Macht Fett dumm?

Redaktion PraxisVITA
Transfette schaden dem Gehirn
Pommes frites enthalten besonders viel Transfette: Wer sein Gehirn schützen möchte, sollte daher besser verzichten © Fotolia

Pizza, Pommes oder Kekse - manche Nahrungsmittel können tatsächlich dumm machen. Schuld daran sind die sogenannten Transfette. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Um die genauen Auswirkungen von Transfetten (Transfettsäuren) auf die Speicherleistung des Gehirns zu bestimmen, untersuchten Forscher der University of California in einer kürzlich veröffentlichten Studie das Erinnerungsvermögen von 1.000 gesunden Männern. Keiner der Teilnehmer war älter als 45 Jahre.

Transfette

Transfette sind ungesättigte Fettsäuren, die sich vor allem in industriell produzierter Nahrung finden. Besonders hoch ist der Anteil in frittierten Produkten und Backwaren. Natürliche Transfette enthalten Milchprodukte und das Fleisch von Wiederkäuern (z.B. Rind oder Lamm). Ein zu hoher Konsum von Transfetten erhöht das Risiko für Herzinfarkte, Schlaganfälle, Diabetes, Allergien und Krebs. Die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (efsa) empfohlene maximale Tagesmenge liegt bei rund zwei Gramm. Bereits ab einer täglichen Einnahme von fünf Gramm steigt die Gefahr, ein Herzleiden zu entwickeln, um 25 Prozent.

 

Transfette wirken sich negativ auf das Erinnerungsvermögen aus

Vor einem Erinnerungs-Test dokumentierten die Forscher die Essgewohnheiten der Probanden und errechneten so den jeweiligen Durchschnitts-Verzehr von Transfetten pro Tag.

Im Anschluss nahmen die Männer an dem Test teil, bei dem sie sich 104 Begriffe merken sollten. Die Studie zeigte, dass sich Transfette negativ auf das Erinnerungsvermögen auswirken.

Konkret verringerte jedes verzehrte Gramm Transfett die Anzahl der Wörter, die sich ein Proband merken konnte um durchschnittlich 0,76 Wörter. Die Erinnerungsfähigkeit verminderte sich demnach um 0,73 Prozent pro Gramm Transfett, das zur täglichen Ernährung gehörte.

 

Wie viel Transfett steckt in meinem Essen?

Anschaulicher wird diese Rechnung, wenn man die Zahlen in Essen umrechnet. Ein Beispiel: Verspeist man jeden Tag zum Frühstück Croissants, zum Mittagessen eine Portion Pommes mit einem Hähnchen-Burger und abends noch 50 Gramm Popcorn, hat man rund elf Gramm Transfette zu sich genommen.

Bei einer empfohlenen Tagesmenge von maximal zwei Gramm für einen Erwachsenen stellt das nicht nur eine erhebliche Überschreitung dar, sondern unser Gehirn verliert dadurch auch im Schnitt acht Prozent seiner Speicherfähigkeit. Die Spitzenreiter in der Untersuchung kamen übrigens auf einen täglichen Verzehr von 15 Gramm Transfetten, wodurch sie fast 11 Prozent ihrer Erinnerungsleistung eingebüßt haben.

Croissants enthalten Transfette
Transfette befinden sich vor allem in frittierten und industriell hergestellten Lebensmitteln© istock
 

Transfette in industriell hergestellten Lebensmitteln

Während es in z.B. in den USA einige Bundesstaaten gibt, die Transfette in Lebensmitteln bereits verboten haben, existiert in Deutschland keine Begrenzung. Sofern es sich nicht ausdrücklich um „Light-“ oder „Diätprodukte“ handelt, müssen die schädlichen Fettsäuren nicht einmal deklariert werden.

Transfette befinden sich vor allem in frittierten und industriell hergestellten Lebensmitteln, wo sie zur Produkthärtung, Verlängerung der Haltbarkeit oder als Geschmacksverstärker eingesetzt werden.

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