Lycopodium: Ein wichtiges Mittel in der Homöopathie

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Lycopodium gilt als eines der wichtigsten Mittel der klassischen Homöopathie. Es kommt bei zahlreichen Beschwerden zum Einsatz, etwa bei Erkrankungen des Verdauungstraktes, aber auch bei Atemwegsinfektionen. Lesen Sie hier mehr zur Anwendung und Dosierung des Präparates.

Lycopodium
Beim Lycopodium wird aus dem Sporenmehl der Grundstoff für das homöopathische Arzneimittel gewonnen Foto:  iStock/Henrik_L
Inhalt
  1. Lycopodium: Was ist es?
  2. Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Lycopodium angewandt?
  3. Lycopodium: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?
  4. Lycopodium: Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?
 

Lycopodium: Was ist es?

Hinter dem lateinischen Namen Lycopodium verbirgt sich der Keulenbärlapp. Weitere Namen für Lycopodium sind Hexenkraut und Teufelsklaue. Die Pflanze gehört zur Familie der Bärlappgewächse und ist auf allen Kontinenten heimisch. Der Keulenbärlapp besitzt bis zu 20 Zentimeter lange Äste, an deren Ende sich Sporenbehälter befinden. Diese enthalten ein gelbliches Mehl, aus dem der Grundstoff für die homöopathischen Arzneimittel gewonnen wird. Er wird stark verdünnt (potenziert) eingesetzt.

 

Einsatzbereiche: Bei welchen Beschwerden wird Lycopodium angewandt?

Für Lycopodium gibt es in der Homöopathie viele Einsatzbereiche. Zu den typischen Krankheiten und Zuständen des Körpers, bei denen Lycopodium helfen soll, gehören:

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Angststörung Homöopathie-Mittel für Angst und Psyche

Da Lycopodium in der Homöopathie bei sehr vielen verschiedenen Krankheiten und Zuständen eingesetzt wird, ist es wichtig, genau auf die Beschwerden zu achten, um festzustellen, ob es wirklich das richtige Mittel für die Behandlung ist.

Das sind die Leitsymptome, die dafür sprechen, eine Krankheit mit Lycopodium zu therapieren:

  • Beschwerden sind meist in der rechten Körperhälfte lokalisiert
  • Beschwerden wandern im Krankheitsverlauf auf die linke Seite
  • Symptome verschlimmern sich zwischen dem späten Nachmittag und dem frühen Abend
  • Besserung tritt nach Mitternacht ein
  • Symptome bessern sich nach warmem Essen, bei kalten Anwendungen, bei Bewegung und frischer Luft, nach dem Wasserlassen und dem Aufstoßen
  • Verschlechterung tritt ein durch den Druck von Kleidung, nach blähenden Speisen, bei nassem, stürmischem Wetter sowie nach dem Aufwachen
 

Lycopodium: Welche Dosierung und Anwendung werden empfohlen?

In der Selbstbehandlung wird Lycopodium in den Potenzen C12, D6 und D12 angewandt. Es gibt den Wirkstoff in Form von Streukügelchen (Globuli), Tropfen und Tabletten. Am häufigsten werden Globuli genommen. Ihre Anwendung ist einfach, man lässt eine Dosis – das sind zwei bis Kügelchen – im Mund zergehen. Je nach Potenz darf man Lycopodium unterschiedlich häufig einnehmen. Bei der Potenz C12 nicht mehr als viermal am Tag, D12 zwei- bis dreimal. D6 kann in der Akutphase auch häufiger genommen werden. Tritt bei dieser Dosierung eine Erstverschlimmerung ein, muss die Anwendung von Lycopodium vorerst unterbrochen werden.

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Lycopodium: Was gilt für die Anwendung bei Baby und Kind?

Lycopodium kommt auch bei Babys und Kleinkindern zur Anwendung, beispielsweise bei sogenannten Schreikindern. Auch Hautausschläge hinter den Ohren von Säuglingen sollen sich unter der Einnahme von Lycopodium bessern. Bei einer verstopften Nase von Stillkindern wird das Mittel ebenfalls empfohlen. Babys erhalten maximal ein Streukügelchen, Kinder bis zum zweiten Lebensjahr dürfen zwei Globuli bekommen.

Hinweis: Die spezifische Wirksamkeit von Homöopathie wird in der Wissenschaft diskutiert. Dennoch ist Homöopathie als sanfte Heilmethode sehr beliebt.

Quellen:

Lycopodium, in: Deutsche Zentralverein homöopathischer Ärzte
Lycopodium, in: Deutsche Homöopathie-Union.de
Lycopodium (Keulenbärlapp), in: Der Heilpraktiker
Sommer, S. (2015): Homöopathie. Alltagsbeschwerden selbst behandeln. Gräfe und Unzer Verlag, München
Stumpf, W. (2015): Homöopathie für Kinder. Gräfe und Unzer Verlag, München
Wiesenauer, M. und Kirschner-Brouns, S. (2007): Homöopathie – Das große Handbuch. Gräfe und Unter Verlag, München

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