Machen Hormone dick?

Ohne Hormone läuft nichts im Körper: Sie regeln alle wichtigen Vorgänge – selbst unser Liebesleben. Ob wir gut drauf sind oder nicht, hängt auch von ihnen ab. Und auch unser Gewicht können Hormone beeinflussen.

Mit dem Alter steigt das Gewicht. Leider! 12–15 Kilo nehmen Frauen zwischen dem 20. und 58. Lebensjahr zu. Klar, es kann an den Genen, der Ernährung oder mangelnder Bewegung liegen. Aber auch Hormone können schuld sein: einmal die, die der Körper selbst produziert und die mit den Jahren immer weniger werden. Zum anderen jene, die künstlich hergestellt werden und als Medikamente eingenommen werden.

 

Pubertät

Sie beginnt etwa zwei Jahre vor der ersten Regel, die im Durchschnitt mit 12–13 Jahren eintritt. Gesteuert von den Hormonen der Hirnanhangdrüse, nehmen die Eierstöcke ihre Funktion auf: Sie produzieren Östrogene, in geringem Umfang auch männliche Hormone. Eizellen reifen heran, es kommt zum Eisprung, die Geschlechtsorgane entwickeln sich. Östrogene und andere Hormone beeinflussen Wachstum und Aufbau von Fettdepots. Hat der Körper des Mädchens einen Fettanteil von 20 Prozent erreicht, setzt die Periode ein. Mehr noch als durch die – völlig normale – Gewichtszunahme ist die Pubertät durch eine Veränderung der Figur geprägt: Brüste, Bauch und Hüften runden sich.

 

PMS

Das Prämenstruelle Syndrom (PMS) ist bis heute nicht völlig geklärt. Es beginnt in der zweiten Hälfte des Zyklus, etwa 10–12 Tage vor der Regel. Die meisten Frauen nehmen in dieser Zeit 1–3 Kilo zu. Schuld daran, ist vermutlich ein Mangel an dem Hormon Progesteron, das entwässernd wirkt. Aber kein Grund zur Panik: Nach der Regel sind auch die zusätzlichen Kilos wieder weg. Aufpassen müssen Frauen, die in dieser Zeit unter Fressattacken leiden. Da bleiben leicht jeden Monat 100–200 Gramm Fett hängen, die mit den Jahren zu Pölsterchen anwachsen.

 

Pille

Die modernen Mikropillen machen nicht dick. Eher das Gegenteil ist der Fall: Sie stabilisieren den Hormonhaushalt, und das wirkt sich positiv auf das Gewicht aus – es bleibt stabil. Frauen, die bei gleichem Essverhalten zunehmen, sollten mit ihrem Arzt sprechen und die Pille wechseln (zu einer mit weniger Östrogen). Nur sehr junge Frauen, die zum ersten Mal die Pille nehmen, können in der Anfangszeit 1–2 Kilo zunehmen.

 

Schwangerschaft

Der Hormonhaushalt ändert sich drastisch, wir legen an Gewicht zu. Eine Schwangere sollte nicht mehr als 10–12 Kilo zunehmen. Davon werden 1–2 Kilo als Fettreserven gespeichert, damit die Mutter zum Stillen genügend Energie hat. Normalerweise verliert man diese überschüssigen Kilo nach der Schwangerschaft wieder. Schneller geht es bei Müttern, die stillen, weil das dafür zuständige Hormon Prolaktin den Abbau der Fettdepots anregt.

 

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Hormonfalle Wechseljahre
Die Wechseljahre ruft eine Verschiebung der Hormone hervor. Die Folge: Wer jetzt so isst wie noch mit 20, legt vor allem an Taille und Bauch Fettpolster an© shutterstock

Mit Beginn der Wechseljahre tritt eine Verschiebung der Hormone ein: Das Wachstumshormon und das Hormon DHEA, das in der Nebenniere gebildet wird, nehmen jetzt noch stärker ab. Beide regen den Muskelaufbau an, steuern die Bildung von Fettdepots. Gleichzeitig sinkt die Produktion der Östrogene, die sich positiv auf die Wachstumshormone auswirken. Der Stoffwechsel verlangsamt sich, weil die Schilddrüse weniger Hormone produziert. Die Folge: Die Muskulatur nimmt ab, wir verbrauchen weniger Energie. Wer jetzt so isst wie mit zwanzig, legt Fettpolster an – vor allem an Taille und Bauch. Hinauszögern lässt sich dieser Prozess durch vier Faktoren: Bewegung (3-mal pro Woche 30–45 Minuten Ausdauersport), Schlaf (mindestens 6 Stunden), Verzicht aufs Abendessen (2–3-mal pro Woche) und richtige Ernährung (der Glyx, also der Blutzuckerspiegel, muss niedrig sein) mit viel Obst, Gemüse, Fisch, Vollkornprodukten, wenig Süßem, ohne weißes Mehl.

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