Magenspiegelung

Anne Körbel
Magenspiegelung
© iStock/kot63
Inhalt
  1. Was ist eine Magenspiegelung?
  2. Was sind Gründe für eine Magenspiegelung?
  3. Wie muss ich mich vorbereiten?
  4. Wie läuft eine Magenspiegelung ab?
  5. Welche Risiken gibt es bei einer Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung wird zur Diagnostik und Therapie im Magen-Darm-Bereich eingesetzt. Sie kann helfen die Ursachen für Beschwerden im oberen Verdauungstrakt zu finden, wie beispielsweise Entzündungen, Geschwüre oder Polypen, die sich entarten und zu Magenkrebs entwickeln. Wie eine Magenspiegelung abläuft, lesen Sie hier bei PraxisVita.

 

Was ist eine Magenspiegelung?

Eine Magenspiegelung erfolgt meistens durch einen Gastroenterologen. Sie kann ambulant in einer Praxis oder im Krankenhaus durchgeführt werden. Die Gastroskopie (Spiegelung des Magens) setzt sich aus den griechischen Wörtern „gaster“ (für Magen) und „skopein“ (für schauen) zusammen. Bei einer Magenspiegelung wird die Speiseröhre (Ösophagus), der Magen (Gaster) und der obere Teil des Zwölffingerdarms (Duodenum) untersucht. Deswegen spricht man auch in der Medizin von einer Ösophago-Gastro-Duodenoskopie. Während der Untersuchung sind auch Entnahmen von Gewebe und Sekret sowie kleine operative Eingriffe möglich.

Bei unklaren Beschwerden ist eine Gastroskopie anderen Diagnoseverfahren wie Röntgenuntersuchungen, dem CT (Computertomografien) oder MRT (Kernspintomografien) überlegen, da ein Blick auf die Schleimhaut meistens eine sichere Diagnose ermöglicht.

 

Was sind Gründe für eine Magenspiegelung?

Diagnostische Gründe:

• Schmerzen und Störungen beim Schlucken

• Entzündungen und Krampfadern der Speiseröhre

• Chronischer Husten mit Verdacht auf Fisteln, Ausstülpungen oder Säurerückfluss aus der Speiseröhre

• Andauernde Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit

• Unklarer Gewichtsverlust

• Blut im Stuhl

• Andauerndes Sodbrennen

• Schmerzen im Oberbauch oder vermehrte Blähungen

Entzündungen der Magenschleimhaut (Gastritis)

Querschnitt durch zwei Magen - normal und entzündet
Querschnitt durch zwei Magen - normal und entzündet © iStock/ttsz

• Erbrechen von Blut

• Magentumore

• Geschwüre im Verdauungstrakt

• Entnahme von Gewebeabstrichen mit Bürsten

• Entnahme von Gewebeproben (Biopsie) mit Zangen

Therapeutische Indikationen:

• Abtragung kleiner Geschwülste (Polypen)

• Blutungsstillungen in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm

• Entfernung von verschluckten Fremdkörpern

• Aufdehnung und Verengung der Speiseröhre mit flexiblen Dehnungsstäbchen oder Lasertherapie

 

Wie muss ich mich vorbereiten?

Vor der Gastroskopie wird der Arzt mit Ihnen ein Aufklärungsgespräch führen, in dem er Sie über den Vorgang bei der Untersuchung sowie mögliche Narkosegeschichten und Komplikationen aufklärt.

Zur Magenspiegelung sollten Sie nüchtern erscheinen, da sonst Speisebrei bei der Untersuchung dem Arzt die Sicht versperren könnte. Wer unbedingt etwas trinken möchte, sollte höchstens auf klares Wasser zugreifen. Herausnehmbare Zahnprothesen sollten für den Eingriff herausgenommen werden. Sie können auf Wunsch eine Narkose erhalten. Wenn Sie eine Narkose erhalten haben, muss sich nach der Untersuchung eine Begleitperson oder ein Taxi abholen, da Sie für den Rest des Tages verkehrsuntüchtig sind.

 

Wie läuft eine Magenspiegelung ab?

Für die Magenspiegelung wird ein sogenanntes Gastroskop benutzt, was ein optisches Gerät in Form eines Kunstschlauches ist. Es wird dem Patienten über den Mund und Rachen in den Magen bis in den Zwölffingerdarm geschoben. Das Gastroskop hat eine Minikamera, deren Bilder auf den Monitor übertragen werden. Über Glasfasern wird Licht in das Gerät geleitet. Über andere Kanäle kann der Arzt Luft oder Flüssigkeit zuführen oder absaugen als auch über Zangen, Schlingen und weitere Instrumente verfügen. 

Magenspiegelung
Bei einer Magenspiegelung werden Speiseröhre, Magen und der Zwölffingerdarm genau untersucht © iStock/normaals

Zur Untersuchung liegen Sie auf der linken Seite, weil so der Weg durch den Magen mit dem Gastroskop besser einsehbar und leichter zu finden ist. Um Beschädigungen des Instruments zu verhindern, wird vorsorglich ein stabiler Beißring zwischen den Schneidezahnreihen platziert. Beim Erreichen des Magens bläst der Arzt mit dem Gastroskop ein spezielles Luft-Gas-Gemisch hinein, da durch die Weitung die Strukturen besser zu erkennen sind.

Bei der Magenspiegelung wird die Schleimhaut von Speiseröhre, Magen und dem Zwölffingerdarm genau betrachtet. Gewebeproben können bei Veränderungen genommen werden oder auch um Hinweise auf eine Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) zu erhalten. Die Probeentnahmen bereiten keine Schmerzen. Sie werden im Anschluss untersucht.

Blutungen können mit kleinen Metallclips, Gummibändern oder Unterspritzungen mithilfe von blutungsstillenden Medikamenten unterbunden werden.

Mit einer Gastroskopie lassen sich auch Ernährungssonden direkt legen und Prothesen zur Überbrückung von Engstellen in der Speiseröhre fixieren.

Je nach Grund für den Eingriff können Dauer und Ablauf der Magenspiegelung variieren.

Zuletzt wird das Luft-Gas-Gemisch abgesaugt. Damit wird das Risiko für Magenschmerzen nach der Untersuchung verringert. Am Ende der Magenspiegelung zieht der Gastroenterologe das Gastroskop wieder vorsichtig heraus. Zur Überwachung werden Sie in einen Aufwachraum gebracht.

Gastroskop
Ein Gastroskop mit Beißringen © iStock/kot63
 

Welche Risiken gibt es bei einer Magenspiegelung?

Die Gastroskopie gilt als schonendes Verfahren. Es kommt selten zu Schmerzen nach der Untersuchung. Beim Einführen in den Rachen löst das Endoskop den Würgereflex aus, was viele Patienten als unangenehm empfinden und daher eine Betäubung oder Narkose bei der Untersuchung bevorzugen. Heiserkeit oder Schluckbeschwerden können nach der Untersuchung durch eine Reizung des Kehlkopfs entstehen. Bis zum Abklingen des Taubheitsgefühls sollten Sie nicht essen oder trinken da Sie sich sonst verschlucken könnten. Die Beschwerden gehen in der Regel jedoch relativ schnell wieder weg.

Nur selten kommt es bei einer Magenspiegelung zu Komplikationen, wie Verletzungen der Schleimhaut oder einem Durchstoßen der Wand von Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm (Perforation).

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