Macht Facebook depressiv?

Frau sitzt vor Laptop
Der Vergleich mit anderen auf Facebook scheint unserer Stimmung zu schaden © Fotolia

Facebook spielt mittlerweile eine wichtige Rolle im Leben vieler Menschen. Vermutlich leider eine negative, wie eine neue Studie aus den USA zeigt. Doch es gibt auch Auswege.

Der amerikanische Präsident Theodore Roosevelt sagte einmal: „Vergleich ist der Dieb des Glücks!“ Er bringt damit auf den Punkt, dass es den Wenigsten hilft, ihr Leben mit dem von anderen zu vergleichen.

Doch gerade unsere heutige Welt bietet durch soziale Netzwerke wie Facebook eine Fülle an Möglichkeiten, um das Leben anderer zu beobachten.  Den Einfluss dieser modernen Technik auf unsere Gefühle hat jetzt ein Forscherteam der Universität in Houston, Texas, untersucht.

 

Facebook macht Depressiv

In ihrer kürzlich veröffentlichten Studie kommen sie zu einem harten Schluss: Je mehr Zeit Menschen auf Facebook verbringen, desto depressiver fühlen sie sich. „Es ist wichtig zu erkennen, dass die meisten Menschen sich auf Facebook besonders präsentieren und versuchen, sich im besten Licht zu zeigen. Dazu berichten sie oft nur die guten Dinge und verschweigen die schlechten“, sagt Mai-Ly Steers, Hauptautorin der Studie. „Wenn wir das nicht im Kopf behalten, rennen wir Idealbildern hinterher, die nicht realistisch sind.“

Steer hat mit ihrem Team in einer ersten Untersuchung mit 180 Probanden eine Verbindung zwischen auf Facebook verbrachter Zeit und depressiven Symptomen zeigen können. Später ließ sie 152 Teilnehmer zwei Wochen Tagebuch führen. Darin sollten diese ihr Verhalten in dem sozialen Netzwerk kommentieren. Indem sie diese Einträge analysierte, konnte Steer eine klare Verbindung zwischen einem verschlechterten Gemütszustand und den Vergleichen mit anderen ziehen. Symptome dafür waren zum Beispiel fehlende Hoffnung auf eine bessere Zukunft, ein unbestimmtes Gefühl der Trauer oder eine Gleichgültigkeit gegenüber Alltagstätigkeiten.

Zwar ist dies die erste Studie, die eine Verbindung zwischen dem sozialen Vergleich auf Facebook und Depressionen zieht, aber sie baut auf anderen Untersuchungen auf: Bereits 2010 beschrieben kanadische Wissenschaftler eine Steigerung von Eifersucht in Paarbeziehungen; 2013 zeigte eine Studie von Wissenschaftlern aus Berlin und Darmstadt, dass Facebook die Nutzer neidisch auf andere macht.

 

Facebook richtig nutzen

Doch es gibt auch Auswege aus dem Problem. Neben dem offensichtlichstem, einfach aus Facebook austreten, gibt es noch andere Möglichkeiten. Eine Studie von Margaret Duffy und Edson Tandoc vom Anfang dieses Jahres zeigt: Es gibt gute und schlechte Arten, Facebook zu nutzen. Menschen waren glücklicher, wenn sie Facebook nicht nutzten, um sich mit anderen zu vergleichen, sondern, um darüber mit Freunden in Kontakt zu bleiben und wichtige Erlebnisse aus ihrem Leben zu teilten.

Letztlich ist es mit Facebook wie mit vielen anderen Dingen in unserem Alltag: Wir müssen nicht komplett darauf verzichten, wenn wir in der Lage sind, verantwortlich damit umzugehen.

Hamburg, 08. April 2015

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