Machen Partnerschaften dick?

Verena Elson
in Paar isst Pizza auf einer Couch
Menschen in Partnerschaften haben im Schnitt einen höheren BMI als Singles, zeigt eine aktuelle Studie © Fotolia

Partnerschaft oder Traumfigur – müssen wir uns zwischen den beiden entscheiden? Eine aktuelle Studie eines Forscherteams um Jutta Mata an der Universität Basel spricht dafür. Denn sie ergibt: Menschen in einer Partnerschaft wiegen mehr.

Die Wissenschaftler verglichen den Body-Mass-Index von Paaren mit dem von alleinstehenden Menschen in neun europäischen Ländern. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „Social Science & Medicine“ veröffentlicht.

Für die Erhebung werteten die Forscher Daten von mehr als 10.000 Personen aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Österreich, Polen, Russland und Spanien aus. Dabei berücksichtigten sie verheiratete und ohne Trauschein zusammenlebende Paare. Zusätzlich prüften sie mögliche Ursachen für die Gewichtszunahme mit Blick auf das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Befragten.

Über alle neun Länder hinweg zeigte sich, dass Paare im Vergleich zu Alleinstehenden einen höheren BMI (Body-Mass-Index) haben – dies betrifft sowohl Männer als auch Frauen. Dabei gibt es länderübergreifend wenige Unterschiede. Der durchschnittliche BMI der befragten alleinstehenden Männer lag bei 25,7, bei den gebundenen Männern waren es 26,3. Bei den Frauen lag der Durchschnittswert der Singles bei 25,1 und der Frauen mit Partner bei 25,6. Ein normaler BMI liegt laut Weltgesundheitsorganisation zwischen 18,5 und 25 – von Übergewicht spricht man bei einem Wert zwischen 25 und 30, darüber von Adipositas oder Fettleibigkeit.

 

Bewusstere Ernährung aber weniger Sport

Gleichzeitig hat eine Partnerschaft positive Einflüsse auf die Ernährung. So gaben Paare eher an, dass sie regionale und unbehandelte Lebensmittel bevorzugen und auf Fertigprodukte verzichten. Die befragten Männer legten zudem mehr Wert auf biologische und fair gehandelte Lebensmittel, wenn sie in einer Partnerschaft lebten. „Das lässt darauf schließen, dass die Ernährung durch eine Partnerschaft vor allem für Männer bewusster und damit wahrscheinlich auch gesünder wird“, sagt Prof. Jutta Mata, Erstautorin und Assistenzprofessorin für Gesundheitspsychologie an der Universität Basel. Dafür treiben Männer in Beziehungen weniger Sport als Single-Männer – dieser Faktor beeinflusst den BMI maßgeblich, sind sich die Studienautoren sicher.

 

Gesundvorteile von Partnerschaften

Mehrere Studien haben gezeigt: Verheiratete Menschen haben ein geringeres Risiko, an einem Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken – eine Studie New Yorker Wissenschaftler bestätigte das kürzlich. Als Grund vermuten Experten, dass sich Ehepartner gegenseitig zu gesunder Ernährung und rechtzeitigen Arztbesuchen anhalten.

Wenn die Partnerschaft doch auf die Hüften geschlagen hat, haben es Paare sogar leichter, die überflüssigen Pfunde wieder zu verlieren: Denn eine Studie zeigte Anfang des Jahres, dass gemeinsames Abnehmen leichter fällt. Und dann ist auch beides möglich: Partnerschaft und Traumfigur.

Hamburg, 16. September 2015

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