Männergrippe: Es gibt sie doch!

Redaktion PraxisVITA
Mann liegt krank im Bett
Männer leiden aufgrund ihres schwächeren Immunsystems tatsächlich stärker unter Infektionskrankheiten © Fotolia

Die Männergrippe: Die meisten Männer haben es schon immer geahnt – jetzt beweisen Forscher, dass Männer tatsächlich stärker von der Grippe betroffen sind, als Frauen.

 

Männergrippe: Männer leiden - und zwar richtig

Was für Erkältungen und andere Infektionskrankheiten schon beweisen wurde, gilt jetzt auch für die Grippe: Männer haben bei der Bekämpfung dieser Krankheiten echte Nachteile.

Eine Studie aus Australien hat untersucht, wieviele Männer und Frauen im Jahr 2015 in Australien an der Influenza erkrankt sind. Männer waren dabei eher betroffen, als Frauen. Kevin Cheng, der als ärztlicher Direktor für den Auftraggeber der Studie, eine Krankenversicherung arbeitet, erklärt die Forschungsergebnisse so: „Männer erleiden nicht nur stärkere Symptome, unsere Daten zeigen auch, dass Männer von Anfang an anfälliger für einen grippalen Infekt sind. Je höher die Testosteron-Level, desto geringer war außerdem die Wirksamkeit von Grippe-Schutzimpfungen“. Die Männegrippe gibt es also wirklich. Weibliche Östrogene schienen im Gegensatz dazu antivirale Fähigkeiten zu haben, wodurch bei Frauen die Reproduktion des Virus im Körper beschränkt wird.

 

Frauen sind besser vor Grippe geschützt

Eine Studie der Harvard University hatte bereits gezeigt, dass Frauen durch das weibliche Geschlechtshormon Östrogen mehr NO-Synthase-3-Enzyme aktivieren und so besser vor bakteriellen Erregern wie Streptococcus Pneumoniae oder Staphylococcus Aureus geschützt sind. Diese Erreger können zu schweren Atemwegserkrankungen (beispielsweise Lungenentzündungen) führen.

 

Weibliche DNA als Schutz vor Krankheiten

Eine andere Harvard-Studie führte die weibliche DNA als Grund für den Schutz vor infektiösen Krankheiten an. Sie zeigte, dass das weibliche Immunsystem von den doppelten X-Chromosomen profitiert, da die X-Chromosomen mehr für die Immunabwehr zuständige Gene als das Y-Chromosom enthalten. Die Konsequenz: Die B-Zellen und T-Zellen, wichtige Bestandteile des Immunsystems, werden bei Frauen stärker aktiviert, als bei Männern.

Für Männer sind diese Erkenntnisse nicht nur bei der Rechtfertigung für längere Krankschreibungen hilfreich. In Zukunft könnte eine künstliche Anhebung ihres Östrogen-Spiegels eine sinnvolle Alternative zu Antibiotika darstellen.

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Hamburg, 31. Mai 2016

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