Machen Antibiotika Kinder dick?

Ein Kind bekommt Medizin
Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Einnahme von Antibiotika in den ersten zwei Lebensjahren das Risiko von Übergewicht erhöht © Fotolia

Antibiotika können kleinen Kindern schaden – erfahren Sie hier, wann sie besser nicht eingesetzt werden sollten und welche Alternativen es gibt.

Der Einsatz von Antibiotika bei kleinen Kindern ist unter Experten schon lange umstritten. US-amerikanische Forscher haben jetzt untersucht, welche Wirkung sie auf das Körpergewicht haben.

Die Wissenschaftler werteten die Daten von 65.000 Kindern aus, die sie von ihrer Geburt bis zu ihrem fünften Geburtstag begleitet hatten. Die Forscher hielten Größe und Gewicht der Kinder fest und analysierten, wie viele von ihnen vor ihrem zweiten Geburtstag Antibiotika verabreicht bekommen hatten.

Das Ergebnis: 69 Prozent der Studienteilnehmer hatten in ihren ersten zwei Lebensjahren Antibiotika eingenommen. Im Durchschnitt wurden den Kindern in dieser Zeit 2,3 mal Antibiotika verschrieben.

 

Zusammenhang zwischen Antibiotika-Einnahme und Gewicht

Die Forscher stellten fest, dass bei Kindern, die in ihren ersten beiden Lebensjahren viermal oder öfter Antiobiotika eingenommen hatten, das Risiko eines späteren Übergewichts je nach Art des Antibiotikums um elf bis 16 Prozent anstieg. Als Grund für diesen Zusammenhang vermuten die Studienleiter, dass Antibiotika sich negativ auf die Darmflora auswirken.

 

Antibiotika können Asthma auslösen

Experten warnen auch aus anderen Gründen vor der voreiligen Verabreichung von Antibiotika bei kleinen Kindern. Ein Grund ist der in einer früheren Studie belegte Zusammenhang zwischen Antibiotika-Einnahme in der Kindheit und der Entwicklung von Asthma.

Die häufige Verschreibung von Antibiotika hat bereits dazu geführt, dass viele Erreger antibiotikaresistent sind. Bevor ein Kind Antibiotika verabreicht bekommt, sollten Ärzte und Eltern deshalb ein bis zwei Tage lang abwarten und die Behandlung mit alternativen Wirkstoffen ausprobieren.

 

Antibiotika wirken nicht gegen Viren

Häufig werden Antibiotika gegen Viruserkrankungen verschrieben. In diesen Fällen können die Medikamente jedoch gar nicht anschlagen, denn Antibiotika wirken ausschließlich gegen bakterielle Infektionen.

Ein typischer Fall ist die Bronchitis – zu 90 Prozent wird sie von Viren verursacht. Trotzdem versuchen Ärzte häufig, sie mit einem Antibiotikum zu bekämpfen. Dabei sind pflanzliche Wirkstoffe – wie die der Kapland Pelargonie, des Kreuzkümmels oder Bromelain (steckt in Ananas) enthaltenen – bei einer Bronchitis viel effektiver. Welche pflanzlichen Alternativen zu Antibiotika gegen andere Beschwerden helfen, erfahren Sie hier.

In einem Interview erläutert die Kinderärztin Nadine Hess den richtigen Umgang mit Antibiotika bei kleinen Kindernhier klicken.

Hamburg, 30. September 2014

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