Macht Gesundheitswahn krank?

Frau mit Darminfekt
Schwedische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass bestimmte Infektionen, wie z.B. ein Darminfekt, das Risiko für rheumatoide Arthritis senken © Schwedische Forscher haben jetzt herausgefunden, dass bestimmte Infektionen wie z.B. ein Darminfekt das Risiko für rheumatoide Arthritis senken

Infektionen des Magen-Darm-Traktes, der Harnwege oder der Geschlechtsorgane sind beschwerlich, haben aber offensichtlich auch eine gute Seite.

Schwedische Wissenschaftler haben jetzt entdeckt, dass bestimmte Infektionen möglicherweise das Risiko für eine Rheumatoide Arthritis (RA) senken. Insgesamt 6.401 Personen mit einem Durchschnittsalter von 52 Jahren waren der Teil der Studie. Sie wurden danach befragt, welche Art von Infektion sie durchgestanden und ob sie Antibiotika eingenommen hatten. Das Ergebnis: Bei 2.831 Probanden (etwa 44 Prozent) wurde über einen Zeitraum von zehn Jahren Rheumatoide Arthritis diagnostiziert.

 

RA-Risiko um 50 Prozent gesenkt

Die Forscher fanden heraus, dass eine Darm-, Harnwegs- oder Genitalinfektion innerhalb der letzten zwei Jahre das Risiko der RA bei den Probanden um 29 Prozent (bei Infektionen des Magen-Darm-Traktes), 22 Prozent (bei Infektionen der Harnwege) und 20 Prozent (bei Infektionen der Geschlechtsorgane) verringerte. Hatte ein Teilnehmer bereits alle drei Infektionen in den vergangenen zwei Jahren erlitten, sank das Risiko sogar um 50 Prozent.

 

Rheumatoide Arthritis: Entzündung aus dem Darm

Verantwortlich machen Wissenschaftler dafür die Bakterienflora im Darm, die einen Teil unseres Immunsystems ausmacht und bei der Entwicklung einer rheumatoiden Arthritis eine Rolle spielt. So könnte die Menge an verschiedenen bakteriellen Antigenen Entzündungsprozesse beschleunigen oder lindern und somit die Entstehung einer rheumatoiden Arthritis beeinflussen. Die Infektionen würden demzufolge die Zusammensetzung der Bakterienflora verändern bzw. stören. Die Forscher gehen davon aus, dass das Immunsystem dahinter steckt. Hat es nichts zu tun, sucht es nach Feinden im Körper. Im gesunden Körper ist das Immunsystem in der Lage, körpereigene von körperfremden Substanzen zu unterscheiden. Bei einer Autoimmunerkrankung kommt es zu einer Fehlerkennung, sodass der Körper bestimmte eigene Substanzen als fremd ansieht. Die Folge ist eine Reaktion des Immunsystems in Form einer Entzündung.

Hamburg, 13. Mai 2015

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