Macht Lippenstift klug?

Verena Elson Medizinredakteurin
Eine Frau trägt Lippenstift auf
Make-up verändert nicht nur das Selbstbild, es verbessert auch die akademische Leistung, zeigt eine aktuelle Studie © iStock/YakobchukOlena

Wer Make-up trägt, fühlt sich attraktiver, selbstbewusster und kompetenter. Doch ist man mit Make-up auch tatsächlich klüger? Eine aktuelle Studie spricht dafür.

Make-up verändert nicht nur die äußere Erscheinung einer Person – auch das Gefühl für sich selbst ändert sich. Wissenschaftler sprechen vom sogenannten „Lippenstift-Effekt“: Das Selbstbewusstsein wächst, das Auftreten wird sicherer und kompetenter.

Studien haben gezeigt, dass mit einem höheren Selbstbewusstsein auch die akademische Leistung steigt. Kann man also auf indirektem Weg mit Make-up seine Leistung verbessern?

In einer aktuellen Studie mit Beteiligung der Harvard-Universität gingen Forscher dieser Frage nach. Dazu luden sie 186 Studentinnen zu einer simulierten Universitätsprüfung ein.

 

Make-up verbessert kognitive Leistung

Per Zufallsprinzip wurden die Frauen in drei Gruppen eingeteilt: Teilnehmerinnen der Gruppe eins sollten vor dem Absolvieren der Prüfung Make-up auftragen, Probandinnen in Gruppe zwei hörten einen Ausschnitt aus einem Musikstück und in Gruppe drei wurden die Studentinnen gebeten, zuvor ein Bild von einem Gesicht auszumalen.

Die Auswertung der Prüfungsantworten bestätigte die These der US-Forscher: Die Frauen, die während der Prüfung Make-up getragen hatten, erzielten die besten Ergebnisse.

 

Wirtschaftlicher „Lippenstift-Effekt“

Der Begriff „Lippenstift-Effekt“ wird auch in einem anderen Zusammenhang gebraucht: Studien zufolge lassen sich anhand des Lippenstift-Absatzes Aussagen über die wirtschaftliche Situation des Landes treffen. Demnach steigen in Krisenzeiten die Verkaufszahlen für Lippenstift.

Das überrascht – eigentlich erwartet man den Rückgang von Konsumgütern in Zeiten finanzieller Knappheit. Doch schönheitsfördernde Produkte machen hier eine Ausnahme, wie die Forschung zeigt – allerdings nur bei Frauen.

Wissenschaftler erklären sich das damit, dass in Rezessionszeiten die Anzahl der versorgungsfähigen Männer sinkt und Frauen darum verstärkt in ihre Attraktivität investieren.

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