Magenprobleme: 7 Gründe, die auf den Magen schlagen

Susanne Petersen Medizinredakteurin

Magenprobleme mit Symptomen wie Sodbrennen, Völlegefühl oder Übelkeit sind weit verbreitet. Unbehandelt können Magenprobleme Reflux, Gastritis oder Magengeschwüre verursachen. Was schlägt auf den Magen? Diese 7 Gründe stecken meist dahinter!

Magenprobleme: 7 Gründe, die auf den Magen schlagen
Ursache für Magenprobleme wie Völlegefühl oder Sodbrennen ist meist ein ungesunder Lebenswandel, der die Magenschleimhaut reizt Foto:  iStock / LaylaBird
Inhalt
  1. Ständig Magenprobleme? Das sind 7 häufige Gründe
  2. Magenprobleme: Symptome merkt man oft erst spät
  3. Magenprobleme: Was sollten Sie essen?
  4. Magenprobleme: Was tun?

Wer häufiger unter Magenproblemen leidet, hat vermutlich eine angegriffene Magenschleimhaut. Die Schleimhaut des Magens bildet nicht nur die Magensäure, sie kleidet auch den Magen mit einer dicken Schleimschicht aus, die die Magenwand vor dieser ätzenden Magensäure schützt – damit sich der Magen nicht selbst „verdaut“. Verschiedene Ursachen können dafür verantwortlich sein, dass dieser Schutz nicht mehr ausreichend funktioniert und dadurch Magenprobleme auftauchen. 

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Ständig Magenprobleme? Das sind 7 häufige Gründe

Wer einmal gesündigt hat und zu viel gegessen oder zu viel Alkohol getrunken hat, muss nicht gleich an ständigen Magenproblemen leiden. Durch häufigere Belastung allerdings kann es zu Beschwerden kommen. Dies sind 7 häufige Gründe:

1. Magenprobleme durch Viren und Bakterien

Infektionskrankheiten können das empfindliche Gleichgewicht des Magens angreifen. Zu den häufigsten Auslösern einer angegriffenen Magenschleimhaut zählt das Bakterium Helicobacter pylori. Ungefähr die Hälfte der Erwachsenen ist damit infiziert, oft unbemerkt. Denn nicht immer macht dieser Erreger Probleme, er gilt jedoch als Risikofaktor für Magengeschwüre und Tumore.

Helicobacter pylori hat sich speziell an die Bedingungen im Magen angepasst. Die Übertragungswege sind noch nicht eindeutig geklärt, häufig tritt die Infektion unter Menschen mit engem Kontakt (Familien) auf. Wer an unklaren Magenproblemen leidet, sollte bei seiner Ärzt:in diesen Erreger ausschließen lassen (zum Beispiel durch einen Helicobacter-Atemtest).

2. Magenprobleme durch Stress

Wer sprichwörtlich alles in sich hineinfrisst und Stress, Ärger und Kummer nur mit sich selbst ausmacht, hat eine höhere Wahrscheinlichkeit, an Magenproblemen zu leiden. Der Magen und das vegetative Nervensystem hängen eng zusammen. Oder anders formuliert: Bauch und Hirn sind über Nervenbahnen eng miteinander verzahnt.

Wer entspannt ist, kann besser verdauen. Bei Stress funktioniert die Eigenbewegung des Magens nicht mehr so gut, die Nahrung bleibt länger im Magen, mehr Säure wird produziert. Das kann zu Sodbrennen und Reflux führen. Auch Stresshormone wie Cortisol beeinflussen den Magen. 

Angst, Kummer und Stress können psychosomatische Erkrankungen wie Migräne, Tinnitus oder Gastritis begünstigen. Die Krankheit erhöht den Stress oft noch mehr. Wichtig ist dann der Ausbruch aus dieser Spirale, etwa mithilfe einer Gesprächstherapie
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3. Magenprobleme infolge von Übergewicht

Ein paar Kilos zu viel müssen nicht unbedingt zu Magenproblemen führen. Wenn aber das Gewicht deutlich zu hoch ist, belasten die Fettansammlungen im Magenbereich die Funktionsfähigkeit. Das Fett drückt auf den Magen – auch die zu verdauende Nahrung wird so nach oben gedrückt. Mit der Zeit kann der obere Schließmuskel des Magens diesem Druck nicht mehr standhalten. Magensäure fließt in die Speiseröhre, was zu Sodbrennen und der Refluxkrankheit führen kann.

4. Magenprobleme durch schlechte Ernährung

Die Magensäure kann so einiges verdauen, theoretisch könnten wir Käfer essen und der harte Eiweißpanzer würde durch die Säure zersetzt. Essen wir jedoch zu oft zu fettig, zu scharf oder zu süß, bedeutet dies Schwerstarbeit für den Magen. Gerade industriell hergestellte Fertigprodukte, panierte und frittierte Speisen belasten den Magen. Als Kompensation fährt der Magen die Säureproduktion hoch, er reagiert gereizt und seine Muskeln verkrampfen. 

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5. Magenprobleme nach Alkohol und durch Rauchen

Ein übermäßiger Gebrauch von Genussmitteln kann ebenfalls die Magenschleimhaut reizen und zu einer dauerhaften Gastritis (Magenschleimhautentzündung) und zu Sodbrennen oder Reflux führen. Alkoholkonsum führt dazu, dass der Magen vermehrt durchblutet und mehr Magensäure gebildet wird. Gleichzeitig wird nicht mehr vom schützenden Magenschleim gebildet, so dass die Magensäure die Schleimhaut angreift. Auch Rauchen führt zu einer erhöhten Magensäureproduktion und steht im Verdacht, die Refluxkrankheit auszulösen. 

