Macht Schlafmangel Jugendliche zu Alkoholikern?

Jugendliche mit Schlafproblemen
Leiden Jugendliche unter Schlafproblemen, dann können Naturprodukte (zum Beispiel mit Lavendel) ohne Nebenwirkungen die Schlafqualität verbessern © Fotolia

Wenn Jugendliche zu wenig schlafen, dann hat das direkten Einfluss auf ihren Alkoholkonsum. Das zeigt eine neue Studie aus den USA. Lesen Sie hier, was davor schützt.

Jugendliche, die unter Schlafstörungen leiden, trinken mehr Alkohol. Verstärkt wird der Effekt noch, wenn sie sich zudem noch mit Energiedrinks wachhalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des US-Thinktanks RAND Corporation, die gestern bei der sogenannten SLEEP-Konferenz in Seattle vorstellt wurde.

 

Alkohol gegen Schlafprobleme?

„Unsere Ergebnisse weisen darauf hin, dass Teenager stark koffeinhaltige Energiedrinks nutzen, um Schlafprobleme zu therapieren“, so Wendy Toxel eine der Studienleiterin. Auch Alkohol könnte ein Versuch der Selbstmedikation bei Schlafproblemen sein. Das sei eine gefährliche Praxis. Es brauche aber weitere Studien, um diesen Zusammenhang genau zu klären, so die Wissenschaftlerin.

Für die Studie wurden 2 539 Teenager mit einem Durchschnittsalter von 16 Jahren befragt. Dabei zeigte sich für alle sozialen Schichten und auch für verschiedene Ethnien ein signifikanter Zusammenhang zwischen Schlafmangel, dem Konsum von Energiedrinks und einem gesteigerten Trinkverhalten.

 

Fünf Strategien gegen Schlafprobleme

  1. Schöne Gedanken pflegen: Grübeleien treiben den Blutdruck in die Höhe und setzen den Körper in Alarmbereitschaft. Denken Sie abends deshalb bewusst an positive Dinge, z. B. den letzten Urlaub. Auch gut: beruhigende Hörspiele oder leichte klassische Musik.
  2. Kalte Füße aufwärmen: Wer mit kalten Füßen ins Bett geht, kurbelt den Stoffwechsel an, denn dieser versucht, den Temperaturunterschied in den Gliedern auszugleichen. Abhilfe schafft ein warmes Fußbad oder eine warme Wärmflasche am Fußende.
  3. Spätes Essen reduzieren: Sahnige Pilzpfannen, fettreiche Fleischgerichte - solche Mahlzeiten liegen schwer im Magen und aktivieren das Verdauungssystem. Das macht den Schlaf unruhig. Für den Abend deshalb besser auf leichte Kost wie Gemüsesuppen setzen. Zwei Stunden vor dem Schlafen am besten gar nichts mehr essen.
  4. Kühles Raumklima beachten: Um schlafen zu können, muss der Körper seine Kerntemperatur um ein bis zwei Grad senken. Das gelingt am besten, wenn das Schlafzimmer 18 Grad Raumtemperatur hat. Achten Sie zusätzlich auf eine atmungsaktive Bettdecke - so staut sich keine Körperwärme.
  5. Entspannende Dinge tun: In die warme Badewanne sinken oder ein Buch lesen: Bereiten Sie sich mit Ritualen und entspannenden Tätigkeiten auf das Zubettgehen vor. Regelmäßig angewendet, lernt der Körper, darauf zu reagieren, und wird automatisch müde.

Hamburg, 11. Juni 2015

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