Magengeschwür: Welche Ernährung die Richtige ist

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Bei einem Magengeschwür gilt es für die richtige Ernährung zu wissen, was man essen kann und worauf man lieber verzichten sollte.

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Inhalt
  1. Magengeschwüre verursachen Schmerzen und Übelkeit
  2. Magengeschwür und Ernährung – worauf sollte man achten?
  3. Ernährung beim Magengeschwür: Worauf sollte man besser verzichten?
  4. Ernährung beim Magengeschwür: Was können Patienten noch tun?

Ein Magengeschwür lässt sich gut mit Medikamenten behandeln, aber auch die richtige Ernährung unterstützt den Heilungsprozess. Diese Lebensmittel sollten auf der Einkaufsliste nicht fehlen.

 

Magengeschwüre verursachen Schmerzen und Übelkeit

Magengeschwüre oder die eng verwandten Zwölffingerdarmgeschwüre sind Wunden in der Schleimhaut des Verdauungssystems. Sie entstehen durch Stress, hohen Alkoholkonsum, durch die Einnahme mancher Medikamente und durch den Keim Helicobacter Pylori. Charakteristisch sind Schmerzen im Oberbauch, Übelkeit oder Erbrechen. Unbehandelt können Magengeschwüre bluten, in den Bauchraum durchbrechen oder zu Magenkrebs werden.

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Magengeschwür und Ernährung – worauf sollte man achten?

Eine spezielle Diät bei einem Magengeschwür gibt es nicht. Eine Ernährung im Sinne einer Schonkost ist ein Relikt früherer Zeiten, als es außer chirurgischen Eingriffen keine Möglichkeit gab, Magengeschwüre zu behandeln. Die Liste zeigt, worauf man dennoch achten sollte.

  • Ärzte raten heute zu einer leichten Vollkost. Das heißt, ein Patient mit einem Magengeschwür kann essen, was er mag und was er verträgt.
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Vollkornbrot oder Nudeln aus Vollkornmehl unterstützen die Verdauung.
  • Auch frisches oder gedünstetes Gemüse und Obst enthält viele pflanzliche Fasern, was dem Darm zu Gute kommt.
  • Pflanzliche Öle mit ungesättigten Fettsäuren (z. B. Olivenöl) scheinen die Abheilung von Magengeschwüren zu beschleunigen.
 

Ernährung beim Magengeschwür: Worauf sollte man besser verzichten?

Wird der Magen gereizt, entsteht mehr Magensäure, und das Geschwür heilt schlechter ab. Auch nach der erfolgreichen Behandlung kann es zum Rezidiv, sprich zum erneuten Auftreten von Magengeschwüren kommen. Deshalb ist es ratsam, einige Lebensmittel und Genussmittel zu streichen:

  • Alkohol – nicht nur in hochprozentiger Form, sondern auch als Bier oder Wein, sollte komplett vermieden werden.
  • Auf den Konsum von Zigaretten, Zigarren, Shishas oder E-Zigaretten verzichtet man auch besser.
  • Kaffee reizt aufgrund des Koffeins und der Röstprodukte den Magen. Kleine Mengen sind in Ordnung, falls sie vertragen werden
  • Gewürze, vor allem Knoblauch, scharfer Senf, Meerrettich oder Pfeffer, kurbeln die Verdauung an, was zu mehr Magensäure führt. Stark gesalzene Speisen reizen die Magenschleimhaut ebenfalls. Besser auf Alternativen ausweichen und milder würzen.

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Ernährung beim Magengeschwür: Was können Patienten noch tun?

Nicht nur die Ernährung kann zu einer Besserung der Magengeschwüre beitragen. Folgende drei Tipps können ebenfalls

  • Speisen langsam und gründlich kauen, dadurch hat der Magen weniger Arbeit.
  • Besser fünf bis sechs kleine Mahlzeiten am Tag als zwei bis drei große Gerichte. Das belastet den Magen-Darm-Trakt weniger stark.
  • Ausreichend trinken – mindestens zwei bis 2,5 Liter pro Tag. Ist der Körper dehydriert, wird weniger verdauungsfördernder Magensaft produziert

Hinweis: Das Magengeschwür muss als tiefe Verletzung der Schleimhaut immer vom Arzt diagnostiziert und therapiert werden. Aufgrund möglicher Komplikationen sollte man nicht versuchen, ein Magengeschwür über die Ernährung allein zu behandeln.

Quellen:

Hanns-Wolf Baenkler (2015), Kurzlehrbuch Innere Medizin, Stuttgart: Thieme-Verlag.

Irmtraut Koop (2013), Gastroenterologie compact, Stuttgart: Thieme-Verlag.

Leitlinie Helicobacter Pylori und gastroduodenale Ulkuskrankheit, in: awmf.org

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