Machen Infektionen dumm?

Junge Frau in der Bibliothek
Wer schlau bleiben will, sollte sich vor Infektionen schützen © Fotolia

Infektionen wie Durchfall oder Blasenentzündungen sind nicht nur für ein paar Tage ärgerlich, sondern sie schädigen nachhaltig unser Gehirn. Dieses Ergebnis präsentieren dänische Wissenschaftler in einer Studie, die sie vor Kurzem in der Fachzeitschrift PLOS ONE veröffentlichten.

„Unsere Forschung zeigt einen Zusammenhang zwischen im Krankenhaus behandelten Infektionen und einem verringerten IQ“, sagt Dr. Michael Eriksen Benrós einer der Autoren der Studie.

Anhand der Testergebnisse konnten die Wissenschaftler belegen, dass schon eine einmalige Infektion den IQ um 1,76 Punkte senken kann. Dabei konnten sie auch eine Dosis-Wirkungs-Beziehung entdecken – das heißt je häufiger eine Person betroffen ist, desto stärker das Ergebnis: Bei fünf Infektionen lag der IQ durchschnittlich 9,44 Punkte niedriger.

Um zu ihren Ergebnissen zu gelangen, nutzten die Forscher einen Datensatz, der die Patientendaten und IQ-Testergebnisse von 190 000 Dänen enthält. Das Phänomen erklärt Benrós folgendermaßen: „Infektionen können das Gehirn direkt schädigen oder sie rufen Entzündungen hervor, die ihm schaden.“

Bislang konnte nur die Verbindung zwischen Infektionen und schweren mentalen Problemen wie zum Beispiel Schizophrenie oder Depressionen nachgewiesen werden. „Dies ist die erste große Studie, die zeigt, dass Infektionen die Gehirne gesunder Menschen verändern“, so Benrós.

Der einzige Schutz davor: Infektionen möglichst vermeiden. Hier die besten Tipps dazu.

Hamburg, 22. Mai 2015

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