Macht mein Supermarkt mich dick?

Supermarkt
Wer lieber im Supermarkt statt auf dem Wochenmarkt einkauft, hat ein höheres Risiko, dick zu werden © Fotolia

Für unser Körpergewicht ist nicht nur entscheidend, was und wie viel wir essen sondern auch, wo wir unsere Nahrungsmittel einkaufen. Lesen Sie hier, wie Sie die Supermarkt-Fallen umgehen und gesünder einkaufen.

 

Essen aus dem Supermarkt macht dick

Forscher der Universität Göttingen haben herausgefunden, dass der Einkauf von Lebensmitteln im Supermarkt die Ernährungsgewohnheiten ändert. „Menschen, die regelmäßig im Supermarkt einkaufen, konsumieren mehr verarbeitete Produkte und insgesamt mehr Kalorien. Sie haben eine um 13 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, übergewichtig zu sein, als Menschen, die ausschließlich in traditionellen Geschäften und Märkten einkaufen,“ so die Leiter der Studie, Prof. Matin Qaim und Prof. Stephan Klasen. Den Grund sehen die Wissenschaftler darin, dass Kalorien im Supermarkt billiger sind – und man für das gleiche Geld Essen mit höherem Kaloriengehalt erhält. Verantwortlich für diesen Kaloriengehalt machen die Forscher den höheren Anteil von Fett und Zucker in verarbeiteten Lebensmitteln.

 

Scorecard für eine gesündere Ernährung

Laut aktueller Forschungsergebnisse, kann eine Lebensmittelhändler-Scorecard ein effektives Shopping-Tool darstellen, um sich gesund zu ernähren. Sowohl Käufer als auch Verkäufer könnten von dieser Art Berichtsbogen profitieren. „Die Scorecard fördert gesunde Einkaufspraktiken. Am Ende des Tages landen so weniger frische Lebensmittel wie Obst und Gemüse im Müll“, erklärt der leitende Forscher Brian Wansink, PhD, Direktor des Food and Brand Lab an der Cornell University: „Der Vorteil liegt auf der Hand: gesündere Lebensmittel führen zu einer gesünderen Ernährung!“

Nach den Prinzipien der Verhaltensökonomie und Psychologie, identifizierten die Wissenschaftler der Food and Brand Lab 100 Kriterien, die es für den Käufer leichter machen, gesunde Lebensmittel einzukaufen. Sie testeten dann die Scorecard in einer großen Supermarkt-Kette um zu sehen, wie Käufern ein Lebensmittelgeschäft dabei hilft, gesund oder ungesund einzukaufen.

Die Forscher kamen zu der Ansicht, dass die Lebensmittelhändler-Scorecard eine zuverlässige Möglichkeit darstellt, um zu bewerten, wie gesund ein Lebensmittelgeschäft ist. Außerdem können Käufer damit feststellen, welcher Supermarkt es ihnen leichter macht, gesunde Lebensmittel zu kaufen. Die Scorecards können auch durch die Lebensmittelgeschäft selbst verwendet werden, um die Einkäufe der Kunden gesünder zu gestalten. Am 26. Juli wird die Scorecard in Deutschland offiziell vorgestellt.

 

So gehen Sie gesünder einkaufen

Schnellkasse wählen

Wer nicht lange anstehen muss, kommt gar nicht erst in Versuchung, die Süßigkeiten, die stets an der Kasse lauern, in den Einkaufskorb zu legen.

Hustenbonbons lutschen

Wussten Sie, dass im Supermarkt Aromen versprüht werden, die beispielsweise den Appetit anregen sollen? Denn wer hungrig ist, kauft mehr ein. Schlagen Sie den Verkaufspsychologen ein Schnippchen, indem Sie im Supermarkt ein Hustenbonbon lutschen. Dessen ätherische Öle sind stärker als die künstlichen Duft-Verführer.

Einkaufskorb statt Einkaufswagen

Große Wagen lassen die Produkte winzig aussehen und man hat dadurch immer das Gefühl, noch nicht alles zu haben. Gegen die Neigung, den Platz im Wagen zu füllen, hilft nur ein kleiner Einkaufskorb.

Auf Familienpackungen verzichten

Supermärkte bieten Jumbo-Schokolade, Familienpackungen Chips und 2 Liter Flaschen Cola an. Verzichten Sie besser auf solche Großpackungen, denn dadurch essen wir automatisch mehr davon.

Nie hungrig einkaufen

Im Supermarkt verleitet uns ein aktives Appetitzentrum dazu, mehr Geld für kalorienreiche Lebensmittel auszugeben.

Hamburg, 24. Juli 2015

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