Blutungsstillungen in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm
• Entfernung von verschluckten Fremdkörpern
• Aufdehnung und Verengung der Speiseröhre mit flexiblen Dehnungsstäbchen oder Lasertherapie

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Wie kann ich mich vorbereiten?

Zur Vorbereitung auf die Magenspiegelung führt der Arzt ein Aufklärungsgespräch. Er infomiert über die Vorgehensweise bei der Untersuchung und klärt über eine mögliche Narkose und Komplikationen auf.

Zur Magenspiegelung sollte man nüchtern erscheinen, da sonst Speisebrei bei der Untersuchung dem Arzt die Sicht versperren könnte. Man darf daher acht Stunden vor der Untersuchung keine Nahrung oder Getränke zu sich nehmen, wie Milch oder Kaffee mit Zucker. Wer unbedingt etwas trinken möchte, sollte höchstens auf klares Wasser (ohne Kohlensäure) zugreifen. Maximal zwei Stunden vor der Magenspiegelung muss dann auch auf Wasser verzichtet werden. Herausnehmbare Zahnprothesen sollten für den Eingriff entfernt werden.

Auf Wunsch kann der Arzt die Magenspiegelung unter Narkose durchführen. In dem Fall muss man sich nach der Untersuchung von einer Begleitperson oder einem Taxi abholen lassen, da man für den Rest des Tages verkehrsuntüchtig ist.

 

Wie läuft eine Magenspiegelung ab?

Für die Magenspiegelung wird ein sogenanntes Gastroskop benutzt (ein optisches Gerät in Form eines Kunstschlauches). Es wird dem Patienten über den Mund und Rachen in den Magen bis in den Zwölffingerdarm geschoben. Das Gastroskop hat eine Minikamera, deren Bilder auf den Monitor übertragen werden. Über Glasfasern wird Licht in das Gerät geleitet. Über andere Kanäle kann der Arzt Luft oder Flüssigkeit zuführen oder absaugen als auch über Zangen, Schlingen und weitere Instrumente verfügen. 

Zur Untersuchung liegt man auf der linken Seite, weil so der Weg durch den Magen mit dem Gastroskop besser einsehbar und leichter zu finden ist. Um Beschädigungen des Instruments zu verhindern, wird vorsorglich ein stabiler Beißring zwischen den Schneidezahnreihen platziert. Beim Erreichen des Magens bläst der Arzt mit dem Gastroskop ein spezielles Luft-Gas-Gemisch hinein, da durch die Weitung die Strukturen besser zu erkennen sind.

Nun wird die Schleimhaut von Speiseröhre, Magen und dem Zwölffingerdarm genau betrachtet. Gewebeproben können bei Veränderungen genommen werden oder auch um Hinweise auf eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) zu erhalten. Sie werden im Anschluss untersucht. Die Probeentnahmen bereiten keine Schmerzen.

Eventuell auftretende Blutungen können mit kleinen Metallclips, Gummibändern oder Unterspritzungen von blutungsstillenden Medikamenten unterbunden werden. Während der Gastroskopie lassen sich auch Ernährungssonden direkt legen und Prothesen zur Überbrückung von Engstellen in der Speiseröhre fixieren.

Ist die Untersuchung beendet, wird das Luft-Gas-Gemisch abgesaugt – damit wird das Risiko für Magenschmerzen verringert. Dann zieht der Gastroenterologe das Gastroskop wieder vorsichtig heraus. Zur Überwachung wird der Patient in einen Aufwachraum gebracht.

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Wie lange dauert eine Magenspiegelung – und welche Risiken gibt es?

Je nach Grund für den Eingriff können Dauer und Ablauf der Magenspiegelung variieren, in der Regel liegt sie zwischen fünf und zehn Minuten. Die Gastroskopie gilt als schonendes Verfahren – es kommt selten zu Schmerzen nach der Untersuchung.

Es kann aber zu unangenehmen Begleiterscheinungen kommen, zum Beispiel:

• Würgereflex beim Einführen in den Rachen
• Heiserkeit oder Schluckbeschwerden nach der Untersuchung durch Reizung des Kehlkopfs
• Aufstoßen oder Blähungen
• Kleinere Verletzungen der Schleimhaut

Bis zum Abklingen des Taubheitsgefühls sollte man nicht essen oder trinken, da man sich sonst verschlucken könnte. Die Beschwerden verschwinden in der Regel nach wenigen Stunden.

Nur selten kommt es bei einer Magenspiegelung zu Komplikationen, wie einem Durchstoßen der Wand von Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm (Perforation). Normalerweise kann der Befund direkt nach der Untersuchung besprochen werden. Meistens bekommt aber der Hausarzt den Bericht, den er dann mit dem Patienten bespricht, um gegebenenfalls nach der Magenspiegelung weitere Maßnahmen einzuleiten.

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