Macht Deo Männer unfruchtbar?

Verena Elson
Deo und Spermien
Etwa 20 Zentimeter müssen Spermien zurücklegen, um zur Eizelle zu gelangen. Und das schaffen sie am besten, wenn sie "normal" geformt sind – Parabene in Deos und anderen Pflegeprodukten können allerdings dazu führen, dass viele Spermien verformt sind, zei © iStock

Deos und andere Kosmetikprodukte können Chemikalien enthalten, die den Spermien schaden. Um welche Stoffe handelt es sich und wie können Männer sich schützen?

Deo, Shampoo, Rasierschaum: Diese Pflegeprodukte können der männlichen Zeugungsfähigkeit schaden – wenn sie sogenannte Parabene enthalten. Zu diesem Ergebnis kommt eine polnische Studie, die kürzlich veröffentlicht wurde.

 

Was sind Parabene?

Parabene werden als Konservierungsmittel, vor allem in Kosmetikprodukten eingesetzt. Ihre antibakterielle Wirkung schützt das Produkt vor eindringenden Keimen.

Experimente mit Tieren zeigten, dass Parabene die Wirkung des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen nachahmen und den Testosteronspiegel senken können.

 

Je mehr Parabene im Urin, desto schlechter die Spermienqualität

Für die aktuelle Studie analysierten die Wissenschaftler Spermien-, Blut- und Urinproben von 315 Männern, die in einer Kinderwunschklinik in Polen behandelt wurden. Im Urin lassen sich Parabene nachweisen, die beispielsweise über Pflege- und Kosmetikprodukte in den Körper gelangt sind. Die Analysen zeigten: Verglichen mit Männern, die einen niedrigen Parabenspiegel im Urin hatten, hatten Männer mit einem hohen Parabenspiegel einen höheren Anteil an Spermien, die abnormal geformt waren und sich langsamer bewegten.

In der Regel haben Spermien eine ovale Form und einen langen Schwanz. Weicht ihre Form von der Norm ab – beispielsweise durch einen gebogenen Schwanz oder mehrere Schwänze – ist es für sie schwieriger, in das Ei einzudringen. Außerdem bewegen sie sich langsamer als die „normalen“, stromlinienförmigen Spermien. Je größer der Anteil dieser abnormal geformten Spermien ist, desto geringer ist die Zeugungsfähigkeit.

Analysen der Blutproben zeigten außerdem, dass Männer mit einem hohen Parabenspiegel im Urin im Schnitt ein niedrigeres Testosteronlevel hatten.

 

Wie können Männer sich schützen?

Ein bestimmtes Paraben fiel in der Studie durch eine besonders starke Wirkung auf Spermienform und –beweglichkeit auf: das sogenannte Butylparaben. Es ist unter anderem in vielen Deos, Waschlotionen, Cremes und Sonnenschutzmitteln enthalten (auf der Liste der Inhaltsstoffe ausgezeichnet).

Parabene im Alltag ganz zu meiden, ist wohl kaum möglich. Doch mit einem bewussten Blick auf die Listen der Inhaltsstoffe beim Einkauf können Männer ihren Gebrauch von parabenhaltigen Pflegeprodukten stark einschränken. Dabei sollten sie auch nach den Synonymen für Parabene Ausschau halten: Hydroxybenzoat, Hydroxybenzoesäure, Metagin, Nipagin, Oxybenzoate, Oxybenzoesäure, Parahydroxybenzoate (PHB), Propagin.

Einige Studien lieferten in der Vergangenheit Hinweise darauf, dass parabenhaltige Deos die Entstehung von Brustkrebs fördern – unter Experten sind diese Studienergebnisse jedoch umstritten.

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