Macht Zika Männer unfruchtbar?

kuenstliche-befruchtung
Müssen Zika-Patienten bald auf künstliche Befruchtung ausweichen? © alamy

Das Zika-Virus steht im Verdacht, Männer unfruchtbar zu machen. In einer Studie deuten sich gravierende Auswirkungen des Zika Virus auf Spermienprodukion, Hodengröße und Testosteronspiegel an. Auch nach abgeklungener Infektion bleiben die Schäden.

Das Zika-Virus gilt bis dato vor allem als gefährlich für schwangere Frauen, da es bei Ungeborenen Fehlbildungen an Schädel und Gehirn hervorrufen kann. Auch die Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom sowie Schäden an neuronalen Stammzellen stehen mit der Viruserkrankung in Verbindung.

 

Zika-Folgen für Männer untersucht

Das Zika-Virus ist über den Speichel, das Blut und den Urin nachweisbar. Aber auch im männlichen Ejakulat lässt sich der Virus finden. Das nahmen Forscher der Washington University in St. Louis zum Anlass, die Auswirkungen von Zika auf die männlichen Fortpflanzungsorgane genauer zu untersuchen. Die Ergebnisse der Studie an männlichen Mäusen waren alarmierend: Zika scheint die männliche Fruchtbarkeit nachhaltig zu schädigen.

 

Gravierende Schäden verursacht

In der Studie wurden männliche Mäuse mit Zika infiziert und die möglichen Folgen genau untersucht. Bereits eine Woche nach der Infektion konnten die Forscher das Virus in den Hoden nachweisen. Nach zwei Wochen zeigten sich erste Schäden an den Hodenzellen, die Hoden begannen zu schrumpfen. Schon drei Wochen nach der Infektion waren die Hoden auf ein Zehntel ihrer ursprünglichen Größe geschrumpft. In Gewebeproben wurde das ganze Ausmaß deutlich: Durch die Zika-Infektion war das Epithel der Samenkanäle komplett zerstört worden und die Spermien waren von abgestorbenen Zellen durchsetzt.

 

Unfruchtbarkeit droht

Die angerichteten Schäden in den Hoden wirkten sich auch auf den Hormonhaushalt und die Fruchtbarkeit der infizierten Mäuse aus. Nach sechs Wochen war bei den infizierten Mäusen die Menge der Spermien auf ein Zehntel gesunken und der Testosteronspiegel lag nur noch auf einem Zehntel seines ursprünglichen Niveaus. Die Wissenschaftler sind alarmiert über die Ergebnisse, denn bis dahin war kein Virus bekannt, das so gravierende Symptome der Unfruchtbarkeit verursacht. Überhaupt gibt es nur wenige Viren, welche die Barriere zwischen Blutbahn und Hoden passieren und so den Hoden direkt befallen können.

Ob sich die Ergebnisse aus der Studie eins zu eins auf den Menschen übertragen lassen, ist noch nicht zu einhundert Prozent gesichert. Trotzdem gehen die Forscher davon aus, dass die Zika-Infektion auch beim Menschen ähnliche Folgen wie verringerte Testosteronspiegel und kleinere Spermienanzahl haben kann. Möglichweise sind die Symptome der Infektion beim Menschen nur weniger ausgeprägt und daher schwieriger festzustellen, gerade im Fall einer möglichen Unfruchtbarkeit durch Zika kommt außerdem hinzu, dass diese nur dann bemerkt wird, wenn die Betroffenen versuchen, ein Kind zu bekommen. 

© by WhatsBroadcast

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.