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6. Magenprobleme durch Medikamente

Die Einnahme entzündungshemmender Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Ibuprofen, Diclofenac oder Acetylsalicylsäure gehört zu den häufigsten Auslösern einer Magenschleimhautentzündung. Wer regelmäßig solche Schmerzmittel einnimmt, läuft Gefahr, dass die Schleimhaut geschädigt wird. Die Wirkstoffe dieser Medikamente blockieren die Bildung des Hormons Prostaglandin, das für die Produktion von Magenschleim und von Stoffen, die die Magensäure neutralisieren, wichtig ist.

Deswegen sollte bei längerer Einnahme unbedingt beachtet werden, dass Schmerzmittel nie auf nüchternen Magen eingenommen werden sollten. Zudem wird oft ein sogenannter Protonenpumpenhemmer (PPI) mit verschrieben, der die Säureausschüttung des Magens um bis zu 90% hemmt.

7. Magenprobleme durch Erkrankungen

Manchmal sind Erkrankungen für Magenprobleme verantwortlich. Oft kommen sie aus dem Magen selbst: Gastritis, Ulkus (Magengeschwür) und Reizmagen sind mögliche Ursachen. Beschwerden der Leber, eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse und sogar ein Herzinfarkt können ebenfalls Gründe für Magenschmerzen oder erhöhte Säureproduktion sein. 

 

Magenprobleme: Symptome merkt man oft erst spät

Bis es zu Symptomen bei Magenproblemen kommt, kann die Magenschleimhaut schon deutlich geschädigt sein. Chronische Entzündungen der Magenschleimhaut verursachen lange Zeit nur leichte Beschwerden, zum Beispiel Völlegefühl und Aufstoßen nach Mahlzeiten. Oder gelegentliches Sodbrennen.

Bei einer akuten Gastritis können die Symptome heftiger erscheinen, neben einem aufgeblähten Bauch kommen oft Übelkeit und Erbrechen hinzu.

Deswegen sollten Sie aufmerksam sein und Zeichen wie Druckgefühl im Bauch, Völlegefühl, häufiges Aufstoßen oder Sodbrennen nicht ignorieren. In den meisten Fällen lassen sich diese Symptome durch eine Lebensumstellung wieder beseitigen, bevor sie chronisch werden und zu ernsteren Krankheiten wie Magengeschwüren führen. 

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Magenprobleme: Was sollten Sie essen?

Eine Verschnaufpause in Form von Schonkost tut dem Magen gut und kann der Schleimhaut helfen, sich zu regenerieren. Natürlich ist jeder Magen individuell, deswegen sollte jede/r darauf achten, was dem angegriffenen Magen guttut.

Darüber hinaus gibt es Lebensmittel, die auf die Magenschleimhaut beruhigend wirken. Dazu gehören Haferflocken oder Kartoffeln. Säurehaltige bzw. Säure fördernde Lebensmittel wie Tomaten, saures Obst, manche Milchprodukte, kohlensäurehaltige Getränke und fettige, zuckerhaltige Lebensmittel sollten Sie meiden.

 

Magenprobleme: Was tun?

Neben einer magenschonenden Kost sollten Sie versuchen, weniger Stress in Ihr Leben zu lassen. Langsames Kauen und kleinere Portionen zu genießen tut dem Magen gut. Abends sollten Sie nicht zu spät essen und leicht erhöht schlafen, damit die Magensäure nicht in die Speiseröhre steigt.

Auch ein Verdauungsspaziergang hilft dem Magen, denn er regt die Muskeltätigkeit an und hilft dadurch, Speisen schneller zu verdauen.

Magenprobleme: Hausmittel und Heilpflanzen

Bei Magenproblemen können Bitterstoffe aus der Natur eingesetzt werden, die bei der Verdauung helfen. Löwenzahn oder Ingwer gehören dazu. Anis, Kamille, Kümmel, Salbei, Melisse oder Fenchel beruhigen den Magen. Heilerde kann ebenfalls helfen, die Magensäure zu neutralisieren. 

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Präparate aus der Apotheke mit pflanzlicher Komponente können ebenfalls unterstützen, wenn Magenprobleme nicht mehr verschwinden wollen. Der Feigenkaktus, der eigentlich als Zierpflanze bekannt ist, kann als Extrakt bei Magenbeschwerden unterstützen. In der sizilianischen Volksmedizin wird er seit jeher gegen säurebedingte Magenbeschwerden eingesetzt. Das Gel aus dem Inneren des Feigenkaktus hilft bei säurebedingten Problemen wie Sodbrennen oder Reflux, denn die pflanzlichen Schleimstoffe bilden einen Schutzfilm, der sich auf die angegriffene Schleimhaut der Speiseröhre legt.

Solche Feigenkaktus-Präparate aus der Apotheke werden in Kombination mit mineralischen Säurepuffern kombiniert. Die überschüssige Magensäure wird damit neutralisiert, die Beschwerden können schnell und gut verträglich gelindert werden. Präparate mit mineralischen Säurepuffern und Feigenkaktusextrakt werden am besten nach den Mahlzeiten eingenommen.

Wer unter Magenproblemen leidet, sollte zunächst die Gründe ermitteln und eine medizinische Diagnose stellen lassen – wenn die Ursachen geklärt sind, lassen sich Magenprobleme durch eine Umstellung der Lebensgewohnheiten, durch Hausmittel und durch Arzneimitteln mit pflanzlichen Bestandteilen beseitigen.

Quelle:

Häufige Erkrankungen von Magen und Darm, in: internisten-im-netz.de

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