Männliche Unfruchtbarkeit – was wirklich hilft

Carolin Banser Medizinredakteurin
Roter Ginseng
Roter Koreanischer Ginseng, Rosskastanie, Mineralstoffe und Omega 3 Fettsäuren haben eine nachgewiesene Wirkung auf die männliche Fruchtbarkeit © Fotolia

Männer sind fast genauso häufig von Unfruchtbarkeit betroffen wie Frauen. Nicht immer sind synthetische Medikamente nötig, wenn das Wunschkind auf sich warten lässt. Wir verraten, welche Hausmittel ganz natürlich die Fruchtbarkeit anregen.

Ein unerfüllter Kinderwunsch ist keine Frauensache: Statistisch verteilen sich die Ursachen auf beide Geschlechter gleichermaßen: Zu jeweils rund 30 Prozent liegt der Grund bei der Frau oder dem Mann – in einem Drittel der Fälle sind sogar beide Partner betroffen. Wichtig ist, für das Paar eine geeignete Therapie zu finden.

Fruchtbarkeitssteigernde Pflanzen

Das Angebot an angeblich fruchtbarkeitssteigernden Mitteln ist groß, qualitativ hochwertige wissenschaftliche Belege für deren Wirksamkeit hingegen sind rar. Generell von Vorteil ist eine Änderung des Lebensstils: Gewichtsabnahme, mehr körperliche Bewegung im Alltag, Verzicht bzw. Einschränkung von Zigaretten- und Alkoholkonsum. Einige Heilpflanzen regen die Spermienbildung beim Mann an oder wirken allgemein fruchtbarkeitssteigernd. Arzneipflanzen, die dafür bekannt sind, die Fruchtbarkeit natürlich anzuregen, sind Rosskastanie und Koreanischer Roter Ginseng. Darüber hinaus können auch Omega-3-Fettsäuren, das Coenzym Q10, Selen, Zink und Folsäure sowie L-Carnitin förderlich sein. 
Diese gelten aus Sicht der Autoren der kürzlich im Asian Journal of Andrology veröffentlichten Übersichtsarbeit als vergleichsweise nebenwirkungsarme pflanzliche Produkte mit Hinweisen auf Wirksamkeit. So steigerte Aescin laut einer Studie mit 219 subfertilen – also vermindert fruchtbaren – Männern die Spermienkonzentration in 58 Prozent der Fälle um 30 etwa Prozent. Unter Rotem Koreanischem Ginseng kam es bei 80 Patienten zu einer deutlichen Steigerung der Spermienkonzentration, -beweglichkeit, -wohlgeformtheit und –funktion.

Was macht Männer unfruchtbar?

Samenzellen

Der häufigste Grund für Zeugungsunfähigkeit beim Mann ist die eingeschränkte Bildung normaler, gut beweglicher Samenzellen (Spermien). Im Normalfall sollte ein Milliliter Samenflüssigkeit (Sperma) mindestens 20 Millionen Spermien enthalten. Davon müssen knapp ein Drittel normal geformt und mindestens die Hälfte vorwärts beweglich sein. Leistenbruch-Operationen, Eingriffe wegen Hodenhochstand oder Mumps in der Pubertät können die Spermien-Qualität negativ beeinflussen.

Männliche Hormone

Ein Mangel am männlichen Hormon Testosteron kann ebenfalls die Produktion der Samenzellen vermindern. Oft wird er durch Medikamente wie Blutdrucksenker und Herzmittel ausgelöst. Aber auch starker Stress, Übergewicht und Alkohol spielen eine Rolle. Hier hilft häufig eine Hormon-Therapie.

Fehlendes Eiweiß

Ein fehlendes Eiweiß kann in vielen Fällen die Ursache für Unfruchtbarkeit von Männern zu sein. Zwei Wissenschaftler der Universität Laval in der kanadischen Stadt Quebec beschäftigten sich mit unerklärlichen Fällen von ungewollter Kinderlosigkeit. Bei allen untersuchten Paaren lag diese weder an der Frau, noch an einer zu geringen Anzahl oder Beweglichkeit der Spermien beim Mann.

Mehr durch einen Zufall untersuchten die Forscher dann die Männer noch auf ein Protein mit dem Namen P34H hin. Dieses fehlte bei den betroffenen Männern. Die Spermien müssen fest auf einer Eizelle andocken, damit es zu einer Befruchtung kommt. Dafür gibt es an den Oberflächen von männlichen Spermien und weiblicher Eizelle Eiweißstoffe, die zueinander passen müssen. Der fehlende Schlüssel ist das Protein P34H.

Individuell lassen sich aber weitere Ursachen ausmachen, wodurch die Spermien eines Mannes geschädigt werden. Hier verraten wir Ihnen die größten Sperma-Killer, von denen Sie noch nichts gehört haben.

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Hamburg, 19. Juli 2016

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